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Diskussion über Rückkehr der F1-Tests

Testverbot lockern? Nein danke!

Jerez Test 2010 Foto: xpb 31 Bilder

Die großen Teams haben laut darüber nachgedacht, das Testreglement zu lockern und während der Saison in wieder Testfahrten zuzulassen. Nicht nur die Neulinge Lotus, Virgin und HRT F1 sind dagegen. Auch Force India, Sauber und Williams verweigern ihre Zustimmung.

21.07.2010 Michael Schmidt

Einige der großen Teams haben laut darüber nachgedacht, das seit 2009 bestehende Testverbot während der Saison aufzuweichen. Offiziell um junge Fahrer testen zu können. Inoffiziell, um technische Entwicklungen schneller zur Rennreife zu bringen und sich gegen die Teams aus dem Mittelfeld wieder etwas Luft zu verschaffen.

Tests als unnötiger Kostenfaktor

Die neuen Teams Lotus, Virgin und HRT F1 sind logischerweise gegen eine Lockerung der Testrestriktionen. Testen kostet Geld. Und es erlaubt den etablierten Teams, ihren Vorsprung zu konservieren. Aber selbst Teams wie Force India, Williams und Sauber verweigern dem Drängen ihrer Kollegen aus den Topteams ihre Zustimmung.

"Dann müssten wir wieder ein eigenes Testteam etablieren", winkt Peter Sauber ab. "Das ist ein unnötiger Kostenfaktor." Williams-Technikchef Sam Michael findet die augenblickliche Regelung gut. "Das aktuelle System garantiert mehr Chancengleichheit. Würde man das Testen wieder freigeben, ziehen die reichen Teams davon."

Formel 1-Tests als Rückschritt

Am deutlichsten wird Force India-Rennleiter Otmar Szafnauer: "Wir sind gegen eine Änderung des aktuellen Testreglements. Es wäre ein Rückschritt in eine Zeit, in der man sich mit Geld alles kaufen konnte. Nehmen wir nur eine Entwicklung wie den F-Schacht oder den angeblasenen Diffusor. Früher hätten die Testteams wie wild getestet und wären innerhalb von zwei Rennen auf dem gleichen Stand gewesen wie die Teams, die diese Technik erfunden haben. Jetzt ist die halbe Saison rum, und Ferrari oder Red Bull sind mit ihrer F-Schacht-Kopie immer noch nicht so gut wie McLaren. Unser System funktioniert mindestens so gut wie das der anderen. Das war nur möglich, weil ohne Testfahrten praktisch Chancengleichheit herrscht. Es kommt jetzt auf die Qualität der Ingenieure an."

Den Teamchefs, die Testfahrten unter dem Vorwand wieder einführen wollen, dass sonst das gesamte Geld in Simulatoren gesteckt würde, hält Szafnauer vor: "Wenn die Simulatoren so effizient wären wie Testfahrten, würden sich diese Teams Testfahrten nicht zurückwünschen. Das ist doch Augenwischerei. Nicht zu testen, spart Geld. Die ganzen anderen Hilfsmittel sind Extras, die entweder jeder hat, oder auf die man ohne große Nachteile verzichten kann. Einen Windkanal, CFD-Entwicklung und Fahrwerksprüfstände haben alle. Fahrsimulatoren können sich nur die großen Teams leisten. Aber offenbar bringen die nicht so viel, dass eine Zweiklassengesellschaft entsteht."

Tests für junge Fahrer im Freitagstraining

Auch mit dem Argument, dass man Testfahrten wieder braucht, um junge Fahrer zu testen, kann Szafnauer nichts anfangen. "Wer junge Fahrer testen will, soll es machen wie Force India. Wir setzen Paul di Resta bei jedem Rennen in einem Freitagstraining ein. Dann muss einer unserer Stammfahrer verzichten. Klar ist das ein Nachteil, in Bezug auf die Abstimmungsarbeit. Aber wenn es jeder macht, trifft es alle gleich. Red Bull, Ferrari und McLaren könnten genauso wie wir ein Freitagstraining opfern, wenn es ihnen so wichtig wäre, jungen Fahrern eine Chance zu geben. Es gibt also keinen Grund, zum Ausprobieren neuer Fahrer extra Testfahrten anzusetzen."

Auch bei den Top-Teams sind nicht alle für eine bedingungslose Wiedereinführung der Testfahrten. "Wir müssen da eine gute Balance finden", sucht Mercedes-Teamchef Ross Brawn nach einem Kompromiss. Grundsätzlich könne man über eine Lockerung des Testreglements reden. "Es darf allerdings nicht sein, dass man ein extra Team nur für die Testfahrten unterhält. Die Tests müssen mit dem vorhandenen Personal durchgeführt werden."

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