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Formel 1: Bernie Ecclestone in Monaco

Wette gegen Schumacher und Button

Bernie Ecclestone Foto: dpa 33 Bilder

Bernie Ecclestone hatte vor der Saison nicht an einen Sieg von Michael Schumacher in diesem Jahr geglaubt. Auch Weltmeister Jenson Button hatte der F1-Boss nicht auf der Rechnung, was ihn ein paar englische Pfund kostete.

14.05.2010 Tobias Grüner

In Monaco feiert die Formel 1-Weltmeisterschaft ihren 60. Geburtstag. Natürlich ist auch Bernie Ecclestone mittendrin im großen Rummel im Hafen von Monaco. Immer wenn die Formel 1 ins Fürstentum ruft, sind die Schönen und Reichen nicht fern. Und alle wollen sie den charismatischen Formel 1-Boss treffen.

Auch die Vertreter der klammen Teams stehen regelmäßig Schlange am luxuriösen Ecclestone-Motorhome. "Jeder will mich sehen. Sie denken, dass ich helfen kann. Deshalb nennen sie mich den Paten", verriet Ecclestone dem britischen "Daily Telegraph". Passend dazu ertönt die Titelmelodie zum Kultfilm "Spiel mir das Lied vom Tod" von Ennio Morricone, wenn bei Mr. E das Telefon klingelt.

Ecclestone: "HRT hat Probleme"

Das aktuelle Sorgenkind heißt HRT. Der spanische Formel 1-Neuling hatte schon vor der Saison Schwierigkeiten, den Einstieg in die Königsklasse zu finanzieren. "HRT hat Probleme", gibt Ecclestone zu. "Ich werde mich darum kümmern. Ich will sehen, dass zwölf Teams die Saison beenden, weil sie mit dem Einstig eine Verpflichtung abgegeben haben. Wir könnten eines verlieren. Aber ich werde meinen Teil dazu beitragen, dass dies nicht passiert."

Ein weiteres Thema auf der Agenda von Bernie Ecclestone ist die Ausweitung des Kalenders auf neue Grand Prix-Orte. Schon 2013 könnte die Formel 1 in Russland unterwegs sein. Die Olympia-Stadt Sochi hat die besten Chancen im ehemaligen Ostblock. Auch das Stadtrennen in Rom sei noch nicht aus der Diskussion, wie der F1-Chef dem "Telegraph" verriet.

Schumacher wurde zu schnell abgeschrieben

Trotz all dem Drumherum verliert der 79-jährige Brite auch das aktuelle Geschehen auf der Rennstrecke nicht aus den Augen. "Michael (Schumacher) scheint sich in verdammt guter Form zu befinden. Er sah stark aus in Barcelona. Die Leute waren zu schnell, als sie ihn abgeschrieben haben. Warum muss man ihn immer ärgern? Seine Rückkehr war brilliant für die Formel 1."

Ganz an den Erfolg des siebenmaligen Champions hat Ecclestone wohl aber selbst nicht geglaubt. Weder Schumacher noch McLaren-Neuzugang Jenson Button hatte der umtriebige Geschäftsmann auf der Liste: "Ich war so dumm und habe mit jemandem gewettet, dass weder Jenson noch Michael ein Rennen in diesem Jahr gewinnen. Jetzt bin ich pleite", nimmt sich Ecclestone selbst auf die Schippe.

Enttäuscht ist er dagegen von Lewis Hamilton, auch wenn der Formel 1-Chef zugibt, dass der McLaren-Pilot in Barcelona zuletzt Pech hatte. "So etwas passiert, wenn die Dinge schlecht für Dich laufen. Die Leute schätzen seine Überholmanöver, aber dafür gibt es leider keine Punkte."

Ecclestone vermisst Briatore

Nach den Streitereien um Budgets und Piratenserien, die im vergangenen Jahr in Monaco einen Höhepunkt erreichten, schwimmt die Formel 1 nun wieder in ruhigem Fahrwasser. 2009 hatten sich noch alle Teamchefs auf der Yacht von Flavio Briatore getroffen, um ihre Strategie im Kampf gegen die FIA zu besprechen. "Ja, ich vermisse es, dass Flavio nicht mehr hier ist", blickt Ecclestone etwas wehmütig zurück. "Er leistete einem immer gute Gesellschaft und er tat dem Sport gut. Die Menschen brachten ihn immer mit der Formel 1 in Verbindung. Er war einfach ein Charakter."

Aber auch für Briatores Erzfeind, den abgetretenen FIA-Präsidenten Max Mosley, findet Ecclestone nette Worte. "Ihn vermissen wir auch. Er hat mehr richtig als falsch gemacht. Das größte Problem mit Max war, dass er die Dinge nicht nett verpacken konnte. Wenn man den Leuten sagt: 'Friss oder stirb', dann funktioniert das nicht. Es ist nun ruhiger geworden mit der FIA, genau wie wir es mögen."

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