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Eklat um Hamilton

Rosberg 82 Zentimeter vor Hamilton

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - Qualifying - Samstag - 8.10.2016 Foto: sutton-images.com 57 Bilder

Lewis Hamilton muss Punkte auf Nico Rosberg gutmachen. Doch der Engländer startet beim GP Japan hinter seinem Teamkollegen. Der Unterschied betrug 13 Tausendstel oder einen Meter. Am Ende des Tages sorgte der Weltmeister noch für einen Eklat.

08.10.2016 Michael Schmidt 2 Kommentare

Die Mercedes-Presserunde am Samstag läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Zuerst spricht Teamchef Toto Wolff zur Lage der Nation, dann die Fahrer. Diesmal war Nico Rosberg vor Lewis Hamilton an der Reihe. So wie es zwei Stunden vorher auch auf der Rennstrecke ausging. Rosberg schlug Hamilton um 13 Tausendstel. Das ist umgerechnet über 80 Zentimeter.

Nachdem Toto Wolff noch einmal sein Bedauern über den Motorschaden zum Ausdruck gebracht hatte und nun inständig hofft, dass nicht noch ein mechanischer Schaden das WM-Duell entscheidet und Nico Rosberg die übliche Gelassenheit zur Schau trug, kam der große Auftritt von Lewis Hamilton. Er dauerte genau zwei Minuten.

Hamilton straft seine Kritiker ab

Der Weltmeister weigerte sich Fragen zu beantworten. Nicht aus Frust über die knappe Trainingsniederlage. Er wollte sich dafür revanchieren, dass ihn „gewisse Medien“ für sein Benehmen bei der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag gerügt hatten. Dort hatte er sich mehr mit seinem Smartphone als mit den Fragen beschäftigt. Als sich einer nach seinen Befindlichkeiten nach dem Motorschaden von Sepang erkundigte, gipfelte das in der Antwort: „Was ich dazu zu sagen habe, steht auf meiner Instagram-Seite.“

Vor allem in der englischen Tagespresse schlug Hamilton ein steifer Wind ins Gesicht. „Das Lächeln aus euren Gesichtern wird jetzt vermutlich verschwinden. Ich bin ehrlich gesagt nicht hier, um eure Fragen zu beantworten. Viele von euch, die hier sind, haben mich immer unterstützt. Es gibt aber auch andere, die auch hier sind, bei denen das nicht so ist. Ehrlich: Ich hatte nicht die Absicht, mich unangebracht zu verhalten. Was aber dann weltweit geschrieben wurde, war respektlos. Es sitzen jetzt auch einige hier, die das gar nicht betrifft, aber die Entscheidung, die ich getroffen habe, steht. Entschuldigung und genießt dieses Wochenende.“

Hamilton hatte in Suzuka noch nie die Pole Position

Weil Hamilton zu keiner Aussage bereit war, musste die Ursachenforschung anderweitig getroffen werden. Der Titelverteidiger hatte sich in den freien Trainingssitzungen mit der Fahrzeugabstimmung verrannt und war in letzter Minute auf den rechten Weg zurückgekehrt. Was Hamilton als große Änderung bezeichnete, war aus Sicht der Ingenieure eine normale Änderung im mechanischen Bereich. „Vielleicht hat es sich für Lewis im Cockpit wie eine große Änderung angefühlt.“

Rosberg bewegte sich das ganze Wochenende zielstrebig auf sein Wunsch-Setup zu. Doch vor einem Hamilton kann man sich nie sicher sein. Wie aus dem Nichts zauberte der Engländer plötzlich im ersten Versuch des Q3 eine Superrunde auf die Bahn und war zwei Zehntel schneller als der Teamkollege. Doch Rosberg konterte mit einer eigenen Chaosrunde. Die von Hamilton nicht mehr verbessert werden konnte. Der Champion machte trotzdem keinen unzufriedenen Eindruck: „Ich bin happy, dass ich nach den Problemen mit der Abstimmung noch so nah an Nico rangekommen bin.“

Die Ingenieure sehen Hamiltons Trainingsniederlage ganz pragmatisch. Suzuka ist einfach keine Hamilton-Strecke. Hier stand er noch nie auf dem besten Startplatz. Hier lag er im Schnitt aller 81 Trainingsrunden 0,15 Sekunden hinter Rosberg. Und wenn man alles zusammenzählt, dann hatte er ganz einfach mehr Fehler eingebaut. Zum Beispiel die Anfahrt zur Haarnadel. „In dem Rechtsknick hat er immer mal wieder die Ideallinie verpasst.“

Hält der Motor?

Für Rosberg war es die dritte Pole Position in Suzuka in Folge. Und die 30. in seiner Karriere. Es zählt zu seinen neuen Qualitäten, dass er unter Druck zurückfeuern kann und sich auch von dem Überraschungsangriff seines Stallrivalen nicht aus dem Konzept bringen lässt. Die Angst vor einem möglichen Motorschaden wischt er weg: „Es ist mit Ausnahme von dem Problem bei Lewis das ganze Jahr gut gegangen. Es gibt keinen Anlaß zur Sorge, dass es ein zweites Mal passiert.“

Das hört sich bei Toto Wolff ganz anders an: „Wir haben die Ursache immer noch nicht gefunden, obwohl wir sie anhand von einem Vergleichsamotor aus der gleichen Familien einzukreisen zu versuchen. Es gibt ein paar interessante Ansätze, aber noch keine Antwort. So lange müssen wir hoffen, dass unsere Vorsichtsmaßmnahmen ausreichen.“

Neuester Kommentar

Hamilton benimmt sich IMMER NOCH regelmäßig wie ein kleine Kind, dem jemand das Schüppchen weggenommen hat. Eines Formel-1-Fahrers oder gar Weltmeisters völlig unwürdig. Als Teamchef wäre so ein Verhalten gegenüber der Presse (Weltöffentlichkeit!) Grund genug für eine ordentliche Abmahnung. Die "Verschwörung" vor einigen Tagen war noch so eins… Peinlich, peinlich.

Ollie Mengedoht 8. Oktober 2016, 23:58 Uhr
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