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Formel 1-Motorenreglement

Ecclestone kämpft für den V8

Formula 1 Grand Prix, England, Thursday Foto: xpb 12 Bilder

Bernie Ecclestone startete in Malaysia eine Kampagne für den Erhalt der V8-Motoren. Der Formel 1-Chef geht damit auf Konfrontationskurs mit dem Weltverband, der ab 2013 Vierzylinder-Reihenmotoren mit Turbolader und Direkteinspritzung ausgerufen hat.

09.04.2011 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone traf sich am Freitag in Malaysia mit allen Teamchefs. Es ging um ein Thema. Soll die Formel 1 ab 2013 wie von der FIA angekündigt mit Vierzylinder-Reihenmotoren, Turbolader, Direkteinspritzung und Kers fahren oder soll sie den aktuellen Achtzylinder behalten?

Schrecklicher Sound mit Vierzylinder?

Die FIA veröffentlichte im Dezember vergangenen Jahres bereits einen detaillierten Reglementsentwurf für die neuen Motoren. Der Plan ist in der Theorie nur noch zu stoppen, wenn die Formel 1-Kommission bei der FIA die Bitte einreicht, alles beim Alten zu belassen. Für eine Abstimmung innerhalb der Formel 1-Kommission müssten sich zunächst einmal die Teams in Mehrheit für den V8 entscheiden. Frist ist Ende Juni. Wenn bis dahin kein Veto eingelegt wird, gilt die Entscheidung des FIA-Weltrats vom Dezember 2010.

Ecclestone hat seine Entscheidung bereits getroffen. "Wir brauchen keine Vierzylinder-Motoren. Das ist nicht Formel 1-like. Bei 12.000 Umdrehungen wird der Sound schrecklich klingen. Die Veranstalter laufen bereits Sturm bei mir. Sie haben Angst, dass die Fans ausbleiben." Ecclestone verweist auch auf die Kosten, die eine Neukonstruktion verursacht. Außerdem habe noch kein neuer Hersteller angebissen, obwohl das Motorenformat auch mit dem Ziel ausgerufen wurde, VW, Toyota und Honda in die Formel 1 zu holen.

Ferrari gegen Vierzylinder

Mit Ferrari hat Ecclestone einen Mitstreiter. Luca di Montezemolo hat die neuen Motoren gleich nach ihrer Verkündigung verteufelt. "Komisch", meint FIA-Präsident Jean Todt. "Alle Teams  haben letztes Jahr für den neuen Motor gestimmt. Auch Ferrari." Inzwischen mahnt auch Maranello den hohen Kostenaufwand an. Es gibt Stimmen, die behaupten, so ein neuer Motor würde vier Mal so teuer wie gedacht. Cosworth hatte behauptet, eine Neukonstruktion sei mit 30 Millionen Euro zu machen. "Hersteller kalkulieren natürlich anders als wir", sagt Cosworth-Geschäftsführer Mark Gallagher.

Cosworth muss von allen Motorenlieferant am knappsten kalkulieren. Trotzdem sagt Gallagher: "Wir bauen das, was die FIA uns vorschreibt. Wenn sie einen Einliter-Motor wollen, der mit Milch betrieben wird, dann entwickeln wir so ein Triebwerk. Wir haben als Motorenhersteller sowieso kein Mitspracherecht. Das ist Sache der Teams."

Vorteile für kleine Teams

Cosworth hat wie Ferrari, Mercedes und Renault bereits mit der Konstruktion des neuen Vierzylinder-Motors begonnen. "Zur Zeit ist es noch Kopfarbeit. Ab September geht es in die Hardware. Ab dann wird es teuer." Trotz der hohen Entwicklungskosten wird Cosworth seinen Kunden ab 2013 einen kleinen Preisnachlass gewähren. "Weil wir von der neuen Motorengeneration nur noch fünf statt acht Motoren pro Auto liefern müssen. Die Teams würden bei vier Zylindern natürlich am liebsten nur die Hälfte zahlen, was aber nicht machbar ist. Ein bisschen müssen wir den Entwicklungsaufwand mit einrechnen."

Damit hätte der R4-Turbo schon die Stimmen der kleinen Teams. Für sie spielt es eine existenzielle Rolle, wieviel der Motorenservice kostet. Auch Renault und Mercedes tendieren zu der neuen Motorenformel. Teils aus politischen, teils aus Kostengründen. "Wir unterstützen den Vierzylinder-Motor, aber für uns sind zwei Dinge wichtig", argumentiert Mercedes-Rennleiter Norbert Haug. "Erstens muss gewährleistet sein, dass sich alle vier aktuellen Motorenhersteller klar zu der neuen Formel bekennen. Mercedes hat nicht die Kapazität, die Hälfte des Feldes zu beliefern. Zweitens muss gewährleistet sein, dass der Plan der FIA aufgeht, wonach wir über fünf Jahre 30 Prozent der Kosten sparen. Dann macht eine solche Investition Sinn." Renault-Marketingchef Jean-Francois Caubet verweist auf den Schulterschluss mit der Automobilindustrie: "Die Formel 1 darf nicht an modernen Technologien vorbeiplanen."

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