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Verbot für Doppel-DRS

Technik-Trick für sieben Rennen

Red Bull Doppel DRS GP Japan 2012 Foto: ams 31 Bilder

Die FIA zieht die Schlingen immer weiter zu. Doppel-DRS wird 2013 verboten. Zumindest die Spielart, wie es Mercedes seit Saisonbeginn und Red Bull seit dem GP Italien praktizieren. Die passiven Systeme, die Lotus und Mercedes bis jetzt nur im Freitagstraining getestet haben, bleiben erlaubt.

11.10.2012 Michael Schmidt

Die Halbwertszeiten der Tricks der Ingenieure werden immer kürzer. Kaum kommt einer mit einer Idee, die ein teures Wettrüsten nach sich ziehen könnte, schiebt die FIA spätestens am Ende des Jahres einen Riegel vor. So war das mit dem Doppeldiffusor und dem F-Schacht, und so wird es auch mit dem Doppel-DRS von Mercedes und Red Bull sein.

Der Mercedes-Trick leitet Luft bei aktiviertem DRS vom Heckflügel über ein sechs Meter langes Kanalsystem in den Frontflügel. Dort wird die Luft dann auf der Rückseite des Flügels abgeblasen. So reduziert sich der Luftwiderstand vorne wie hinten simultan. Das soll unterbunden werden. Der Entwurf für das technische Reglement für 2013 verbietet Kanäle durch das Auto, die über die Vorderachse hinausführen. Einzige Ausnahme: Der Kabelbaum.

Red Bull bläst Flügel an drei Stellen an

Auch Red Bull wird sein Doppel-DRS 2013 wieder einpacken müssen. Es ist viel simpler als das von Mercedes. Wenn der Heckflügel-Flap hochklappt, wird über zwei Schächte auf der Innenseite der Endplatte Luft in ein Kanalsystem gesaugt. Statt aber wie Mercedes eine Verbindung zum Frontflügel zu legen, bläst Red Bull die Luft eine Etage tiefer durch zwei kleine Schlitze in den Endplatten, die wie Düsen wirken, unterhalb des unteren Heckflügelelements wieder ab.

Zusätzlich führt von den Endplatten ein kleiner Kanal durch den Flügel hindurch, Über einen Schlitz in der Mitte des Segments bläst sie wieder nach draußen. Das ist erlaubt, weil die mittleren 150 Millimeter nicht der Zehnzentimeter-Radiusregel folgen und man dort auch Löcher im Flügel anbringen darf. Im nächstjährigen Reglement wird aber ein Passus stehen, der es untersagt, dass sich beim Öffnen des Heckflügel-Flaps irgendwo anders am Auto die Architektur der Aerodynamik verändert.

Mercedes und Lotus testen passive Systeme

Passive Systeme, wie sie Lotus und Mercedes zuletzt mehrfach getestet haben, bleiben erlaubt. Dabei bestimmt ein Staudruckmesser am Ende der Airbox, wo die Luft abgeblasen wird, die durch einen vertikalen Steg zwischen den beiden Heckflügelelementen strömt. Unterhalb der kritischen Grenze bläst die Luft nach hinten ab. Wird ein bestimmter Staudruck überschritten, tritt sie nach oben aus und stört so die Strömung am Heckflügel.

Ein endgültiges Wort ist noch nicht gesprochen. Das technische Reglement für 2013 muss erst verabschiedet werden. "Wir hängen etwas in der Luft, wie weit wir mit unserem System gehen dürfen", bestätigt Lotus-Technikchef James Allison.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal, wie genau das Red Bull-System funktioniert.

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