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Ecclestone wird Sozialist

Gleiches Geld für alle

Bernie Ecclestone - GP Kanada - Montreal - Freitag - 10.6.2016 Foto: sutton-images.com 41 Bilder

Bernie Ecclestone will spätestens zum nächsten Concorde Abkommen seinen Auszahlungsmodus revidieren. Am liebsten allerdings schon nächstes Jahr. Der Ansatz ist sozialistisch. Die Grundausschüttung an die Teams soll erhöht werden und zu gleichen Teilen erfolgen. Ein Erfolgsbonus soll Investitionen belohnen.

01.07.2016 Michael Schmidt

Bernie Ecclestones Weltbild funktionierte immer so: Die Großen fressen die Kleinen. Und wem das Geld ausgeht, der hat keinen Platz mehr an seinem Pokertisch. Deshalb bekommen im Augenblick die reichen und erfolgreichen Teams unverhältnismäßig mehr Geld als die kleinen Rennställe. Die damit nie eine Chance haben, jemals in den Club der Privilegierten aufzusteigen.

Das will Bernie Ecclestone abstellen. Ihm schwebt ein Modell vor, das an den Auszahlungsmodus der Englischen Premier League erinnert. „Wir wollen das Geld gleicher verteilen.“ Und so soll es gehen. Die Basisausschüttung an die Teams soll erhöht, die Erfolgsprämien attraktiver gestaltet und der historische Bonus deutlich zurückgefahren werden. Mit anderen Worten: Bernie Ecclestone wird auf seine alten Tage ein Sozialist.

Big Players brauchen gesunde kleine Teams

Ecclestone kann sich vorstellen, dass jedes der 11 Teams eine Basisauschüttung von 60 Millionen Dollar bekommt. Darüber hinaus soll sich Erfolg mehr lohnen. Die Abstufung von einem Platz zum nächsten soll stärker gespreizt werden. „Damit sich eine Investition in das Team für mehr Erfolg auszahlt.“

Ecclestone führt das Beispiel Mercedes an: „Sie hatten vor drei Jahren nur das normale Platzierungsgeld. Wir haben ihnen gesagt: Wenn ihr wie Red Bull zwei Mal Weltmeister werdet, kriegt den gleichen Bonus wie sie.“ Mit einem Augenzwinkern meinte der Formel 1-Boss zu Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Und ihr habt doch glatt zwei Titel geholt und mir das Geld aus der Tasche gezogen.“

Ecclestone würde den Modus am liebsten schon im nächsten Jahr einführen, zweifelt aber, ob er mit seinem Werben Erfolg hat. „Die großen Teams werden sich wahrscheinlich auf ihre Verträge berufen. Aber sie täten gut daran, es nicht zu tun. Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass ihr Schicksal auch vom Schicksal der kleinen Teams abhängt.“ Für das neue Concorde Abkommen nach 2020 will sich Ecclestone auf keine Diskussionen einlassen: „Da können wir machen, was wir wollen. Wir sagen den Teams einfach: So ist es. Lebt damit oder lasst es bleiben.“

Mercedes gibt „gutem Kompromiss“ eine Chance

Red Bull-Teamchef Christian Horner erfuhr von Bernies Plan bei einem gemeinsamen Essen letzten Sonntag. „Ich habe Bernie gesagt, dass ich nichts dagegen habe, wenn die kleinen Teams mehr Geld bekommen. Solange er uns weiter das Geld zahlt, das wir zur Zeit kriegen.“ Am meisten wird Ecclestone bei Ferrari auf Granit beißen. Der italienische Rennstall hat bislang immer auf seinen historischen Bonus gepocht.

Mercedes Teamchef Toto Wolff sieht das Problem der Ausschüttung differenziert. „Es ist gut, wenn die Ausschüttung auf drei Füßen steht. Das Grundgehalt sollte höher liegen, die Historie weniger stark belohnt werden. Und es muss einen größeren Anreiz für investiertes Geld geben. Nach dem Motto. Wenn du gut bist, kriegst du das Geld wieder zurück, dass du reingesteckt hast. So wie es bei uns der Fall war.“

Da Teams aus dem Mittelfeld selbst bei größeren Investitionen nicht gleich wie Mercedes und vorher Red Bull auf den WM-Titel hoffen dürfen, würde Wolff die Prämiensprünge für die Platzierungen deutlich größer ausfallen lassen. „Dann bekommst du eben für einen dritten statt einem vierten Platz nicht 3, sondern 30 Millionen mehr.“ Der Österreicher glaubt nicht, dass der Ecclestone-Plan vor 2020 ein Hirngespinst bleiben muss: „Wenn wir einen guten Kompromiss finden, kann ich mir vorstellen, dass es vorher einen Konsens gibt.“

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