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Dreikampf um den WM-Titel

Zwei Red Bull gegen einen Alonso

Alonso Webber GP England 2012 Foto: xpb 69 Bilder

Nachdem die WM-Wertung in der Spitze lange ausgeglichen war, kristallisieren sich langsam drei Kandidaten heraus. Fernando Alonso muss sich gegen zwei Verfolger von Red Bull wehren. Teamchef Christian Horner erwartet nicht, dass seine beiden Fahrer wieder Dummheiten machen, wie noch 2010.

08.07.2012 Tobias Grüner

Die Streckenbetreiber von Silverstone haben sich in diesem Jahr ein neues Podium geleistet. Die Piloten, die unter dem großen Bogen mit den Unterschriften der bisherigen England-Sieger mit Champagner spritzten, waren aber die gleichen wie 2011. Allerdings wurde die Reihenfolge einmal ordentlich durchgemischt.

Ferrari setzt auf harte Reifen

Fernando Alonso, der im Vorjahr noch triumphierte, musste dieses Mal mit Rang zwei zufrieden sein. So ganz wollte sich die Freude nach dem Rennen aber nicht zeigen. "Wenn man das ganze Rennen führt und vier Runden vor dem Ziel überholt wird, ist man im ersten Moment natürlich enttäuscht. Aber die 18 Punkte sind die gleichen, die es gegeben hätte, wenn ich kurz vor Schluss vom dritten auf den zweiten Platz gekommen wäre."

Sebastian Vettel fügte an: "Wenn das Rennen noch zwei, drei Runden länger gelaufen wäre, hätte ich dieses Szenario vielleicht erlebt, das Fernando gerade angesprochen hat. Ein Red Bull-Doppelsieg war heute sicher im Bereich des Möglichen." Alonso konnte in seinem letzten Stint auf weichen Reifen nicht mehr mit den schnellen Rundenzeiten seiner Verfolger mithalten.

Teamchef Stefano Domenicali erklärte: "Wir wussten, dass wir mit den harten Reifen besser sein würden. Deshalb sind wir auf harten Reifen gestartet, um am Anfang einen langen Stint fahren zu können und am Ende nur noch ein paar Runden mit den weichen. Wir hatten ein Problem mit Untersteuern unter diesen Bedingungen. Das müssen wir analysieren."

Zwei Bullen gegen ein Pferd im WM-Kampf

Mark Webber konnte seinen Rückstand in der WM-Wertung mit dem Sieg auf 13 Punkte reduzieren und liegt nun in unmittelbarer Schlagdistanz. "Die zwei konstantesten Fahrer des Jahres liegen vorne. Das ist der Schlüssel", analysierte Red Bull-Teamchef Christian Horner. Sein zweiter Pilot ist mit 29 Zählern aber auch nur etwas mehr als einen Sieg entfernt, obwohl Vettel schon zwei Mal in diesem Jahr einen Nuller schrieb.

Gibt es wieder Stress im Bullencamp wie schon 2010? Als Vettel und Webber zuletzt gegeneinander um den WM-Titel kämpften eskalierte das Duell - bis hin zur Kollision in Istanbul. Beinahe hätte Alonso damals von der Fehde profitiert. Im Kampf gegen alonso könnte auch problematisch werden, dass sich Vettel und Webber gegenseitig die Punkte wegnehmen. "Solche Kopfschmerzen hat man gerne", grinste Teamchef Horner das unliebsame Thema weg.

Der Brite glaubt nicht, dass der teaminterne Zweikampf wieder ausarten wird: "Beide haben mittlerweile so viel Erfahrung. Seb hat zwei Titel gewonnen. Er ist die Messlatte. Es ist eine sehr gesunde Beziehung der beiden. Sie haben viel gegenseitigen Respekt, was sich auch im direkten Zweikampf auf der Strecke zeigt."

Kann McLaren noch einmal zurückschlagen?

Der erste McLaren von Lewis Hamilton ist mit 37 Punkten Rückstand auf Alonso schon ein gutes Stück entfernt. Der Weltmeister von 2008 sammelte in den letzten beiden Rennen nur vier Pünktchen. Der Trend spricht gegen das Team aus Woking. "Sie waren heute kein Faktor", so Horner. Der Brite warnte aber vor zu früher Freude. "Zu diesem Zeitpunkt der Saison schreibe ich niemanden ab. Auch Jenson Button nicht."

Kollege Domenicali stimmte zu. "Der Kampf ist eng. Es ist schön, dass Fernando immer noch führt. Es ist auch gut, dass Lewis und Sebastian Punkte verloren haben. Die WM ist aber immer noch sehr offen. Ich bin sicher, dass die McLaren wieder zurückschlagen werden. Ich war auch von der Pace von den Lotus beeindruckt. Es bleibt wohl spannend bis zum Ende."

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