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Ecclestones Kehrtwende: Bahrain-Rennen noch einmal verschieben

Bernie Ecclestone

Neue Zweifel am Formel-1-Rennen in Bahrain: Nun macht sich auch Bernie Ecclestone für eine erneute Verlegung stark. Der Chef des Weltverbands aber verteidigt die Neuansetzung gegen die immer heftigere Kritik.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat eine rasante Kehrtwende vollzogen und will das umstrittene Bahrain-Rennen nun doch wieder verschieben. Nach der heftigen Kritik an der Neuansetzung des Wüsten-Grand-Prix für den 30. Oktober habe der Brite die Teams in einem Brief zum Protest gegen den Weltrats-Beschluss aufgefordert und ein neuerliches Votum angeregt, berichtete der "Daily Telegraph" am Dienstag (7.6.).

"Am besten schieben wir Bahrain auf das Ende der Saison und, wenn es sicher und in Ordnung ist, dann gehen wir hin. Wenn nicht, dann gehen wir nicht und es gibt keine Probleme", sagte Ecclestone. "Wir können das Datum 30. Oktober ändern, wenn nötig mit einer Fax-Abstimmung. Das ist sehr schnell möglich", fügte der 80-Jährige hinzu. Erst am Freitag hatte der Motorsport-Weltrat, in dem auch Ecclestone sitzt, einen Nachholtermin für das wegen blutiger Unruhen im Golfstaat im Februar abgesagte Rennen abgesegnet. Danach hagelte es Kritik.

Jean Todt will weitere Prüfung

Prominente Fahrer wie Sebastian Vettels Red-Bull-Teamkollege Mark Webber und Grand-Prix-Rekordstarter Rubens Barrichello äußerten schwere Bedenken. Ex-Weltverbandschef Max Mosley warf den Funktionären moralisches Versagen vor. Der britische Sportminister Hugh Robertson warnte die Formel 1 vor einem "Desaster". Die Teamvereinigung FOTA signalisierte vor dem Großen Preis von Kanada in dieser Woche dringenden Gesprächsbedarf.

Zudem berichteten Menschenrechtler von neuen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten im Königreich. Mosleys Nachfolger Jean Todt kündigte eine weitere Prüfung der Lage im Golfstaat an. "Wenn wir klare Beweise haben, dass die Situation dort gefährlich ist, werden wir das natürlich in unsere Überlegungen einbeziehen", sagte der Franzose der britischen BBC.

Unklare Lage in Bahrain

Todt verteidigte allerdings die Entscheidung des Internationalen Automobilverbands FIA. Ein Gesandter habe zuvor die Lage in Bahrain erkundet. "Er fand eine stabile und ruhige Situation vor, deshalb waren wir alle einverstanden", erklärte Todt. Der Beschluss "spiegelt den Geist der Versöhnung in Bahrain wider", betonte er.

Das Kampagnen-Netzwerk Avaaz widersprach der Lage-Einschätzung des FIA-Beobachters vehement. "Behauptungen, dass die Ruhe in Bahrain wiederhergestellt und das Leben wieder normal ist, sind komplett unwahr", sagte Avaaz-Chef Alex Wilks. Zuvor hatte der Präsident des Zentrums für Menschenrechte in Bahrain, Nabeel Rajab, vor Aufruhr im Falle einer Austragung des Rennens gewarnt. "Die Menschen sind erschüttert und haben am Renntag zum Tag des Zorns aufgerufen, um in jeder Stadt Bahrains ihren Ärger über die Regierung darüber kundzutun, wie sie mit ihrem eigenen Volk umgeht", sagte Rajab.

Ecclestone gehe es nicht ums Geld

Ecclestone zeigte sich beeindruckt über die Welle der Kritik. Auch er habe dem FIA-Bericht geglaubt. "Aber das ist nicht das, was ich jetzt höre und ich denke, wir wissen, dass wir vorsichtig sein müssen", sagte der Formel-1-Geschäftsführer. Es gehe ihm dabei ausdrücklich nicht um die 25 Millionen Euro Antrittsgage für den PS-Zirkus. "Die Frage ist, ob es sicher und richtig ist, dort ein Rennen zu fahren", meinte Ecclestone.

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dpa/tgr

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