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Formel 1 Blog

Ein Formel 1-Rennen ohne Michael Schmidt

Michael Schmidt Foto: Bianca Leppert 44 Bilder

In den letzten 20 Jahren verpasste Michael Schmidt keinen Formel 1-Grand Prix. Er war immer vor Ort. Nur in Japan fehlt er jetzt.

08.10.2011 Bianca Leppert

Würde man auto motor und sport-Formel 1-Experte Michael Schmidt daran hindern wollen, ein Formel 1-Rennen zu besuchen, müsste man vermutlich eine 300 Mann starke Security-Firma engagieren. Oder ihm Tretminen in den Weg legen. Oder die Recherche nur noch per Handy erlauben. Der fortschrittlichen Kommunikation verweigert er sich nämlich vehement.

Rechter Arm in Schiene

All dieser Tricks bedurfte es in Japan nicht. Es war ein unglücklicher Fahrradunfall, der Michael Schmidt ausgerechnet am Abend vor seiner Reise lahm gelegt hat. Sein rechter Arm liegt seitdem in einer Schiene.

Allein das wäre kein Grund für "Schmiddi" einen Grand Prix zu verpassen. Das ist ihm selbst bei den schlimmsten Zipperlein seit über 20 Jahren nicht mehr passiert. Seine ausgefallene Tipp-Technik stellt das größte Hindernis dar. Schmidts Faszination für die "Old-School-Technik" ist fast jedem im Pressezentrum bekannt. Zehn-Finger-System? Viel zu neumodisch. Die Fingerkuppen seines rechten und linken Zeigefingers müssten eigentlich schon eine Hornhaut haben. Denn er tippt seine Texte ausschließlich mit diesen beiden Hilfsmitteln. Noch dazu in Lichtgeschwindigkeit. Zum Schrecken aller Tastaturen, denn die halten bei Schmidt nicht lange.

Michael Schmidt lernt zu skypen

Seine Schiene hindert ihn nun daran, die neuesten Geschichten in Suzuka aufzuschreiben. Ausgerechnet wo der Grand Prix Japan zu seinen Lieblingsrennen gehört und womöglich Sebastian Vettel zum Weltmeister gekürt wird. Um sich irgendwie mit den neuesten Infos aus dem Fahrerlager zu versorgen, ließ er sich sogar von seinem Kollegen zu täglichen Video-Telefonaten mit mir über Skype anstiften. Er muss die Formel 1 wirklich sehr vermissen.

Aber die Formel 1 vermisst ihn auch. Machst du einen Scherz? Wann hat er das letzte Mal gefehlt?1939? Die Standardfrage die mir im Fahrerlager von Suzuka begegnete, wenn ich vom Schicksal des Kollegen erzählte. Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, dass ich nicht scherze. Alle möglichen Teammitglieder, Fahrer und Bekannte lassen ihm Besserungswünsche ausrichten. Das Williams-Team widmete ihm sogar ein paar Zeilen in seiner Internetkolumne iWitness.

Im Rollator an die Strecke

Dabei ist die Formel 1 eigentlich nicht dafür bekannt, so sozial zu sein. Ist man längere Zeit nicht mehr dabei, wird man in diesem Zirkus schnell vergessen. Michael Schmidt ist eben ein echter Formel 1-Guru. Vermutlich würde er selbst noch mit 80 Jahren, grauen Haaren und einem Rollator zu den Rennen kommen. Ich würde jedenfalls auch dann nicht auf ihn verzichten wollen, denn ohne "Schmiddi" sind die Formel 1 Rennen nicht nur von weniger Enthüllungen geprägt, sondern auch nicht so lustig wie sonst.

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