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Ecclestone prangert Ferrari und Mercedes an

Brief von Ferrari an FIA

Bernie Ecclestone - Formel 1 - GP Mexiko - 31. Oktober 2015 Foto: xpb 28 Bilder

Die Formel 1 ist in Geiselhaft der Hersteller. So sieht es Bernie Ecclestone, der die Macht der Automobilkonzerne brechen will. In einem Interview mit der BBC schießt der Formel 1-Boss gegen Ferrari und Mercedes. "Wir versuchen den Sport zu retten. Sie versuchen den Sport für ihr eigenes Wohl zu retten."

11.12.2015 Andreas Haupt

Bernie Ecclestone will zurück ans Steuer und die Hersteller in der Formel 1 entmachten. Mit seinem anvisierten Billigmotor als Alternative zu den Hybrid-Monstern scheiterte der 85-Jährige zwar in der Formel 1-Kommission. Doch immerhin einigte man sich auf ein neues Motorenformat für 2018. Und der FIA-Weltrat sprach ihm und Jean Todt in seiner Sitzung am 2. Dezember ein Mandat zu.

Die beiden dürfen bei dringenden Themen rund um die Formel 1 eigenmächtig Entscheidungen treffen. Explizit nennt der Weltrat Bereiche wie die F1-Regierung, die Antriebseinheiten und die Kostenreduktion. Ecclestone und Todt wollen bis zum 31. Januar 2016 Position beziehen.

Ecclestone hat keine Angst vor Klage

Das Power-Mandat wurde mit nur einer Gegenstimme verabschiedet. Der Verdacht fiel schnell auf Ferrari, weil die Italiener bereits mit ihrem Veto eine Kostenreduktion der aktuellen Antriebseinheiten verhinderten. Und ein neuerlicher Vorgang, den Bernie Ecclestone in einem Interview mit der BBC erläutert, lässt den Verdacht erhärten. Laut des Formel 1-Zampanos hat Ferrari der FIA einen von Anwälten verfassten Brief geschrieben, indem man anklagt, dass der Weltverband gar nicht das Recht habe, Ecclestone und Todt ein solches Mandat auszusprechen und man gegen die bestehenden Verträge verstoßen würde.

Ferraris Antwort folgte prompt. Die Scuderia stellt laut BBC klar, dass es "ihre Absicht sei sicher zu stellen, dass die Regierungsgrundsätze weiterhin auftragsgemäß eingehalten werden."

Ecclestone bleibt hartnäckig. "Das einzige, was wir tun könnten, ist zu ignorieren, was Ferrari gesagt hat und ihnen sagen: 'Ihr könnt entweder aussteigen oder vor das Schiedsgericht ziehen und warten, was es denkt.'" Er fügt an: "Ich denke, dass wir locker gewinnen würden vor einem Schiedsgericht."

Dem Briten sind die aktuellen Strukturen in der Formel 1, für die er sich selbst mitverantwortlich zeichnet, ein Dorn im Auge. Laut Ecclestone haben Mercedes und Ferrari zu viel Macht in der Formel 1-Kommission, weil sie mehr als das halbe Feld mit Motoren ausrüsten. "Wenn Toto Wolff seine Hand hebt und sagt, dass Weihnachten am 26. Dezember sein wird, wird jeder zustimmen. Dasselbe gilt für Ferrari", meint Ecclestone. Ferraris Retourkutsche: "Soweit es Ferrari angeht, wird Weihnachten in diesem Jahr und in Zukunft am 25. Dezember sein."

Hat Mercedes Ferrari beim Motor geholfen?

Nach eigenen Aussagen hat Ecclestone viele Ideen, wie er gemeinsam mit der FIA der Königsklasse zu altem Glanz verhelfen kann. "Es gibt viele Dinge, die wir machen könnten und sollten, um die Formel 1 zurück auf den richtigen Weg zu bringen. Wir sind hier, um die Leute zu unterhalten. Wir sind nicht hier, um eine Show für Mercedes oder Ferrari zu gestalten, damit sie ihre Autos verkaufen."

Die Haltung von Ferrari und Mercedes könne die Formel 1 zerstören, fürchtet Ecclestone. "Wir helfen einem Hersteller. Für Ferrari macht es keinen großem Unterschied, welche Art von Motor sie bauen. Aber es hilft Mercedes", meint er gegenüber der BBC.

"Also werden wir die Formel 1, wenn Sie so wollen, wegen eines Herstellers zerstören, der abhaut, wenn es ihm passt. Wie BMW und Toyota." Als Reaktion darauf verweist Mercedes auf das seit 1993 ununterbrochene Engagement in der Formel 1.

Im Interview behauptet Ecclestone auch, dass Mercedes Ferrari geholfen habe, seinen Motor zu verbessern. Dem widerspricht der erfolgreichste Rennstall F1-Rennstall der Geschichte.

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