Formel 1
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Einheitsmotor: Cosworth erhält den Zuschlag

Die Ausschreibung der FIA für Einheitsmotoren endete mit einer Überraschung. Cosworth machte das Rennen, obwohl lange Ilmor favorisiert worden war.

Das Votum der FIA für Cosworth kommt deshalb unerwartet, weil die Traditionsfirma aus Northampton seit dem Rückzug aus der Formel 1 Ende 2006 und dem Ende des Liefervertrages für die IndyCar-Serie nur noch aus einer Rumpfmannschaft besteht. Die besten Cosworth-Ingenieure, darunter auch der Kopf Andy Cowell, sind Im Winter 2006/2007 zu Mercedes ins benachbarte Brixworth gewechselt.

Bei Ilmor ist eine Struktur vorhanden, die eine Rennserie mit Motoren beliefern kann. Die Motorenschmiede von Mario Illien betreut für die IndyCar-Serie rund 70 Motoren pro Jahr. Nach der Trennung von Mercedes arbeiten in Brixworth weiterhin 54 Mitarbeiter an Rennmotoren. Der entscheidende Nachteil gegenüber Cosworth ist jedoch, dass Ilmor für die Formel 1 bis 2010 einen komplett neuen Motor hätte konstruieren müssen. "Cosworth kann auf seinen 2006er Achtzylinder zurückgreifen", gibt Mario Illien zu. Der Schweizer bezweifelt jedoch, dass der Konkurrent die von der FIA angegebenen Preise einhalten kann.

Sollte der Einheitsmotor kommen, müsste jedes Team eine Einmalzahlung von 1,97 Millionen Euro an Cosworth überweisen. Hinzu kämen jährliche Leasinggebühren von 6,42 Millionen Euro. Jeder Kunde wäre verpflichtet, einen Dreijahresvertrag von 2010 bis 2012 abzuschließen. Der Preis beinhaltet auch die Standard-Kraftübertragung, die von den Firmen Xtrac und Ricardo bereitgestellt wird. Der Einsatz des Pakets Getriebe plus Differenzial ist ab 2010 für alle verbindlich, egal mit welchen Motoren gefahren wird.

Illien bezweifelt, dass Cosworth mit diesem Preis bei weniger als vier Kunden über die Runden kommt. Der Schweizer weiß, wovon er spricht. Auch er hat für die FIA eine Kalkulation aufgestellt. "Um auf die Kosten zu kommen, muss der Motor mindestens sechs Rennen halten." Da die Hersteller sich mit Händen und Füßen gegen einen Einheitsmotor wehren, bietet die FIA neben dem Szenario "einen Motor für alle" auch noch Alternativlösungen an. Einmal die Version, dass die Hersteller mit ihren Triebwerken weiterfahren dürfen, die dann aber strikten Vorgaben in Bezug auf die Leistung, das Drehmoment, die Lebensdauer und den Preis unterliegen. Oder eine Mischform. Cosworth würde dabei seinen Kundenmotor auf den Markt werfen, und die anderen Hersteller müssten ihre Achtzylinder den Vorgaben des Cosworth V8 anpassen.


Die letzte Lösung hat einen Haken. Sollten die Hersteller ihre Motoren ab 2010 für fünf Millionen Euro anbieten, würden sich kaum Interessenten für einen Cosworth V8 finden. ToroRosso hat einen Ferrari-Vertrag, Red Bull fährt mit Renault-Power und Force India hat sich gerade mit Mercedes verheiratet. "Wenn du nur zwei Kunden findest", behauptet Illien, "ist es unmöglich, die genannten Preise zu halten."

Michael Schmidt

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BMW AG

Datum

9. Dezember 2008
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