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Ecclestone

Doch keine F1-Piratenserie

Foto: dpa

Update + + Im Machtkampf um die Zukunft der Formel 1 hat Rechte-Inhaber Bernie Ecclestone eingelenkt und die Idee einer "Piratenserie" außerhalb der Hoheit des Automobil-Weltverbands FIA verworfen.

13.06.2008

Er wolle vielmehr eine Rennserie im "selben Format" wie in den vergangenen 25 Jahren, schrieb der Brite in einem Brief an alle FIA-Mitgliedsverbände, aus dem britische Zeitungen am Freitag zitierten. Nach einem Sex-Skandal um FIA-Chef Max Mosley hatte sich der Streit um die zukünftige Ausrichtung der Formel 1 und die Rolle der FIA als Regelbehörde verschärft. Nun legte Ecclestone offensichtlich den Rückwärtsgang ein.

Freundliche Töne

"Der kalte Krieg nimmt eine neue Wendung", urteilte die Londoner "Times". Von seinen unmissverständlichen Rücktrittsforderungen an den umstrittenen Mosley will der 77-Jährige plötzlich nichts mehr wissen. "Max war seit 40 Jahren mein Freund und ich hoffe, er ist es immer noch", erklärte Ecclestone in seinem Schreiben. Beobachter hatten das Abrücken des Formel-1-Chefs von seinem langjährigen Wegbegleiter ohnehin vor allem als taktisches Manöver im Ringen um eine neue "Verfassung" für die Königsklasse des Motorsports gesehen.

Seit Monaten schon wird hinter den Kulissen um ein neues Concorde Agreement debattiert, dass die Zusammenarbeit zwischen der FIA, den Rennställen und den kommerziellen Rechte-Inhabern regeln soll. Doch die Parteien sind uneinig, die Gerüchteküche kocht. Ecclestones Partner, die CVC-Gruppe, ist angeblich an einem Verkauf der Rechte interessiert und soll nach Informationen des Branchendienstes "grandprix.com" mit Medien-Unternehmer Rupert Murdoch verhandeln. Das Veto-Recht der FIA wirke dabei höchst störend, meinen Experten.

Auch deshalb habe sich Ecclestone zuletzt von Mosley distanziert, nachdem ein Video aufgetaucht war, das den FIA-Chef bei Sexspielen mit fünf Prostituierten zeigt. Auch mehrere in der Formel 1 tätige Automobilhersteller wie BMW und Mercedes sowie große FIA-Mitglieder die der ADAC stellten sich gegen Mosley, doch die Mehrzahl der FIA-Clubs votierte bei einer Vertrauensabstimmung für den Präsidenten. "Das ist nun klar gestellt", befand Ecclestone. Es sei ohnehin "nur die Meinung" einiger Hersteller und Sponsoren gewesen, dass Mosley wegen "einer Privatsache" zurücktreten solle, ließ der Formel-1-Boss wissen.

Schuld der Medien

Auch die Diskussionen um eine "Piratenserie" sei lediglich durch verwirrende Medienberichte entstanden, schrieb er. Dagegen hatten einige Teamchefs am Rande des Großen Preises von Kanada am vergangenen Wochenende nach einer Sitzung mit Ecclestone von dessen Vorstoß für eine eigene Rennserie berichtet. Doch nun erklärte der Brite, sein Unternehmen sowie die Rennställe und Vermarkter seien an einer Fortsetzung des bisherigen Concorde Agreement interessiert - und damit auch an der Rolle der FIA als oberste Regelbehörde. "Wir hoffen, dies bleibt so", schrieb Ecclestone.

Ob der "Kampf der alten Männer" zwischen ihm und dem 68-jährigen Mosley damit beendet ist, bleibt jedoch unklar. Laut "Times" sagte Mosley in dieser Woche ein geplantes Treffen mit Ecclestone verstimmt ab.

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