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Endlich Glück für Vettel

Alles auf eine Karte gesetzt

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP England - Silverstone - 5. Juli 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Bis zur letzten Trainingsminute sah es so aus, als würde sich Sebastian Vettels Pechsträhne fortsetzen. Doch dann zahlte sich der Poker des Weltmeisters aus. Vettel ging ohne Rundenzeit und ohne große Hoffnung auf eine Reise ins Ungewisse. Und zog das große Los mit Startplatz 2.

05.07.2014 Michael Schmidt

Die Saison von Sebastian Vettel war acht Rennen lang eine einzige Ansammlung an technischen Pannen und Pech. Auch in Silverstone sah es für den Weltmeister lange nicht rosig aus. Die erste K.O.-Runde überstand er mit Ach und Krach. Wie die Ferrari- und Williams-Piloten rückte er in Q1 zu spät auf Slicks aus. Doch seine Zeit auf Intermediates reichte aus, im Feld zu bleiben.

Im Q3 wurde Vettel wieder zu spät auf die Bahn geschickt. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits der Regen eingesetzt. Der Titelverteidiger brach die Runde ab. "Es war sinnlos. Schon in der Aufwärmrunde regnete es. Unmöglich, so noch eine vernünftige Runde zu fahren." Der Rest war Warten und Beten. Vettel lag ohne Rundenzeit auf Platz 10. Als drei Minuten vor Schluss der Regen nachließ, spielte der Red Bull-Pilot Alles oder Nichts. Er hatte nichts mehr zu verlieren.

Vettel fährt, Ricciardo steht

Der Poker zahlte sich aus. Diesmal war Vettel unter den ersten, die sich auf die Reise ins Ungewisse begaben. Nur Nico Hülkenberg lag vor ihm. "Anfangs kam es mir unwahrscheinlich vor, dass ich unter den Bedingungen eine gute Rundenzeit fahren würde. Aber Silverstone ist ein komischer Ort. Da kann das Wetter innerhalb von Sekunden umschlagen. Wir haben heute alles im Wechsel erlebt: Leichter Regen, starker Regen, Niesel, gar kein Regen."

Auch an der Red Bull-Box war die Hoffnung nicht groß. "Wir hatten nicht auf dem Radar, dass der letzte Sektor so schnell abtrocknen würde. Seb ist raus, weil er nichts zu verlieren hatte. Daniel ist in der Box geblieben. Er konnte sich nicht vorstellen, dass es noch schneller gehen sollte als bei seinem ersten Versuch", erklärte Teamchef Christian Horner. Daniel Ricciardo stürzte noch auf den achten Platz ab. Und Vettel schoss von Rang 10 auf Platz 2.

"Du musst so fahren, als wäre es trocken"

Es war ein Ritt auf der Rasierklinge: "Es war unheimlich schwer, den Grip und den Speed abzuschätzen. Besonders in Kurve 1 natürlich. Die Referenz der Runde davor war eine nasse Strecke." Im ersten Sektor ließ es Vettel vorsichtig angehen. Wie Rosberg spulte er ihn in 30,0 Sekunden ab, sieben Zehntel über dem Bestwert. Auch die 40,0 Sekunden im zweiten Abschnitt gaben noch nicht zur Hoffnung Anlass, dass Vettel in die erste Startreihe fahren könnte.

Doch dann trocknete die Bahn rasend schnell ab. Am Ende der Hangar-Geraden sagte sich der Weltmeister: "Jetzt zählt nur noch alles oder nichts. Du musst so fahren, als wäre die Strecke trocken." In Stowe Corner lauerte aber noch ein nasser Fleck. "Da bin ich ein bisschen weit abgetragen worden. Aber die letzten drei Kurven waren komplett trocken. Dort haben wir die ganze Zeit gutgemacht."

Für elf Sekunden hielt Vettel die Pole Position. Dann fing ihn Nico Rosberg noch ab. Trotzdem ist der zweite Startplatz ein Lichtblick. Das beste Trainingsergebnis seit dem GP Malaysia. Auf trockener Strecke wird es schwer werden, dem Mercedes zu folgen. Deshalb sagt Vettel: "Ich hätte nichts gegen ein bisschen Regen am Sonntag."

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