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Ecclestone bezahlt Rechnung

Force India muss um Start zittern

Ecclestone & Mallya Foto: Force India 32 Bilder

Die Force India-Fahrer Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella müssen noch um ihren Start beim Grand Prix von Ungarn zittern. Schon am Nürburgring konnten beide nur fahren, weil F1-Boss Bernie Ecclestone offene Rechnungen beglich.

12.07.2009 Michael Schmidt

Es war ein Tag gemischter Gefühle. Adrian Sutil hatte mit dem siebten Startplatz das beste Trainingsergebnis in der Geschichte von Force India erzielt. Der 26-jährige Deutsche stellte sein Auto mit einer sensationellen Fahrt vor beide Ferrari, obwohl er mehr Benzin an Bord hatte. Und trotzdem mussten er und sein Teamkollege Giancarlo Fisichella um den Start beim GP Deutschland zittern.

Force India streitet mit Lieferanten

Es geht um unbezahlte Rechnungen. Der Motorhome-Hersteller Futurecom, hinter dem der frühere Teamchef Colin Kolles steckt, fordert von Force India 1,5 Millionen Euro. Das Team will aber wegen erheblicher Baumängel nur 300.000 Euro bezahlen. Auch bei einem Lieferanten gab es Außenstände. Die deutsche Firma Formtech fertigt Komponenten für Force India, wurde aber seit geraumer Zeit nicht mehr bezahlt. Es ging um 800.000 Euro. Am Freitag tauchten Vertreter von Futurecom im Fahrerlager des Nürburgrings auf und drohten, die Autos stillzulegen, sollten nicht endlich die Außenstände beglichen werden.

Bis Samstag ließen sich die Herrschaften noch hinhalten, doch dann wurde es ernst. Während es über die Forderung des Motorhome-Herstellers verschiedene Ansichten gibt, waren die Ansprüche von Formtech unstrittig. Weil Teamchef Vijay Mallya nicht in der Lage war, das Geld in der Kürze der Zeit aufzutreiben, streckte Bernie Ecclestone die 800.000 Euro vor. Das Geld wäre nächste Woche ohnehin auf dem Force India-Konto eingetroffen. Der Rennstall erwartet die Quartals-Zahlung aus dem Topf der TV- und Startgelder.

Gerichtsverfahren mit Futurecom?

Bei Futurecom liegt der Fall komplizierter. Weil man sich über die Höhe der Summe streitet, sollte die Angelegenheit vor einem deutschen Gericht landen. Dazu müsste Force India die geforderte Summe von 1,5 Millionen Euro hinterlegen. Ecclestone garantierte nun auch für diese Summe. Der Kläger muss für die Aufnahme eines Verfahrens eine Sicherheit von 400.000 bei Gericht abliefern. Das war bis zum Samstagabend nicht passiert. Sollte die Summe eintreffen, würde die Angelegenheit vor einem Richter und nicht am Nürburgring geklärt. Force India wäre also vorerst aus dem Schneider.

Trotzdem ist man im Team von Vijay Mallya misstrauisch. "Wir haben den Eindruck, dass Futurecom kein Interesse hat, die Sache vor einem Gericht zu klären. Sie wollen das Geld direkt vor Ort kassieren", sagt die graue Eminenz im Team Ian Phillips. Um bei Nichtbegleichung der Rechnung die Autos stillzulegen, bräuchten die Kläger eine richterliche Anordnung.

Ungarn-Start in Gefahr

"Ohne die nötigen Papiere kommt hier keiner ins Fahrerlager", erklärte Bernie Ecclestone, der gehofft hatte, die Angelegenheit mit seinen Zahlungen friedlich zu lösen. Doch auch wenn Futurecom der Zugriff auf die Autos vor dem Start nicht gelingt, ist die Angelegenheit nicht erledigt. Das Team fürchtet, dass in diesem Fall ihre Gläubiger die Renntransporter beschlagnahmen lässt, wenn sie am Abend das schützende Fahrerlager verlassen.

Bei diesem Szenario stünde ein Start beim GP Ungarn in 14 Tagen in Frage. Um das zu verhindern will Bernie Ecclestone vor dem Start noch einmal mit den Vertretern von Futurecom sprechen. Fortsetzung folgt.

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