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Domenicali

"Es war eine schwierige Entscheidung"

Stefano Domenicali Foto: xpb 54 Bilder

Bei Ferrari steht die Technikabteilung vor dem Umbruch. Technikchef Aldo Costa musste gehen. Weitere Umbesetzungen stehen bevor. Teamchef Stefano Domenicali bezeichnete die Absetzung von Costa als "menschlich schwierige Entscheidung".

27.05.2011 Michael Schmidt

Die Entscheidung war erwartet worden. Zwei Tage nach der Schmach von Barcelona feuerte Ferrari seinen Technischen Direktor Aldo Costa. Der Ingenieur aus Parma arbeitet jetzt an Straßensportwagen. Sein Nachfolger ist Pat Fry, der letzten Sommer von McLaren zu Ferrari gewechselt war. Costa könnte nicht die letzte Personalie gewesen sein.

Teamchef Stefano Domenicali kündigte einen Umbruch im Technikbüro an. Jetzt fragen sich alle: Sind Chefdesigner Nicolas Tombazis und Aerodynamikchef Marco de Luca die Nächsten? Aldo Costa stieg nach dem Abschied von Rory Byrne 2006 zum Technikchef auf. Der enttäuschende Saisonbeginn brach ihm das Genick. Domenicali bestreitet jedoch, dass die Überrundung von Barcelona ausschlaggebend dafür war. "Manchmal fällt das Timing einer solchen Entscheidung zufällig mit einem schlechten Resultat zusammen. Über die internen Gründe möchte ich nicht sprechen. Klar ist, dass die Resultate nicht unseren Vorstellungen entsprechen."

Costas Rauswurf bedeutet Neustart

Pat Fry ist zum ersten Mal in seiner Karriere Technikchef. Domenicali sieht darin kein Problem: "Er ist nicht so emotional wie wir Italiener und sieht das cool. Er hat immense Erfahrung in der Formel 1, kennt viele Leute und er stürzt sich mit Vollgas in seine neue Aufgabe." Domenicali bezeichnet Costas Entmachtung als "menschlich schwierige Entscheidung."

Als Verantwortlicher müsse er aber zuerst an das Wohl des Rennstalls denken. "Jede Entscheidung hat einen Effekt für die Zukunft. Der Wandel braucht Zeit. Wir wissen auch, dass sich in den nächsten Tagen nichts ändern wird. Es ist eine Art Neustart mit neuen Arbeitsmethoden, neuen Konzepten, neuen Philosophien."

Domenicalis Ruf nach mehr Innovation legt den Verdacht nahe, dass Costa den Chefs von Ferrari zu konservativ war. Das Auto wurde aber nicht von ihm gebaut. Dafür sind Nicolas Tombazis, Roberto Fainello, Marco de Luca, Simone Resta und andere zuständig.

In den italienischen Medien rumort es bereits. Wer kommt als nächster nach Maranello? Vielleicht Renault-Chefdesigner Tim Densham? Oder der bei Williams gefeuerte Chefaerodynamiker Jon Tomlinson? Oder bedient man sich aus dem riesigen Fundus von McLaren? Red Bull hat seine wichtigsten Ingenieure in weiser Voraussicht für üppige Gehaltserhöhungen an sich gekettet.

Hat Ferrari die Saison bereits abgehakt?

Die nächsten Rennen werden zeigen, wann sich Ferrari aus der Entwicklung des aktuellen F150 ausklinkt und mit dem Bau des 2012er Autos beginnt. Wenn Fernando Alonso und Felipe Massa in den nächsten fünf Rennen nicht die Kurve kriegen, könnte im Technikbüro schon früh die nächste Saison eingeläutet werden. Auf die Frage, ob sein eigener Posten in Gefahr ist, gibt sich Domenicali keinen Illusionen hin: "Ich kenne die Regeln. Wenn die Leistung nicht stimmt, muss der bezahlen, der an der Spitze steht."

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