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Diskussion um Motor-Entwicklung

Ferrari will Entwicklungsfenster strecken

Ferrari - Boxen-Reportage - GP Ungarn - 2014 Foto: Reinhard 18 Bilder

Nach weniger Strafen und dem Funkverbot geht die Formel 1 das nächste Reizthema an. Das Einfrieren der Motorentwicklung während der Saison. Ferrari hat einen vernünftigen Vorschlag gemacht, über den jetzt die Konkurrenz diskutiert.

19.09.2014 Michael Schmidt

Mercedes allein auf weiter Flur. Red Bull-Renault muss auf Fehler der Silberpfeile warten, um Siege abzustauben. Ferrari hat noch gar nicht gewonnen. Den Motoren von Renault und Ferrari sollen zwischen 40 und 60 PS auf den Mercedes V6-Turbo fehlen.

Schlimmer noch: In Mercedes-Kreisen erzählt man sich, dass die 2015er Motoren noch einmal um 40 bis 50 PS stärker sind. Das frustrierende dabei ist, dass den Ingenieuren in Viry-Chatillon und Maranello die Hände gebunden sind. Das Entwicklungsfenster geht erst wieder im Winter auf.

Dann dürfen die Hersteller nicht wild darauf los arbeiten, sondern müssen sich an eine Tabelle erlaubter Modifikationen halten. Je nach Größe des Eingriffs werden ein bis drei Punkte vergeben. In Summe dürfen im ersten Winter 32 Punkte, auch Token genannt, verbraucht werden. Das entspricht 48 Prozent des Motors. Im zweiten Winter sind es 28 Token, im dritten 20. Doch mit zunehmender Zeit werden immer mehr Änderungen komplett verboten.

Entwicklung über das ganze Jahr oder bis Juli?

Die Schwachstelle des Reglements ist, dass ein Hersteller einen Rückstand über die gesamte Saison mitschleppt. Und was passiert, wenn im Winter die Zeit nicht ausreicht, alle Änderungen durchzuführen? Darf man dann die Tokens in den nächsten Winter mit hinüberretten oder sind sie verloren? Mercedes soll dieses Problem haben. Die Ingenieure in Brackley können gar nicht alle Ideen umsetzen und würden somit Token herschenken.

Auf Druck von Renault und Ferrari wird jetzt eine Neuregelung der Motorenentwicklung diskutiert. Ferrari hat den Vorschlag gemacht, die im Winter erlaubte Entwicklung über das ganze Jahr zu verteilen. Oder wenigstens bis Juli. Und überschüssige Tokens auf die nächste Entwicklungsperiode aufzuaddieren. Ferrari hat ein großes Programm vor sich. Man braucht einen größeren Turbolader und eine permanente Verpackung für die Auspuffkrümmer, um mehr Energie für die MGU-H zu speichern.

Offene Entwicklung erschwert Kontrolle

Der Vorschlag klingt vernünftig, birgt aber auch ein paar Fallen. Renault-Motorenchef Rob White glaubt, dass damit die Kosten steigen, weil die Hersteller zu Parallelentwicklung mehrerer Projekte gezwungen sind. Außerdem erschwert es die Kontrolle. Die FIA muss dann unterscheiden, ob es sich bei der Modifikation um eine Änderung für die Zuverlässigkeit oder zur Kostensenkung handelt oder um eine Leistungssteigerung. Die eine ist immer erlaubt und kostet keine Punkte. Die andere darf im Moment nur im Winter stattfinden und schlägt sich in der Punktetabelle nieder.

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