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Diskussion um Motorenreglement

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Update ++ Die Sportliche Arbeitsgruppe der Formel 1 lehnt das Einfrieren der Motorentechnik zur Absenkung der Kosten ab. Stattdessen soll künftig die Zahl der Motoren pro Saison limitiert werden. Von Ferrari und der FIA gibt es Gegenwind.

15.05.2006 Markus Stier

Die von der Sportbehörde FIA eingesetzte Sporting Working Group (SWG) warf bei ihrem ersten Treffen zu allererst das von FIA-Präsident Max Mosley ausgeheckte künftige Motorenreglement über Bord.

Mit einer Mehrheit von 8:4 Stimmen entschieden die Teammanager der zwölf für 2008 eingeschriebenen Rennställe, dass ein "Einfrieren" der Motorentechnik bis einschließlich 2010 unerwünscht ist. In der neu eingesetzten Arbeitsgruppe reichen einfache Mehrheiten bei Abstimmungen aus. Kurios: Selbst Renault, wo die technische Begrenzung zunächst sehr forciert wurde, stimmte gegen den Mosley-Vorschlag.

50 Motoren pro Jahr

Die Teams bevorzugen eine andere Regelung, um die Kosten zu senken: Zukünftig soll die Anzahl der pro Jahr gefertigten Motoren limitiert werden. Gemäß einem Honda-Vorschlag sind 50 Motoren pro Team als Maximum vorgesehen. Zur Zeit produzieren einige Hersteller bis zu 200 Motoren pro Jahr.

Zudem soll eine Liste von Teilen erstellt werden, die weiterhin beliebig ausgetauscht werden dürfen. Ein Drehzahllimit von 19.500/min soll die Haltbarkeit der Achtzylinder verbessern. Um das Überholen zu erleichtern, ist eine zeitweilige Erhöhung auf 20.000/min per Knopfdruck erlaubt.

Aus FIA-Kreisen sickerte indessen durch, dass die Sporthoheit keine Regeln akzeptiere, die die angestrebte Kostenreduktion gefährden. Ferrari-Teamchef Jean Todt hält den Vorschlag der SWG ohnehin für irrelevant: "Wer die Regeln für 2008 liest, muss einsehen, dass die Motorenregeln bereits feststehen und die Technik für drei Jahre eingefroren wird."

Die Mehrheit der Teams, die für die Abnschaffung der Motorenhomologation plädiert hat, will nun der FIA eine Kalkulation vorlegen, die beweisen soll, dass ihre Lösung die Kosten ebenso stark senkt. Bisher geht die FIA davon aus, dass die Motorenhersteller zusammen etwa eine Milliarde Dollar jährlich für die Motorenentwicklung und -Fertigung ausgeben.

Kein Gewichtshandicap bei Motorwechsel

Den Vorschlag, die ab 2008 vorgeschriebene Standardelektronik zumindest bei Testfahrten durch eine eigene Motorsteuerung ersetzen zu dürfen, lehnte die Arbeitsgruppe ab. Auch die Idee von Max Mosley, bei einem unplanmäßigen Motorwechsel statt der Verbannung in die hinteren Startreihen ein Gewichtshandicap einzuführen, fand vor den Teammanagern keine Gnade.

Die Vorschläge der SWG gehen nun an die Formel 1-Kommission der FIA. Sollte diese die Vorschläge nicht annehmen, müssen die Teammanager erneut tagen. Bis zum GP Monaco (28.5.) soll das sportliche Reglement für die Saison 2008 stehen.

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