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Formel 1-Piratenserie

Ecclestone will Rebellenserie verhindern

GP Bahrain 2009 Foto: Daniel Reinhard 63 Bilder

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone will die von der Teamvereinigung FOTA angekündigte Konkurrenzserie mit aller Macht verhindern. Sollte die FOTA ihre Pläne einer Piratenserie verwirklichen, kündigte der Brite eine Prozessflut an.

22.06.2009

Bernie Ecclestone kämpft fast verzweifelt um sein milliardenschweres Lebenswerk, doch wohl nur ein Sturz seines langjährigen Mitherrschers Max Mosley kann die Formel 1 vor dem Kollaps retten. «Ich habe 35 Jahre und mehr meines Lebens der Formel 1 gegeben. Meine Ehe ist an der Formel 1 gescheitert. Daher werde ich verdammt sicher nicht zulassen, dass alles zusammenbricht wegen eigentlich gar nichts»», sagte Ecclestone in einem Interview der Londoner Zeitung «Times» (Montag). An diesem Mittwoch werden in Paris womöglich endgültig die Weichen im Existenzkampf der Königsklasse gestellt.

Kündigt Mosley auf der mit Hochspannung erwarteten Weltratssitzung des Internationalen Automobilverbandes FIA eine erneute Kandidatur für das Präsidentenamt an, ist der Totalschaden perfekt. Bei ihrem Treffen am Donnerstag bleibt der Teamvereinigung FOTA dann kaum mehr eine Wahl: Die Rebellen-Rennställe Ferrari, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, BrawnGP, Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso werden dann den nächsten Gang bei den offenkundig schon weit fortgeschrittenen Planungen für eine Konkurrenzserie einlegen.

FOTA macht weiter Druck

"Wir werden in den nächsten Wochen fertig werden", kündigte Renault-Teamchef Flavio Briatore gegenüber der britischen "Autosport" an. Sogar ein Rennkalender tauchte bereits auf, in dem unter anderem Buenos Aires, Mexiko, Helsinki und auch der Lausitzring als Austragungsorte für die neue, noch namenlose Serie genannt wurden. Briatore: "Wir wollen eine Formel-1-Weltmeisterschaft, die von der FOTA organisiert wird."

Es sei denn: Mosley, der seit 1991 auf dem Verbandsthron residiert und sogar nach der Sexvideo-Affäre im Vorjahr allen Widerständen trotzte, gäbe doch noch auf. Und das will die FOTA-Front um Wortführer Ferrari offenbar erreichen. Medienberichten zufolge wollen die Italiener am Mittwoch ein Misstrauensvotum stellen.

Arbeit für die Anwälte

"Ich denke, Max wird eine Lösung finden, um die Dinge so zu halten, wie sie sein sollten", meinte aber Ecclestone. Sollte die FOTA jedoch ihre Pläne verwirklichen, kündigte der Brite eine Prozessflut an. "Jeder würde jeden verklagen, und es gäbe keine andere Serie. Dann gäbe es nichts mehr", warnte Ecclestone vor dem vollkommenen Stillstand im PS-Betrieb. "Das wäre das Ende - ein totales Desaster. Alle würden ein Vermögen für Anwälte ausgeben, und nichts würde passieren."

Was bislang passiert ist, schätzen die Konfliktgegner weiter völlig gegensätzlich ein. Mosley befand am Sonntag beim Großen Preis von Silverstone, dass eine Einigung in dem nur noch vordergründig um die Sache, nämlich die Budgetobergrenze von 45 Millionen Euro für 2010, geführten Streit nahe sei. «Nein, das denke ich nicht», widersprach McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Wie auch? Gespräche zwischen den beiden Parteien gab es am Wochenende in England nicht.

Kein Mosley-Rücktritt

Für Ecclestone könnte die Lösung des monatelangen Disputs darin liegen, dass sich die Teams für weitere fünf Jahre zur Formel 1 bekennen. Dann könnte Mosley das Ausgabenlimit von 45 Millionen Euro wieder kappen, meinte er. Dass sein Landsmann das FIA-Zepter aus der Hand legen und nach dem heftigen Formel-1-Beben nicht mehr zur Wiederwahl antreten könnte, glaubt Ecclestone nicht wirklich.

Vielmehr rechnet er mit dem erweckten Kampfgeist Mosleys. "Offen gesprochen, wenn das nicht alles passiert wäre, denke ich, dass es Max' Absicht war, nicht wieder anzutreten", meinte der 78-jährige Ecclestone. Spätestens am Mittwoch sind alle Beteiligten schlauer.

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