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Drei Gegner für Vettel

Alarm in Sachen Lichtmaschine

Mark Webber Lichtmaschine GP USA 2012 Foto: xpb 66 Bilder

Sebastian Vettel geht mit 13 Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso in das WM-Finale von Sao Paulo. Doch das ist kein Ruhekissen. Vettel hat im WM-Finale gleich mit drei Gegnern zu kämpfen: Alonso, der Lichtmaschine, und dem Wetter.

19.11.2012 Michael Schmidt

Dieser dritte WM-Titel ist noch lange nicht auf dem Konto von Sebastian Vettel. 13 Punkte Vorsprung auf Fernando Alonso sind kein Ruhekissen. Auch wenn Vettel beim GP Brasilien ein vierter Platz reicht, um auf jeden Fall Weltmeister zu werden. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Interlagos ist berühmt für Chaosrennen. Und Sao Paulo für sein launisches Wetter. Alonso hat in der Rolle des Jägers einen kleinen psychologischen Vorteil. Er kann mehr gewinnen als verlieren. Und da wäre dann noch der Defektteufel, der Red Bull wieder mal heimgesucht hat.

Defekte Lichtmaschine sorgt wieder für Ärger

Als Mark Webber seinen Red Bull in der 19. Runde des GP USA am Streckenrand parkte, da gingen am Kommandostand die Alarmglocken an. "Wir wussten es schon zwei Runden vorher. Da spielte es auch keine Rolle mehr, dass an Marks Auto KERS ausgefallen war. Wahrscheinlich war es sogar eine Folge davon, weil die Batterie keinen Strom mehr bekam", erzählte Red Bull-Technikchef Adrian Newey.

Die Renault-Ingenieure konnten es nicht fassen. Es war der siebte Defekt an einer Lichtmaschine nach Vitaly Petrov in Monte Carlo, Sebastian Vettel und Romain Grosjean in Valencia, Jérôme d'Ambrosio, Mark Webber und Sebastian Vettel in Monza.

Seit Vettels Ausfall in Monza hatten Renault und Magneti Marelli Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um das Problem zu lösen. Nach einer eingehenden Analyse einer vorbeschädigten Lichtmaschine entdeckte man endlich die Ursache. Der Defekt nimmt von einem der beiden Lager des Rotors seinen Ausgang. "Auch diesmal war es wieder das Lager", bedauerte Renault-Ingenieur Remi Taffin.

Red Bull in Austin mit alten Modellen bestückt

Nach Monza kamen zwei Typen Lichtmaschine in Umlauf. Eine ältere Spezifikation von 2011 und eine zwei Mal modifizierte aus diesem Jahr. Die modifizierte neue Version kam in Singapur, Korea, Indien und Abu Dhabi nur am Freitag zum Einsatz. "Wir mussten Kilometer auf diesen Typ fahren, weil die Schäden zuvor meistens nach geringer Laufleistung auftraten", erklärt Renault-Motorenchef Rob White.

In der Zwischenzeit wurden bei Red Bull, Lotus, Williams und Caterham im Rennen die älteren Spezifikationen gefahren. Die kamen aber beim GP Abu Dhabi ans Ende ihrer Laufleistung. Deshalb wurden die zwei Lotus und die zwei Caterham in Austin mit der neueren Variante bestückt, deren vier Exemplare jeweils rund 2.000 Kilometer auf dem Buckel hatten. Diese Alternatoren hielten klaglos durch. Für Adrian Newey spielt es keine Rolle, welche Lichtmaschine im Auto ist: "Renault hat seit 2005 ein Problem damit, und zwar nur Renault. Wir können nichts tun, außer zu hoffen, dass alles hält."

Nur für Red Bull hatte man für Austin aus Sicherheitsgründen zwei Exemplare älteren Datums aufgehoben. Sie hatten bis zu ihrem Einsatz in Austin nur wenige Kilometer abgespult. "Sie waren relativ neu", gab Taffin zu. Trotzdem hat es Webber jetzt erwischt. Und das muss Vettel Sorgen machen. Auch wenn er versucht die Seuche kleinzureden.

"Wir haben das Problem in den letzten Rennen ganz gut gelöst. Ich glaube, dass wir seit den Schäden von Monza genug Informationen haben, darauf zu reagieren. Wir sollten für Brasilien gut gerüstet sein." Für Remi Taffin gibt es bereits eine Lösung. Die Red Bull werden jetzt wie Lotus und Caterham mit der neueren Spielart bestückt, die sich bereits 2.000 Kilometer bewährt hat.

Spielt das Wetter Ferrari in die Karten?

Neben Alonso und der Lichtmschine gibt es noch einen dritten Gegner für Vettel beim Finale in Brasilien. McLaren-Chef Martin Whitmarsh verrät: "Der Wetterbericht steht auf Regen für den Renntag. Wir wissen, was das auf dieser Strecke heißt: Es kann alles passieren." Regen könnte für Alonso zum besten Mitspieler werden.

Auf nasser Piste war der Ferrari in dieser Saison bislang klar das beste Auto. Alonso gewann in Malaysia, und er startete nach den Regentrainings von Silverstone und Hockenheim beide Male von der Pole Position. Red Bull-Berater Helmut Marko kontert: "Wir haben im Regen aufgeholt. Ferrari wird nicht mehr überlegen sein."

Gibt es denn gar keine positiven Nachrichten für Vettel? Doch, eine. Die McLaren könnten in Brasilien zu seinen Freunden werden. In Austin haben sie Vettel noch sieben Punkte geklaut, doch in Sao Paulo werden sie Alonso die Punkte stehlen. Wenn der Spanier nicht gewinnt, hat Vettel ein noch leichteres Spiel. Wird Alonso Zweiter, reicht Vettel schon ein siebter Platz.

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