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Einsatz von Fric zu riskant

Ist Caterham der Brandstifter?

Caterham - Formel 1 - GP England  - Silverstone - 4. Juli 2014 Foto: ams 22 Bilder

Spätestens 2015 soll Fric aus Kostengründen verboten werden. Doch die Teams werden schon in Hockenheim auf einen Einsatz des vernetzten Fahrwerks verzichten. Die FIA wird vor dem Rennen nicht alle elf Teams dazu zwingen können, auf einen Protest zu verzichten. Einige beziehen keine Position. Darunter soll auch Caterham sein.

15.07.2014 Michael Schmidt

Das Thema Fric ist seit dem GP Monaco auf der Agenda. Bei einer Sitzung der Technikchefs mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting wurde das Thema Fric und Entwicklungskosten diskutiert. Die Teams waren geschlossen der Meinung, dass ein Verbot von Fric nur noch mehr Kosten verursachen würde.

Der Grund: Man müsse die Autos wieder auf konventionelle Aufhängungssysteme zurückentwickeln. Und 2017 komme ohnehin die aktive Aufhängung zurück. Dann könne man bis dahin auch mit den aktuellen Systemen weiterfahren, hieß es.

Charlie Whiting verlangte von den Technikchefs eine Beschreibung dessen, was die einzelnen Fahrwerke können. Dabei mussten die Ingenieure zugeben, dass von den hydraulisch vernetzten Aufhängungen zu 80 Prozent die Aerodynamik profitiert und nur zu 20 Prozent der Fahrkomfort. Daraufhin warnte die Sportbehörde die Teams, dass man daraus durchaus einen Protest gemäß Artikel 3.15 des Technischen Reglements zimmern könnte.

Sechs Teams sind für einen Aufschub

Die FIA lehnt sich in diesem Punkt nicht aus dem Fenster. "Wir sagen nicht, dass wir diese Technologie für illegal halten. Wir sagen nur, dass sie theoretisch anfechtbar wäre." Da die meisten Teams Fric in irgendeiner Form im Auto haben, bat Whiting alle Beteiligten, ein Papier zu unterschreiben, dem Einsatz bis zum Saisonende zuzustimmen und sich dann eine Regel auszudenken, das vernetzte Fahrwerk zu verbieten. Als Grund dafür wird der hohe Kostenaufwand angeführt, der nötig ist, um die Systeme immer komfortabler zu gestalten

Whitings Hoffnung, vor dem GP Deutschland noch alle elf Unterschriften einsammeln zu können, erfüllte sich nicht. Mercedes, Red Bull, Ferrari, McLaren, Lotus und Williams haben mündlich die Versicherung abgegeben, dass sie mit einem Aufschub des Verbots zufrieden wären. Andere lassen nichts von sich hören oder deuten an, dass sie in Hockenheim auf jeden Fall "ohne" fahren und einen Protest in Erwägung ziehen, sollte einer "mit" auftauchen. Damit ist das Risiko für die Befürworter zu groß, in Hockenheim mit Fric anzutreten.

FRIC-Protest bis Donnerstag

Und damit brechen auch die Verschwörungstheorien in sich zusammen, die vermutet haben, Ferrari und McLaren wären die Agitatoren einer möglichen Protestfront gewesen. Unter der Vermutung, dass Mercedes und Red Bull die am weitesten entwickelten Systeme haben und deshalb am meisten Rundenzeit einbüßen würden. Möglicherweise aber halten die Verdächtigten jetzt die Füße still, weil sie darauf bauen können, dass ein Team auf jeden Fall die Legalität von Fric anzweifeln würde. Bei dem einen Team soll es sich um Caterham handeln.

Die FIA würde ein Verbot am liebsten erst ab dem Winter wirken lassen. Weil es die Vorgehensweise wäre, die am meisten Sinn macht. Doch das muss in der Formel 1 nichts heißen. Möglicherweise herrscht auch ohne eine explizite Frist schon am Donnerstag Klarheit. Bei früheren strittigen Themen hatte es sich so eingebürgert, dass der Protest bis spätestens Donnerstag vor dem Grand Prix eingereicht werden muss, wenn man der Meinung ist, eine bestimmte Technologie sei illegal.

Damit will die FIA vermeiden, dass es am Samstag oder Sonntag Störfeuer gibt, die das Klassement der Qualifikation oder des Rennens verfälschen könnten. Eine Stimme aus dem Weltverband: "Mal sehen, ob einer den Mut hat, gegen Fric bis zum Donnerstag zu protestieren."

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