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Doppelte Strafe für lose Räder

Neue Regel verlangsamt Boxenstopps

Daniel Ricciardo - GP Malaysia 2014 Foto: Red Bull 12 Bilder

Daniel Ricciardo ist das erste Opfer. Der Australier musste wegen eines losen linken Vorderrades nach seinem dritten Boxenstopp eine Zehnsekunden-Stop-and-Go-Strafe absitzen und er wird in Bahrain zehn Startplätze zurückversetzt. Die Doppelstrafe bremst die Boxenstopps, weil keiner das Risiko eines Fehlers eingehen will.

01.04.2014 Michael Schmidt

Daniel Ricciardo ist ein armer Hund. Der dritte seiner fünf Boxenstopps, die ihn insgesamt für 3.47,990 Minuten in der Boxengasse festhielten, kommt den Australier teuer zu stehen. Dem Mechaniker am linken Vorderrad unterlief ein unglücklicher Fehler. Er war sich nicht sicher, ob das Rad fest angezogen war, gab ein Zeichen, setzte neu an, doch kam dabei auf die falsche Taste. "Statt das Rad festzuschrauben, hat er es wieder gelöst", erzählte Teamchef Christian Horner.

Ricciardo hielt nach 50 Metern an. Er sah, wie das linke Vorderrad eierte. Immerhin war es noch dran. Doch das zählt nicht. Egal ob locker oder ganz weg: Das fällt unter die Rubrik "unsafe realease". Und das setzt seit diesem Jahr eine drakonische Strafe.

Neue Regel auf Wunsch der Teams

Der Fahrer muss eine Zehnsekunden-Stop-and-Go-Strafe absitzen und im nächsten Rennen zehn Startplätze zurück. "Das ist unfair, gleich doppelt zu strafen", polterte Red Bull-Berater Helmut Marko. Ein FIA-Mann belehrte die Kritiker: "Die neue Regel wurde auf Wunsch der Teams eingeführt."

Im letzten Jahr ging ein loses Rad nur auf den Geldbeutel. Williams zahlte pro Vergehen 60.000 Euro. Jetzt tut es sportlich weh. "Damit sind zwei Rennen kaputtgemacht", gibt Mercedes-Teammanager Ron Meadows zu bedenken. Die Reaktion bei den Silberpfeilen: "Wir riskieren nichts mehr, gerade in unserer komfortablen Lage. Lieber ist der Stopp eine Sekunde langsamer, aber sicher."

Boxenstopps werden langsamer

So denken auch andere Teams. Die Boxenstopp-Zeiten gingen drastisch nach oben. Letztes Jahr brauchte Mark Webber als Bester von der Boxeneinfahrt bis zur Ausfahrt inklusive Stopp 20,736 Sekunden. Diesmal war Fernando Alonso der schnellste. Mit 24,222 Sekunden. Also 3,5 Sekunden langsamer als vor einem Jahr. Allerdings geht nicht alles auf das Konto der Sicherheitsmaßnahme.

Die meiste Zeit verlieren die Piloten durch das reduzierte Boxengassen-Tempo (jetzt 80 statt 100 km/h). Wie viel die drohende Strafe genau kostet, lässt sich somit schwer sagen. Wir erwarten aber, dass es noch etwas dauert, bis die nächsten Reifenwechsel-Rekordmarken aufgestellt werden.

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