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Ecclestone Bestechungsaffäre

Mercedes drängt auf Ablösung

Bernie Ecclestone - Formel 1 - GP Italien - 08. September 2012 Foto: xpb

Die Bestechungsaffäre um den Verkauf von Formel-1-Anteilen ist für Chefvermarkter Bernie Ecclestone noch immer nicht ausgestanden. Nun droht dem Briten offenbar verschärfter Widerstand von Mercedes.

15.10.2012 dpa

Mercedes macht Druck auf Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone. Der Werksrennstall strebt für den Fall einer Anklage gegen den Briten wegen des Verdachts der Bestechung angeblich die Absetzung des Geschäftsführers an. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Sollte Anklage erhoben werden, wollen die Schwaben demnach mit den anderen Teams und den Sponsoren über Ecclestones Position diskutieren und einen Abgang des 81-Jährigen forcieren. "Wir wollen, dass die Formel 1 ein sauberer Laden ist", wurden Daimler-Konzernkreise zitiert.
 

Ecclestone immer noch unter Bestechungsverdacht

Ein Mercedes-Sprecher wollte den Bericht am Rande des Großen Preises von Südkorea weder dementieren noch bestätigen. "Wir bitten um Verständnis, dass wir Spekulationen nicht kommentieren", hieß es. Fraglich ist zudem, ob die übrigen Teams einem Versuch, Ecclestone im Falle einer Anklageerhebung abzulösen, überhaupt zustimmen würden. Indes könnte sich bei Anklageerhebung auch innerhalb der Formel-1-Besitzergesellschaft CVC Widerstand gegen Ecclestone regen.

Ecclestone soll dem früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld im Zuge des Verkaufs der Bank-Anteile an der Formel 1 bezahlt haben. Das Geld hatte Gribkowsky zudem nicht versteuert. Der Ex-Banker war deshalb vor drei Monaten zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Mit seinen Aussagen bei der Münchner Staatsanwaltschaft hatte Gribkowsky Ecclestone zuletzt schwer belastet, so dass eine Anklage gegen den Briten geprüft wird.

Demnach soll Ecclestone gewusst haben, dass Gribkowsky Amtsträger war und damit kein Geld annehmen durfte. Zudem könnte der Preis für den Aktien-Deal zu niedrig gewesen sein. Ecclestones Anwälte wollen eine Anklage verhindern. Der Brite beteuerte stets, er habe sich von Gribkowsky erpresst gefühlt.

Für die Zustimmung zum neuen Formel-1-Grundlagenvertrag zwischen den Rennställen, dem Automobilweltverband FIA und dem Vermarkter FOM soll sich Mercedes mehrere Rechte gesichert haben. "Vertraglich sind wir in der Formel 1 genauso nach Daimler-Standard aufgestellt wie überall anders auch", sagte der Mercedes-Sprecher. Dies beträfe auch "das Thema Compliance", also die für Großkonzerne üblichen Regeln zu Abwehr von unsauberen Geschäften.

Laut Bericht soll dies neben Akteneinsicht etwa auch beinhalten, personelle Konsequenzen zu verlangen, sollte ein Formel-1-Manager wegen Gesetzesverstößen verurteilt werden. Für den Fall, dass sich dieser Manager an der Macht hält, hätte Daimler wie jeder andere Großkonzern das Recht, sich zurückzuziehen. Der neue Grundlagenvertrag, das sogenannte Concorde Agreement, soll am 23.Oktober präsentiert werden.

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