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Endlich wieder Punkte für Hülkenberg

"Wir konnten Maldonado nicht kontern"

Nico Hülkenberg - GP Kanada 2015 Foto: xpb 22 Bilder

Force India hat wieder vier Punkte geholt. Diesmal mit Nico Hülkenberg. Trotz Dreher nach Kampf mit Sebastian Vettel. Und trotz der Probleme mit dem Auto ist der Rennstall immer noch im Geschäft im Kampf um Platz 5 in der Konstrukteurs-WM.

09.06.2015 Michael Schmidt

Bis jetzt hat Force India das Maximum aus seinen Möglichkeiten gemacht. Der VJM08 ist wahrscheinlich das langsamste Auto aus der Gruppe Lotus, Toro Rosso und Sauber, und dennoch liegt der Rennstall aus Silverstone mit 21 Punkten gut im Rennen um Platz 5 in der Konstrukteurs-Meisterschaft. Lotus hat nur zwei Punkte mehr.

Sportdirektor Otmar Szafnauer ist zufrieden: "Wir sind immer noch dran. Eigentlich müssten Lotus und Toro Rosso deutlich mehr Punkte als wir haben, weil ihre Autos besser sind. Jetzt müssen wir noch ein Rennen überstehen, und dann kommt unsere B-Version. Dann hoffen wir, dass wir ein Paket haben, mit dem wir überall um Punkte kämpfen können." Intern wird mit einem Zeitgewinn von mindestens einer halben Sekunde gerechnet.

Erste Punkte für Hülkenberg seit Melbourne

Bis jetzt hat Force India überall dort WM-Zähler gesammelt, wo der Abtrieb nicht die entscheidende Rolle spielt und wo die Mercedes-Power über die Defizite hinweg hilft. Auch in Montreal. Diesmal wieder mit Nico Hülkenberg, der als Siebter gestartet war und als Achter ins Ziel kam. "Schön, zum ersten Mal seit Australien wieder in den Punkten zu sein. Es war ein cooles Rennen. Ich bin mein Ding gefahren, teilweise ziemlich unauffällig, aber das Ergebnis war gut. Seb hätte ich sowieso nicht halten können. Felipe hatte auch ein unheimliches Tempo. Das hast du daran gesehen, wie er mir weggefahren ist. Die zwei hätte ich nie aufhalten können."

Im ersten Augenblick ärgerte man sich bei Force India im Vergleich zur Startaufstellung je eine Position eingebüßt zu haben, aber nach Durchsicht der Daten war es unrealistisch darauf zu hoffen, die Plätze zu halten. "Wir haben in der Startaufstellung davon profitiert, dass Vettel und Massa Probleme hatten. Sonst wären die schon da vor uns gestanden", gibt Teammanager Andy Stevenson zu. Fazit: "Wir müssen mit den vier Punkten happy sein. Das bringt uns ein Rennen näher an die Premiere unseres großen Upgrades." Gute Nachricht aus der Heimat: Die kurze Nase bestand den Crashtest im zweiten Anlauf.

Ferrari mit viel mehr Grip-Reserven

Die Lotus waren für Force India nicht zu halten. Hülkenberg hatte vom Rennspeed gegen Pastor Maldonado ebenso wenig eine Chance wie Sergio Perez am Rnde gegen Romain Grosjean. Der Mexikaner klagte über massiven Gripverlust in den letzten Runden. Er hatte bereits in der 24. Runde auf die härteren Reifen gewechselt. Und die gingen am Ende des Rennens in die Knie.

Deshalb hat Force India auch nicht auf den frühen Stopp von Maldonado in Runde 17 reagiert. Hülkenberg blieb mit dem ersten Reifensatz elf Runden länger auf der Strecke. "In Kurve 3 ist Maldonado innen an Grosjean hängengeblieben, und ich bin außenrum vorbei", blickt Hülkenberg auf die Startrunde zurück. "Grosjean ist vor mir weg gefahren, Maldonado saß mir im Nacken. Er ist früh an die Box gekommen und hat so einen Platz auf mich gut gemacht. Wir mussten draußen bleiben. Auf unserem Auto hätten die Reifen nicht so lange überlebt. Schon der erste Satz hat links vorne gekörnt und vibriert. Von daher war Platz 8 das Maximum." Die Szene des Rennens war der Zweikampf mit Sebastian Vettel. Hülkenberg schildert den Zwischenfall, der ihn in einen Dreher zwang, elf Sekunden und eine Position auf Massa gekostet hat:

"Dumm gelaufen. Seb hat es außen versucht. Ich hätte eigentlich gar nicht gegenhalten sollen, weil ich ihn eh nicht hätte halten können. Aber du bis ja Rennfahrer und versuchst es doch. Er hat eingelenkt und mich nach innen reingedrängt. Ich bin mit der Karre eh schon jede Runde am absoluten Limit, und dann kommst du innen auf die Reifenschnipsel und hast gar keinen Grip mehr. Ich habe die Kollision kommen sehen und musste dadurch etwas mehr auf die Bremse, und dadurch hat es mich gedreht. Hätte ich die Bremse aufgemacht, hätten wir uns berührt."

Auch in solchen Szenen zeigt sich, wie wichtig das Auto ist: "Da hast du gesehen, wie viel mehr Grip-Reserve so ein Ferrari hat. Wir sind mit unserem bescheidenen Abtrieb immer am Limit. Wenn dann so eine spitze Situation kommt, dann können wir nicht mehr noch was drauflegen wie die. Ich bin dann nur noch Passagier."

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