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Ecclestone-Eklat

Hitler-Äußerungen sorgen für Empörung

GP Bahrain 2009 Foto: Daniel Reinhard 15 Bilder

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat mit anerkennenden Worten für Hitler Empörung ausgelöst. Der 78-jährige Milliardär äußerte sich abschätzig über Demokratien und würdigte die Macht Adolf Hitlers, "Dinge erledigen zu können".

06.07.2009

In einem Interview mit der konservativen britischen Tageszeitung "The Times" ließ Ecclestone zudem Zweifel durchblicken, dass Hitler seine Verbrechen tatsächlich alle begehen wollte.


Fassungslosigkeit in der Politik und der Öffentlichkeit

"Vermutlich ist es schrecklich, das zu sagen, aber abgesehen von der Tatsache, dass Hitler überzeugt wurde, Dinge zu machen, von denen ich nicht weiß, ob er sie wollte oder nicht, war er in der Lage, eine Menge Menschen zu befehligen und Dinge erledigen zu können", sagte Ecclestone laut "Times". "Am Ende hat er die Orientierung verloren, also war er kein sehr guter Diktator. Entweder wusste er, was vor sich ging und bestand darauf, oder er hat sich dem einfach angeschlossen."

Politiker und Publizisten reagierten fassungslos auf die Äußerungen. "Entweder ist Herr Ecclestone ein Idiot oder er hat eine abstoßende Moral", sagte der Herausgeber der jüdischen Zeitung "Jewish Chronicle", Stephen Pollard. Ähnlich äußerte sich der Labour-
Abgeordnete und Vorsitzende eines Forschungsinstituts zum Antisemitismus, Denis MacShane: "Wenn Herr Ecclestone ernsthaft glaubt, dass Hitler dazu überredet werden musste, sechs Millionen Juden zu ermorden, jedes europäische Land zu überfallen und London zu bombardieren, dann hat er entweder von Geschichte keine Ahnung oder überhaupt kein Urteilsvermögen."

Ecclestone kritisiert Politik und Demokratie

Ecclestone ging auch mit der Arbeit demokratischer Politiker scharf ins Gericht. Demokratie habe für viele Länder nicht viel Gutes gebracht, das gelte auch für Großbritannien. "Politiker machen sich zu viele Sorgen über Wahlen", sagte er. "Wir haben etwas Schreckliches gemacht, als wir die Idee unterstützten, Saddam Hussein loszuwerden. Er war der Einzige, der dieses Land kontrollieren konnte", sagte der Brite mit Blick auf den Irak.

Ecclestone setzt auf starke Führer

"Ich ziehe starke Führer vor. Margaret Thatcher traf Entscheidungen und zog den Job durch. Sie hat das Land langsam hochgebracht. Wir haben zugelassen, dass es wieder bergab geht. All diese Kerle, Gordon und Tony, versuchen jedem zu gefallen", sagte er mit Blick auf den britischen Premierminister Gordon Brown und dessen Vorgänger Tony Blair.

Als starken Führer sieht Ecclestone auch den Chef des Automobil-Weltverbands (FIA), Max Mosley. Dieser gäbe aus Sicht von Ecclestone auch einen guten britischen Premier ab. "Max würde einen tollen Job machen. Er kann Menschen gut führen." Mosleys Vater Oswald hatte in den 30er Jahren die rechtsextreme British Union of Fascists (BUF) gegründet.

Schon früher stieß Ecclestone mit bisweilen eigenwilligen Ansichten auf Kritik. "Demokratie und Formel 1 passen nicht zueinander - die Formel 1 bin ich", wurde der Chef-Promoter einst von den "Stuttgarter Nachrichten" zitiert.

Ecclestone mit steiler Karriere

Ecclestone regiert mit Mosley seit Jahrzehnten die Formel 1. Anfang der 80er Jahre erreichte der Sohn einer Arbeiterfamilie mit einem neuen Konzept seinen Durchbruch als Formel-1-Manager. Er wurde Präsident der Formula One Administration (FOA), Vizepräsident des Weltverbandes FIA und ist nun als erster Geschäftsführer der Formel 1-Vermarktungsgesellschaft SLEC Holding tätig. Er verhandelt mit Streckenbetreibern und treibt die Erschließung neuer Märkte voran. Ecclestone brachte die Formel 1 unter anderem in die Türkei, nach China und Malaysia.

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