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Diskussion über Reifenmischungen

Piloten kritisieren Reifenwahl

Training Australien Foto: dpa 55 Bilder

Die Strategie von Formel 1-Reifenlieferant Bridgestone sorgt im Fahrerlager von Shanghai für Kritik. Vor allem Rubens Barrichello und Fernando Alonso fanden am Donnerstag (16.4.) deutliche Worte.

16.04.2009 Tobias Grüner, Michael Schmidt

In dieser Saison bringt Reifenausrüster Bridgestone zu jedem Rennen zwei Mischungen an die Strecke, die sich in ihrem Härtegrad noch stärker unterscheiden als früher. Der japanische Hersteller und die FIA erwarten sich durch die Strategie mehr Action und mehr Überholmanöver im Rennen. Das künstliche Spannungselement kommt aber nicht bei allen Piloten gut an.

Gefährliche Show?

"Ich habe immer noch nicht verstanden, warum wir jetzt so unterschiedliche Mischungen haben", kritisiert Routinier Rubens Barrichello. Für die Fahrer wäre es seiner Meinung nach besser, wenn immer die zwei besten Mischungen zur Auswahl stünden.

"Wenn es einzig um die Show geht, ist es einfach zu gefährlich", warnt der Brawn GP-Pilot. Die Zeitunterschiede zwischen den weichen und den harten Reifen würden automatisch zu heiklen Situationen führen. "Das ist ein Problem, wenn einige Autos fünf Sekunden pro Runde langsamer fahren."

Schlimmste Reifenentscheidung aller Zeiten

Auch Kollege Fernando Alonso nahm in der Reifendiskussion kein Blatt vor den Mund. Dem Spanier ist vor allem die "supersofte" Reifenmischung zu unbeständig: "Das ist die schlimmste Reifenentscheidung seit langer Zeit", erklärte der Renault-Pilot. Die weichere der beiden Mischungen sei "der schlechteste Reifen, den man für diese Strecke aussuchen konnte." Schon beim Saisonauftakt in Melbourne zeigte die Mischung nach nur wenigen Runden Auflösungserscheinungen, was unter anderem zu dem Crash zwischen Sebastian Vettel und Robert Kuica geführt habe.

"Durch die schnellen Kurven wird das Problem hier in Shanghai noch verstärkt. Ich rechne damit, dass der Reifen schon nach fünf oder sechs Runden einbricht." Dann verliere man direkt sechs Sekunden. Bei aggressiver Fahrt könnten die Gummis sogar schon nach wenigen Kurven hinüber sein. "Man hat alles getan, um uns lächerlich aussehen zu lassen", so Alonso. Dabei haben die Fahrer schon nach Australien vor den Gefahren gewarnt. "Wir wurden aber nicht erhört."

Härterer Reifen keine Alternative?

Auch der härtere Reifen der Mischung "medium" könnte vielleicht keine Alternative sein. Am Donnerstag fröstelten die Piloten bei nur 13 Grad im Fahrerlager. Wegen des kühlen Wetters äußert auch Nico Rosberg Bedenken: "Wenn wir auch am Wochenende solche Temperaturen haben, bekommen wir den harten Reifen gar nicht zum Arbeiten. Das wird eine Katastrophe", befürchtet der Williams-Pilot. Rosberg prognostiziert dann eine Rutschpartie.

Bei zwei schlechten Reifen kommt Alonso zum einfachen Fazit: "Der Reifen, den wir hier gebraucht hätten, liegt leider zuhause." Der zweifache Weltmeister meint damit die Mischung soft.


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