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Ecclestone will Nürburgring kaufen

Was steckt hinter dem Gebot?

Bernie Ecclestone - Formel 1 2013 Foto: xpb 41 Bilder

Bernie Ecclestone hat zugegeben, dass er ein Gebot zum Kauf des Nürburgrings abgegeben hat. Dabei hat er vor nicht allzu langer Zeit noch erklärt, dass kein Interesse an dem Eifel-Kurs. Parallel dazu wurde bekannt, dass die Anklage gegen den Briten zugelassen wird. Ecclestone muss in München vor Gericht.

16.01.2014 Tobias Grüner

Bernie Ecclestone liebt es, wenn keiner genau weiß, was er jetzt wieder vor hat. Am Donnerstag (16.1.2014) überraschte der 83-Jährige im Interview mit dem Handelsblatt mit der Ankündigung, dass er den Nürburgring kaufen wolle: "Wir haben ein Angebot gemacht und nun warten wir, ob es akzeptiert wird", erklärte der kleine Mann aus England.

In der vergangenen Saison streute Ecclestone schon einmal Gerüchte, dass er sich für den Eifel-Kurs interessiere. Kurze Zeit später kam dann aber auch schon die Kehrtwende. Die Ankündigung, dass er nun doch ein Angebot abgegeben hat, kam deshalb unerwartet. "Wir glauben, dass wir für den Nürburgring mehr leisten können als jeder andere", begründete der F1-Boss sein Interesse.

Schon in den nächsten Wochen könnte es eine Entscheidung geben, wer den Zuschlag erhält. Von den Insolvenzverwaltern gab es dazu allerdings noch keinen Kommentar. Auch die Höhe des Angebots von Ecclestone ist unklar. "Ich glaube, es gibt einen oder zwei weitere Interessenten. Aber wir werden nur bezahlen, was der Nürburgring auch wert ist."

Ohne Ecclestone keine Formel 1 am Nürburgring?

Neben dem Geld kommt es aber auch auf das Konzept an. Neben dem Grand Prix-Kurs und der Nordschleife sind auch zahlreiche Gebäude zu bewirtschaften. Kauf Ecclestone alles? Oder nur einen Teil? Noch will sich der gewiefte Engländer nicht konkret äußern. Das wichtigste Argument für den Besitzer in Spe ist der Fortbestand des Formel 1-Rennens, das alle 2 Jahre in der Eifel ausgetragen wird.

Sollte sein Angebot abgelehnt werden, könnte es das Aus für die Formel 1 am Nürburgring bedeuten. Trotzdem soll Deutschland nicht von der GP-Landkarte verschwinden. "Wir würden dann mit Hockenheim sprechen. Wir wollen sicherstellen, dass es auch in Zukunft jedes Jahr ein Formel 1-Rennen in Deutschland gibt.

Sollte Ecclestone den Zuschlag bekommen, wird wohl alles so bleiben wie bisher. "Wir würden dann weiter jährlich zwischen beiden Rennstrecken wechseln. Wir waren glücklich mit der Regelung in Deutschland, wie wir sie bisher hatten."

Was steckt hinter dem Kaufinteresse?

Wer Ecclestone kennt, der weiß, dass Ecclestone den Ring nicht einfach aus Sentimentalität und Nächstenliebe kaufen würde. Der Brite macht normalerweise nichts ohne finanziellen Antrieb. Viel zu verdienen scheint mit der Rennstrecke allerdings nicht. Deshalb fragen sich einige Experten, warum sich der F1-Zampano den Ärger in hohem Alter noch antun will.

Theorien gibt es viele: Ist er vielleicht ein Strohmann für einen anderen Interessenten? Will er nur den Preis hochtreiben? Will er nur Einsicht in die Akten? Oder will er nur von seinen Gerichtsprozessen ablenken und für gute Stimmung in Deutschland sorgen?

Ecclestone wird in München angeklagt

Die Süddeutsche Zeitung meldete dazu passend, dass sich Ecclestone demnächst vor dem Münchner Landgericht verantworten muss. Die Anklage wegen Bestechung und Anstiftung zur Untreue im Zuge des Formel 1-Verkaufs von der BayernLB an CVC im Jahr 2006 sei zugelassen worden. Ecclestone soll damals 44 Millionen Dollar Schmiergeld an BayernLB-Bänker Gerhard Gribkowsky bezahlt haben.

Der Prozess ist somit unausweichlich. Ein Termin soll bald verkündet werden. Experten erwarten, dass die Verhandlung Ende April beginnt. Lange hatten Ecclestones Anwälte versucht, die Anklage zu verhindern und eine außergerichtliche Lösung zu finden. Laut SZ-Informationen habe die Staatsanwaltschaft 39 teils prominente Zeugen geladen. Darunter auch Ex-Daimler-Vorstand Jürgen Hubbert und der ehemalige bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser.

Update:

Als direkte Konsequenz der Anklage-Ankündigung hat Ecclestone seinen Posten im Aufsichtsrat der Formel 1-Holding geräumt. Allerdings wird er das Tagesgeschäft als Chefvermarkter wie gewohnt weiterführen. Dabei sollen seine Aktivitäten künftig aber stärker überwacht werden. Wichtige Verträge kann Ecclestone nicht mehr im Alleingang abschließen. F1-Vorstand Peter Brabeck-Letmathe und sein Vize Donald Mackenzie müssen alle wichtigen Deals absegnen.

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