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Doppeltes Pech für Rosberg

Rosbergs abenteuerlicher Singapur-Defekt

Nico Rosberg - GP Singapur 2014 Foto: xpb 110 Bilder

Nico Rosberg hat seinen Ausfall von Singapur mental abgehakt. Und das war in diesem speziellen Fall nicht einfach. Weil so zwei unglückliche Zufälle zusammenkommen mussten, um die Elektrik seines Mercedes lahmzulegen. Hier ist die unglaubliche Vorgeschichte eines Defekts.

02.10.2014 Michael Schmidt

Als Nico Rosberg 30 Minuten vor dem Start zum ersten Mal den Funk-Knopf am Lenkrad drückte, da war die Leitung tot. Es war der Beginn eines Leidensweges, der nach 13 Runden zu seinem zweiten Ausfall in dieser Saison geführt und ihn mindestens 18 WM-Punkte gekostet hat. Eine Woche später war man bei Mercedes schlauer. Die Ingenieure haben den mysteriösen Schaden bis auf seinen Ursprung zurückverfolgt. Herausgekommen ist eine abenteuerliche Geschichte.

Putzmittel greift Kabel an

Die Lenksäule von Mercedes ist aus Karbon. Um die Kohlefaser-Strukturen der Röhre auf Risse zu untersuchen, wird ein spezielles Gel verwendet, mit dem man feinste Beschädigungen via Ultraschall sichtbar machen kann. Dieser Check passiert in der Regel sieben Tage vor jedem Rennen. Weil die Lenksäule ein sicherheitskritisches Bauteil ist. Mercedes macht diese Prozedur seit acht Jahren. Nie gab es ein Problem. Diesmal schon.

Um das Gel wieder aus der Lenksäule zu bringen, wird ein spezielles Putzmittel verwendet. In Rosbergs Auto hatte man vergessen, es vollständig abzusaugen. Die Flüssigkeit nistete sich in der Lenksäule ein, während die Fahrzeuge auf die Reise nach Singapur gingen. In den sieben Tagen hatte das Mittel genug Zeit, sich durch die Kabelisolierungen zu fressen und just im schlimmsten Moment für einen Kurzschluss zu sorgen.

Rosberg-Problem im dümmsten Moment

Für Rosberg besonders ärgerlich: "Kann das nicht in einem der freien Trainings passieren? Oder als wir den Motor in den Stunden vor dem Rennen angelassen haben?" Hätte Mercedes rechtzeitig den Schaden bemerkt, hätte es eine Stunde gedauert, um die entsprechenden Teile auszutauschen. Dass es Rosbergs Auto betroffen hat und nicht das von Teamkollege Lewis Hamilton war purer Zufall. Aus Sicht des Teams war es vielleicht ausgleichende Gerechtigkeit. Man stelle sich vor, Hamilton hätte es erwischt. Dann wären in England schnell wieder Sabotage-Gerüchte aufgetaucht.

Nico Rosberg gibt zu, dass ihn dieser Ausfall mitgenommen hat. "Normalerweise versuche ich keine Energie mit Dingen zu verschwenden, die ich nicht beinflussen kann. Ein Ausfall, an dem ich selbst schuld bin, wäre schlimmer. Aber die Nummer in Singapur war für mich ein schwerer Moment. Ich habe es aber geschafft, einigermaßen schnell darüber hinwegzukommen und nach vorne zu schauen."

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