Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Formel 1: 20 Sekunden-Strafe für Schumi

Schumacher auf Platz zwölf versetzt

Fernando Alonso Foto: xpb 30 Bilder

In der letzten Kurve von Monaco hat Michael Schumacher Fernando Alonso überholt. Laut Rennleitung war das Manöver jedoch illegal. Die Kommissare sprachen eine 20-Sekunden-Strafe aus, mit der Schumi von Platz sechs auf Rang zwölf abrutschte.

16.05.2010 Tobias Grüner

Der Geschichte von Michael Schumacher und der Rascasse-Kurve wurde 2010 ein neues Kapitel hinzugefügt. In der letzten engen Kurve auf dem Stadtkurs von Monte Carlo hat der Deutsche im Qualifying von 2006 Fernando Alonso illegal ausgebremst. Vier Jahre später führte ein Überholmanöver des Silberpfeil-Piloten gegen den Spanier zu kaum weniger Diskussionen.

Was war passiert? Fünf Runden vor Rennende krachte Jarno Trulli mit seinem Lotus heftig in den HRT von Karun Chandhok. Um die Trümmer gefahrlos zu beseitigen, schickte die Rennleitung das Safety-Car auf die Strecke. In einer langen Schlange fuhr das neutralisierte Feld dem Ziel entgegen.

Doch in der letzten offiziellen Runde gab die Rennleitung plötzlich die Meldung an die Teams heraus, dass Safety-Car-Pilot Bernd Mayländer wieder die Box ansteuern wird. Wie es das Reglement in diesem Fall vorsieht, löschte der Deutsche die Lichter an seinem silbernen Mercedes.

Welcher Paragraph kommt zur Anwendung?

Normalerweise dürfen die Piloten schon ab der Safety-Car-Linie wieder ihre Gegner angreifen, wenn die Strecke geräumt ist, das Safety-Car in die Box abbiegt und das Rennen wieder freigegeben wird. (Reglement Art. 40.11.). Diese Linie befindet sich einige hundert Meter vor der Ziellinie. Doch in der letzten Runde gibt es eine Spezialregel, dass das Feld in unveränderter Reihenfolge über die Ziellinie fährt, wenn das Safety-Car in die Box abbiegt (Art. 40.13).

Doch warum gibt es dann überhaupt Diskussionen? Der Passus in der letzten Runde gilt eigentlich nur, wenn das Rennen hinter dem Safety-Car beendet werden muss. Damit der Safety-Car-Fahrer nicht als erster die Ziellinie nimmt, kommt es in jedem Fall in die Box, auch wenn die Strecke noch gar nicht frei ist. Dann sollte eigentlich auch keine Meldung kommen, dass das Safety-Car hereinkommt und die Lichter sollten auch nicht ausgehen, um für Klarheit zu sorgen. Das war hier nicht der Fall. In der letzten Kurve wurden außerdem grüne Flaggen geschwenkt, als Zeichen, dass die Strecke wieder frei war.

Die Frage lautete nun, welcher Artikel hier zur Anwendung kommt. Wurde das Rennen wie in Paragraph 40.11 wieder freigegeben oder ging das Feld wie unter 40.13 beschrieben unter Safety-Car-Bedingungen über die Ziellinie.

Geteilte Meinung im Fahrerlager

Auch im Fahrerlager gingen die Meinungen lange auseinander. Eric Boullier, der Teamchef von Renault, mit seiner Sicht der Dinge: "Wir haben Robert (Kubica) gesagt, er soll aufpassen. Wir haben ihn gewarnt, dass ab der Safety-Car-Linie ein Angriff kommen könnte." Dieser Meinung schließt man sich bei Mercedes natürlich an. Beide Fahrer wurden per Funk angewiesen, einen Angriff zu starten.

Bei Ferrari sieht man das wenig überraschend anders. "Wir interpretieren die Regeln so, dass man generell nicht mehr überholen darf, wenn das Rennen unter Safety-Car beendet wird", erklärte Teamchef Stefano Domenicali. "Wir haben Fernando gesagt, er soll seine Position halten und nicht angreifen."

Rennleitung bestraft Schumacher

Drei Stunden nach Rennende hat die Rennleitung endlich ein Urteil gefällt. Die Kommissare werfen Schumacher einen Verstoß gegen Artikel 40.13 vor. Das heißt, der Deutsche hat illegalerweise überholt, als das Safety-Car im Einsatz war. Der Maßnahmenkatalog sieht für ein solches Vergehen eine Durchfahrtsstrafe vor. Diese wird bei einem Vergehen zum Rennende automatisch in eine 20-Sekunden-Strafe umgewandelt. Mit diesem Zeitmalus fällt der Mercedes-Pilot von Rang sechs bis auf Platz zwölf aus den Punkten.

"Wir waren der Meinung, dass das Rennen wieder freigegeben war und nicht hinter dem Safety Car zu Ende gehen würde - dann hätte Paragraph 40.13 gegolten", erklärt Mercedes-Teamchef Ross Brawn. "Der Grund für das Safety Car war nicht mehr vorhanden, die FIA hatte "Safety Car kommt diese Runde herein" schon früh in Runde 78 mitgeteilt und die Strecke war von der Rennleitung für frei erklärt worden. Das wurde auch durch die grünen Flaggen der Streckenposten und durch das grüne Licht hinter der Safety Car Linie eins verdeutlicht."

Mercedes protestiert gegen Entscheidung

Mercedes beruft sich bei seiner Einschätzung auf vergangenen Rennen, in denen die Rennleitung anders gehandelt hatte: "Bei früheren Rennen, die hinter dem Safety Car beendet worden waren, wurde um die ganze Strecke gelb gezeigt, wie 2009 in Melbourne. Deshalb sagten wir unseren Fahrern auf der letzten Runde, sie sollten bis zur Ziellinie voll fahren. Michael überholte Fernando und übernahm Platz sechs. Gegen die Entscheidung der Sportkommissare haben wir Berufung eingelegt."

Umfrage
War das Überholmanöver von Michael Schumacher legal?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden