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Entscheidung in Stuttgart

Mercedes bleibt in der Formel 1

Mercedes Nase GP Australien 2012 Foto: Wilhelm 51 Bilder

Bei Mercedes fiel vergangene Woche eine Grundsatzentscheidung. Der Konzern bleibt in der Formel 1. Schon in der kommenden Woche könnte das Concorde Abkommen unterschrieben werden. Das würde bedeuten, dass die Silberpfeile für die nächsten sieben Jahre auf den GP-Pisten unterwegs sind.

21.09.2012 Michael Schmidt

Am Montag nach Monza fand der Grand Prix von Stuttgart statt. Die Mercedes-Vorstände verlangten nach einem Rapport. Sie wollten von Teamchef Ross Brawn und Technikdirektor Bob Bell eine Antwort auf die Frage, wie die Ergebnisse in Zukunft besser werden sollen. Von ihrem Langzeitplan hing die Zukunft von Mercedes in der Formel 1 ab.

Niki Lauda vermittelt zwischen Ecclestone und Mercedes

Die Euphorie für die Königsklasse hatte in Stuttgart einen massiven Dämpfer bekommen, seit der Autokonzern unter Schmerzen bei einem neuen Concorde Abkommen schlechtere Bedingungen als die Mitbewerber Red Bull, Ferrari und McLaren schlucken musste. Immerhin handelten die Emissäre von Mercedes Vorzugsrechte aus, die ihnen Bernie Ecclestone zunächst verweigern wollte, weil er dem Rennstall wegen der vielen Namenswechsel den historischen Bonus verweigerte.

Auch Mercedes zählt jetzt zu den Privilegierten, allerdings unter Auflagen. Es müssen bestimmte Ergebnisse erzielt werden. Niki Lauda hatte die Gräben, die zwischen dem Formel 1-Management am Princess Gate und den Mercedes-Vorständen entstanden waren, zugeschüttet.

Unterschreibt Mercedes für die nächsten sieben Jahre?

Die jüngsten Resultate hatten den Kritikern im Haus Mercedes neue Munition gegeben. Es gab zwar den ersten Sieg seit dem Revival der Silberpfeile und auch die ersten Trainingsbestzeiten, doch nach dem GP Europa folgte ein unerklärlicher Einbruch. Erst in Monza wies die Kurve wieder leicht nach oben. Pessimisten fürchteten, Mercedes könne in letzter Minute noch sein gesamtes Formel 1-Engagement kippen.

Der Mercedes-Vorstand wollte Fakten sehen, was bislang schiefgelaufen ist und was mittelfristig besser werden sollte. Offenbar war die Präsentation der Herren Brawn und Bell überzeugend. Das Formel 1-Programm wurde durchgewinkt. Schon in der nächsten Woche könnte Mercedes als zehntes Team das neue Concorde Abkommen bis 2020 unterschreiben. Jetzt sollen auch alle Bedenken über eine Verletzung des Wettbewerbsgesetz und der Compliance-Regeln aus dem Weg geschafft worden sein.

Neue Ingenieure und Windkanal sollen Erfolge bringen

Die englische Teamleitung führte mehrere Gründe an, warum die Ergebnisse immer noch nicht so sind, wie sie sein sollen, und warum gerade das im nächsten Jahr anders werden soll. Die neuen Führungskräfte Geoff Willis und Aldo Costa und die geänderte Struktur im Konstruktionsbüro werden sich erst beim 2013er Auto auswirken.

Mit Mike Elliott weht seit Juni ein neuer Wind in der Aerodynamikabteilung. Elliott kam von Lotus. Der Supersimulator geht gerade ans Netz. Er ist technisch auf dem Stand von Red Bull und McLaren. Der Windkanal wird seit dem 1. September mit 60-Prozent-Modellen betrieben. Das verbessert die Detailgenauigkeit und die Aussagekraft der Daten.

Auf die Frage, warum Mercedes so lange an 50 Prozent-Modellen festhielt, erklärt Ross Brawn: "Da ist der Teiledurchsatz höher, weil man im kleineren Maßstab schneller produzieren kann." Mehr Modelle bedeuten mehr Windkanal-Tests. Die Beschränkung auf den kleineren Maßstab brachte aber auch einen Nachteil mit sich, der möglicherweise die Defizite im aerodynamischen Bereich erklärt.

Fahrerfrage bleibt noch offen

"Die Windkanalreifen im 50-Prozent-Maßstab sind schlechter als die größere Variante. Weil die meisten Windkanäle heute mit 60-Prozent-Modellen betrieben werden, hat Pirelli mehr Arbeit in die entsprechenden Reifen investiert", präzisiert Brawn. Windkanalreifen, die nicht wie ihre großen Brüder im Original walken und sich verformen, können die Windkanalergebnisse total verfälschen. Ferrari hatte dieses Problem in der Saison 2005.

Ein Punkt auf der Agenda für eine bessere Zukunft, soll auch die Personalie Lewis Hamilton gewesen sein. Doch ob der Weltmeister von 2008 den Weg zu Mercedes findet, liegt nur bedingt in der Hand der Strategen in Brackley und Stuttgart. Die Gerüchtebörse im Fahrerlager meldet, dass McLaren sein Angebot deutlich nachgebessert hat. Eine Stange Geld hat schon so manches zwischenmenschliche Problem überdeckt.

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