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Ergebnis Jerez Formel 1 Test (Tag 2)

Kobayashis Bestzeit kam zu spät

Jerez Test 2010 Tag 2 Foto: xpb 42 Bilder

Kamui Kobayashi hat am zweiten Testtag in Jerez die schnellste Runde gefahren. Die Zeit kam jedoch erst nach Trainingsschluss zustande. So freute sich Toro Rosso-Pilot Sebastien Buemi über Platz eins. Jenson Button und Nico Hülkenberg kamen auf Rang zwei und drei.

11.02.2010 Michael Schmidt

Buemi vor Button ist ein Ergebnis, auf das man nicht unbedingt Wetten abschließt. Die Bestzeit von Sauber-Pilot Kamui Kobayashi wurde gestrichen. Der Japaner fuhr sie drei Minuten nach dem offiziellen Ende des Testtages. Alonso stand schon umgezogen im Ferrari-Zelt, als Kobayasahi mit 1.19,950 Minuten seine schnellste Runde drehte.

Kobayashi außer Konkurrenz

Der Tagesbeste Buemi grinste: "Kobayashi fuhr außer Konkurrenz." Der Schweizer war mit seinem Tag zufrieden. "Der Toro Rosso geht gut mit viel und wenig Sprit im Tank. Die Kinderkrankheiten von Valencia haben wir gelöst. Ich habe die letzten zwei Tage ohne ein Problem geschafft. Wir konnten unser volles Programm abspulen." Buemi fliegt noch heute Abend nach England. "Morgen sitze ich schon wieder im Simulator." Ersatzbeschäftigung, wenn Testkilometer rar sind.
 
Michael Schumacher nur auf Platz fünf, und Alonso noch weiter hinten, das verlangt nach einer Erklärung. Alonso fuhr die meiste Zeit mit viel Benzin im Tank. "Wir wollten einige Teile wie die Bremsen und die Reifen bis ans Limit bringen", sagte der Spanier am Abend nach dem zweiten Jerez-Testtag. "Priorität hat jetzt noch die Standfestigkeit." Der zweifache Weltmeister war mit 129 Runden der Marathon-Mann des Tages. Am Morgen fuhr er exakt 50 Runden am Stück. Am Ende seines Dauerlaufs schaffte der Ferrari-Pilot trotz abgefahrener Reifen 1.22er Zeiten. "Der Abbau der Reifen und der abnehmende Tankinhalt hielten sich die Waage", verriet der neue Ferrari-Star. "Ich war überrascht, dass sich das Auto über den gesamten Turn nahezu gleich angefühlt hat."

Schumacher wieder optimistisch

Auch Michael Schumacher fraß Kilometer. 557, um genau zu sein. Sein Bestwert: 1.21,083 Minuten. "Heute hatte die Simulation einer Renndistanz Vorrang, wir wollen so viele Kilometer wie möglich fahren." Der Heimkehrer fühlt sich, als wäre er nie weg gewesen: "Mittlerweile bin ich drin und fühle mich wie früher." Schumacher gab nach seiner pessimistischen Prognose von Valencia, dass man im ersten Rennen kaum mit einem Sieg rechnen könne, einen etwas optimistischeren Ausblick auf die Saison: "Ich gehe davon aus, dass wir ein Paket haben, mit dem wir über das Jahr hinweg um die Meisterschaft kämpfen können."
 
Mark Webber im neuen Red Bull RB6 belegte gar nur den vorletzten Platz. Er hatte die meiste Zeit des Tages mit Reifentests und viel Benzin an Bord verbracht. Erst in der letzten halben Stunde wurde etwas abgetankt. Der Australier stand zwischendrin immer lange in der Box. Das Auto wurde mehrmals radikal umgebaut. Red Bull musste am ersten echten Tag für den RB6 noch das nachholen, was die anderen schon in Valencia geleistet haben: Grundsatzarbeit am Auto.

Spritunterschiede lassen Analyse nicht zu

Die ungewöhnliche Reihenfolge ist einfach erklärt. Die großen Spritunterschiede bei den einzelnen Teams lassen eine vernünftige Analyse nicht zu. Buemi war bei seiner Bestzeit von 1.20,028 Minuten mit sichtbar wenig Benzin unterwegs. Sein Toro Rosso-Ferrari lenkte aggressiv in die Kurven ein. Auch Jenson Button war zu der Tageszeit, an der er seine schnellen Runden fuhr, nie lange unterwegs. Der Engländer kam nach Dreirunden-Turns jeweils wieder an die Box. Mit 1.20,616 lag er deutlich hinter Buemi. Auch das sagt nichts. Gut möglich, dass er 30 Kilogramm Sprit mehr an Bord hatte. Dann sähe das Ergebnis schon wieder ganz anders aus. Button beendete den Testtag vorzeitig. Sein McLaren-Mercedes blieb neun Minuten vor Schluss kurz vor der Haarnadel stehen. "Auf dem Display leuchtete eine Warnlampe auf. Da habe ich abgestellt", erklärte der Engländer, der mit seinem insgesamt dritten Tag im McLaren sichtlich zufrieden war. "Ich fühle mich in meinem neuen Auto schon zuhause. Auch die Sitzprobleme sind gelöst."

Nico Hülkenberg verlor den gesamten Vormittag wegen eines Hydraulikschadens. "Die modernen Autos sind so kompliziert", schimpft Testchef Dickie Stanford, "dass solche Reparaturen ewig dauern." Als Hülkenberg endlich zum Fahren kam, glätteten sich die Wogen im Williams-Camp wieder. Der Neuling kam auf ansprechende Rundenzeiten, belegte lange Platz drei. Das lästige Untersteuern, das in Valencia noch für großes Kopfzerbrechen gesorgt hatte, ist zum Großteil auskuriert. Williams hat die Gewichtsverteilung umgebaut. Das half. Mit 1.20,629 und Platz drei konnte Hülkenberg zufrieden sein. "Wichtig war, dass ich endlich mal einen trockenen Testtag hatte", atmete der Rheinländer nach dem völlig ins Wasser gefallenen Vortag auf.

Kobayashi und Glock mit Problemen

Force India-Pilot Vitantonio Liuzzi brauchte lange, bis sein neues Auto lief, doch dann macht der Italiener eine gute Figur. Doch wetten, dass bei seinen 1.20,754 auch nicht eine Unmenge Benzin im Tank war? Kamui Kobayashi verlor am Vormittag viel Zeit. Eine defekte Ölleitung hielt das Auto lange in der Garage fest. Trotzdem war die Sauber-Truppe zufrieden. Das Auto lässt sich einfach und logisch abstimmen.

Für Timo Glock war der Testtag um elf Uhr beendet. Zwischen Kurve 1 und 2 brach ohne Vorwarnung die linke Frontflügelendplatte. Es war die elfte Runde des neuen VirginF1-Piloten. Zuerst wurde ein strukturelles Problem vermutet, doch Glock gab Entwarnung: "Ich bin in der Runde davor in der Schikane hart über die Randsteine gefahren. Vielleicht wurde der Flügel da beschädigt." Weil die nötigen Ersatzteile fehlten, war der Testtag beendet.
 
Wer morgen (12.2.) schnell sein will, muss sich beeilen. Bis in die frühen Nachmittagstunden soll es noch trocken sein. Dann droht von Westen eine Schlechtwetterfront, die Jerez in den nächsten vier Tagen unter Wasser setzen soll.

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