Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ecclestone zur Motoren-Krise

"Ron Dennis blockiert Red Bull-Deal"

McLaren-Honda - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 22. August 2015 Foto: xpb 11 Bilder

Die Formel 1 zweifelt wieder einmal an sich selbst. Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Todt stellen fest, dass sie sich in eine Sackgasse manövriert haben. Jetzt wollen sie das mit einem Schuss aus der Hüfte korrigieren. Ecclestone sagt, dass der Schritt notwendig ist. Um den Sport zu retten.

24.10.2015 Michael Schmidt

Das hat fast eine historische Dimension. Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt kämpfen Seite an Seite. So wie in alten Zeiten Ecclestone und Max Mosley. Damals hat es funktioniert. Die beiden Engländer hatten die Zügel im Griff. Jetzt sitzen die Autokonzerne am Joystick der Macht. Die bestimmen, wer welche Motoren bekommt. Und wer leer ausgeht. Das Beispiel Red Bull hat der Formel 1 gezeigt, dass sie in einer Sackgasse steht.

Bernie Ecclestone zum letzten Stand: "Honda würde Red Bull gerne einen Motor geben. Aber Ron Dennis ist dagegen. Honda hat der FIA und mir das Versprechen abgegeben, dass sie im zweiten Jahr zwei und im dritten Jahr drei Teams beliefern. Dummerweise hat Ron Dennis ein Vetorecht in den Vertrag geschrieben. Er könnte Honda verklagen, wenn sie Red Bull gegen seinen Willen beliefern."

Niki Lauda schließt daraus: "Die einzige Chance für Red Bull ist ein Zurück zu Renault." Ecclestone erwiderte: "Und was passiert, wenn Renault doch noch aussteigt? Sie wollen sich erst im Dezember entscheiden. So lange kann keiner warten."

Mehr Leistung, aber ein Tankstopp

Damit sich diese Situation nicht wiederholt, wird die FIA nächste Woche einen Billig-Motor für 2017 ausschreiben. Das Triebwerk soll nur 6 Millionen Euro kosten. Ein Drittel der Hybrid-Aggregate. Man soll damit gewinnen können. So wie in alten Cosworth-Zeiten.

Cosworth und Ilmor haben schon eine Bewerbung eingereicht. "Zu Beginn werden wir den Zuschlag nur einem geben", erklärt Ecclestone. Der Schritt macht sich die Königsklasse unabhängig von den Werken, die nur eines im Sinn haben: Ihre Werksteams vor allzu starken Kunden zu schützen. Red Bull ist zu stark. Also gibt es keinen Motor.

Die FIA muss jetzt eine Äquivalenzformel finden, die den neuen 2,2 Liter V6-Biturbo auf eine Stufe mit den aktuellen Hybrid-Antrieben stellt. "Der neue Motor wird wahrscheinlich mehr Leistung haben, dafür aber auch mehr Sprit brauchen", verrät Ecclestone. "Das könnte bedeuten, dass die Teams mit diesem Motor einen Tankstopp brauchen."

Ecclestone ist optimistisch, dass der Motor trotz Widerständen der Hersteller alle Instanzen passiert. Auch das Veto-Recht von Ferrari. "Das gilt nicht in allen Fragen." Der Formel 1-Boss stellt klar, dass es sich bei dem Schachzug nicht um eine Regeländerung handelt, sondern um eine Ergänzung. "Um den Teams zu helfen, die keinen Motor bekommen."

Für Red Bull und Toro Rosso ergibt sich das Problem, dass sie ein Jahr überbrücken müssten. Laut Ecclestone könnten beide ein Jahr aussetzen, allerdings mit Konsequenzen. Sie würden den Anspruch auf TV- und Startgelder verlieren.

Wolff erklärt die Absage an Red Bull

In die Presserunde mit Ecclestone platzten plötzlich die Mercedes-Bosse Toto Wolff und Niki Lauda. Man wurde das Gefühl nicht los, als hätte der alte Fuchs das Zusammentreffen geplant. Er bat die Mercedes-Vertretung an den Tisch und wollte von Wolff wissen, warum der Vertrag mit Red Bull gescheitert ist.

"Zwei Gründe", gab Wolff zurück. "Wir konnten nichts tun, solange Red Bulls Vertrag mit Renault nicht offiziell gekündigt war. Und wir wollten uns dagegen absichern, dass Red Bull unseren Erfolg verwässert, indem sie uns schlagen. Deshalb haben wir von ihnen eine Marketingkampagne gefordert, bei der für die Marke Mercedes etwas Positives herausspringt. Das ist nicht passiert."

Niki Lauda verteidigte die Mercedes-Position damit, dass man alles getan habe, um den Gegnern zu helfen. "Wir haben gegen unsere Interessen zugestimmt, den Entwicklungsstopp aufzuheben. Und wir waren bereit, eine kostengünstige Lösung für die Kunden zu finden."

Ecclestone bedauerte: "Ich verstehe, dass die Hersteller diese Hybrid-Technologie verkaufen wollen. Sie sind aber die einzigen, die davon profitieren. Ich muss einen Sport verkaufen. Die Fans wollen spannende Rennen sehen. Deshalb müssen wir diesen neuen Motor einführen."

Der bald 85-jährige Formel 1-Chef sieht die Lage ernst: "Wenn wir weiter diesen Weg bestreiten, sind wir 2020 nicht mehr da. Der neue Motor ist der beste Weg aus dieser Misere."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden