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Entscheidung über Billig-Motor

Was planen Ecclestone und Todt?

Bernie Ecclestone & Jean Todt Foto: xpb 11 Bilder

Bernie Ecclestone und FIA-Präsident Jean Todt wollen den Billig-Motor gegen den Widerstand der Hersteller ab 2017 installieren. Doch was passiert, wenn die Formel 1-Kommission den Vorschlag ablehnt? Offenbar gibt es schon einen Plan B.

20.11.2015 Michael Schmidt

Die Lage spitzt sich zu. Am 24. November geht es um die Zukunft der Formel 1. Dann werden Bernie Ecclestone, FIA-Präsident Jean Todt und die Teams über die Einführung eines Billig-Motors ab 2017 streiten. Die Alternative zum Hybridantrieb soll den Privatteams das Überleben sichern für den Fall, dass die Automobilhersteller die Preise für ihre Hightech-Triebwerke nicht senken wollen und es weiter ablehnen, eine Mindestanzahl an Teams zu einem Höchstpreis von 12 Millionen Euro zu beliefern.

Normalerweise müssen alle Regelvorschläge der FIA 3 Entscheidungsgremien passieren. Die Strategiegruppe, die Formel 1-Kommission und den FIA-Weltrat. Weil es um 2017 geht, ist eine Mehrheit gefordert. Die Strategiegruppe ist die einfachste Hürde. Da reichen die jeweils 6 Stimmen der FIA und der FOM aus, den Antrag in die Formel 1-Kommission weiterzuleiten. Egal wie Mercedes, Ferrari, McLaren, Williams, Red Bull und Force India abstimmen.

Strategiegruppe und F1-Kommission am gleichen Tag

An der Formel 1-Kommission könnte es scheitern. Es ist unwahrscheinlich, die dafür nötigen 18 von 24 Stimmen zu bekommen. Die Hersteller können ihre Kunden zwar nicht zwingen in ihrem Interesse abzustimmen, aber sie können ihnen bei ausbleibendem Wohlverhalten drohen, beim geringsten Zahlungsverzug die Motoren einzuziehen. So machen sie sich ihre Kunden gefügig. Genau das ist ein Problem, das Bernie Ecclestone und Jean Todt umtreibt. Sie haben sich damit völlig in die Hand der Automobilkonzerne begeben.

Deshalb haben sie längst einen Plan ausgeheckt, wie sie den Billig-Motor auch ohne die Zustimmung der Formel 1-Kommission durchboxen. Oder das bekommen, was sie wollen. Bezahlbare Motoren und eine gewisse Unabhängigkeit von den Autokonzernen. Teil 1 des Plans ist, dass die Formel 1-Kommission nun überraschenderweise am gleichen Tag stattfindet wie die Strategiegruppe. Damit sitzen alle Teams, 8 Veranstalter, 2 Sponsor-Vertreter, ein Motorenhersteller und Pirelli als Reifenlieferant am Tisch.

Drückt der FIA-Weltrat den Billig-Motor durch?

Die Frage lautet: Was wird dann passieren? Ecclestone und Todt werden den Beteiligten erklären, dass es bei dieser Abstimmung um Sein oder Nichtsein der Formel 1 geht. Mercedes wird möglicherweise einen Kompromiss-Vorschlag einreichen. Eine simplere und billigere Hybrid-Formel, um eine Zweiklassengesellschaft zu vermeiden. Ferrari könnte beantragen, die Einführung des Billig-Motors um ein Jahr zu verschieben. Red Bull wird drohen, mit beiden Teams sofort auszusteigen, wenn sich das aktuelle Motorenformat nicht ändert.

Egal, was die Formel 1-Kommission am Ende entscheidet: Es ist kein endgültiges Votum. Der FIA-Weltrat hat zwar bis jetzt alle Abstimmungsergebnisse der Formel 1-Kommission kritiklos abgesegnet, doch das muss nicht immer so sein. Er kann das Votum auch zurückweisen und eine Änderung des Reglements mit dem Verweis auf höhere Gewalt zur Rettung der Formel 1 durchsetzen.

Ecclestone graut nicht einmal vor dem Szenario, dass die Hersteller ein Schiedsgericht einschalten. "Bis das entscheidet, vergehen Jahre." Er weiß genau, dass Ferrari nach der Börsennotierung eine gesunde Formel 1 braucht. Und dass Mercedes-Siege nur dann etwas wert sind, wenn sie gegen echte Konkurrenz herausgefahren werden.

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