Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ergebnis Jerez Test 2014 (Tag 1)

93 Runden in acht Stunden

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - Test - Jerez - 28. Januar 2014 Foto: xpb 156 Bilder

Am ersten Testtag von Jerez wurden die schlimmsten Erwartungen übertroffen. Die neuen Autos standen mehr als sie fuhren. McLaren blieb ganz in der Garage, Caterham schaffte eine, Red Bull drei, Williams sieben und Force India elf Runden. Lewis Hamilton crashte. Insgesamt wurden 93 Runden abgespult. Tageskönig war Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen.

28.01.2014 Michael Schmidt

Gäbe es am ersten Testtag von Jerez einen Preis, dann hätte Kimi Räikkönen voll abgeräumt. Der Ferrari-Heimkehrer fuhr nicht nur mit 1:27.104 Minuten die Bestzeit, er drehte auch noch die meisten Runden. Der neue Ferrari F14 T kam nach acht Stunden Testen auf 31 Umläufe. Ein Drittel des Pensums des gesamten Feldes.

Sieben Fahrer schafften mit vereinten Kräften insgesamt 93 Runden. Nur sechs drehten überhaupt eine gezeitete, fliegende Runde. Im letzten Jahr wurden am ersten Testtag von Jerez 573 Runden abgespult. Nicht, dass es irgendeine Rolle gespielt hätte, aber trotzdem schauten die Kritiker des neuen Reglements auf Räikkönens Bestzeit. Sie war um 9,225 Sekunden langsamer als Felipe Massas 2013er Rekord von 1:17.879 Minuten.

Red Bull erst 14 Minuten vor Schluss auf der Strecke

Von einem Testtag konnte man nicht sprechen. Es war mit Ausnahme von Ferrari noch nicht einmal der viel zitierte Systemcheck. Sebastian Vettel scherzte mit Galgenhumor: "Unsere größte Aufgabe war es, aus der Garage rauszukommen." Red Bull war sieben Stunden und 46 Minuten lang zum Zuschauen verdammt.
 
Um 16:46 Uhr drehte Vettel die erste Runde in seinem neuen Auto. Insgesamt wurden es drei. Der Red Bull hatte eine halbe Runde zurückgelegt, da hörte man ein Geräusch, dass sich nach einem Unfall anhörte. Nach quietschenden Reifen war kurz Stille. Dann fuhr Vettel zurück an die Boxen. Einige Beobachter berichteten von einem Dreher. Renningenieure Guillaume Rocquelin schüttelte den Kopf: "Da war kein Dreher."

Allerdings stieg nach der letzten Runde Qualm aus dem Heck des Autos auf. Irgendw"as hatte offenbar überhitzt. "Wir müssen mal schauen, was da angebrannt ist", nahm Vettel den Zwischenfall locker.

Red Bull benötigt einen Tag zum Federwechsel

Eine falsch eingebaute Feder der Hinterachse hatte die Red Bull-Mechaniker zuvor den ganzen Tag beschäftigt. "Alles da hinten drin ist furchtbar kompliziert", stöhnte Technikchef Adrian Newey. "Jeder Handgriff dauert drei bis vier Mal länger als bisher. Auch, weil wegen der größeren Batterien und der höheren Spannung schärfere Sicherheitsbestimmungen galten." Zur Information: Red Bull verwendete 2013 freiwillig ein KERS mit niedriger Spannung.
 
Bei Red Bull werden jetzt die Köpfe rauchen. Gut möglich, dass sich Vettel und sein neuer Teamkollege am Donnerstag einen Testtag teilen. "Ich würde schon mal gerne wissen, wie sich die neuen Autos anfühlen", grinste Vettel.

Unfall kam Mercedes in die Quere

Mercedes hätte es in der Hand gehabt, Ferrari den Tagessieg zu entreißen. Doch zu Beginn der 19. Runde steckte der neue Mercedes AMG W05 im Kiesbett. Einer der Bolzen, die den Frontflügel mit seinen Trägern verbindet, war gebrochen. Prompt gab auch der Bolzen auf der anderen Seite nach.
 
Der Flügel klappte nach unten, vorne fehlte der Abtrieb, und Hamilton rutschte mit blockierten Vorderrädern frontal in den Reifenstapel. Dabei wurde das rechte Vorderrad abgetrennt. "Es ging alles so schnell. Ich wollte lenken, aber das Auto fuhr einfach geradeaus", berichtete Hamilton. Niki Lauda brummte missgelaunt: "Der Frontflügel kam uns beim Abarbeiten des Testprogramms in die Quere."

Neuer Mercedes-Flügel wird nach Jerez eingeflogen

Angesichts der Rundendiät auf der Rennstrecke ist Lauda froh, dass der Jerez-Test so früh angesetzt wurde. "Ich habe darum gekämpft. Das zahlt sich jetzt aus. Jetzt haben wir umso mehr Zeit, auf Probleme im Motorumfeld zu reagieren."

Teamchef Toto Wolff reiste mit dem kaputten Frontflügel nach England zurück. Dort erwartet die Techniker eine Nachtschicht. Morgen früh um sechs Uhr soll das reparierte und verstärkte Teil wieder in Jerez eintreffen. "Wir müssen Kilometer machen, damit wir mehr über den Motor lernen", fordert Lauda.

McLaren nur mit der Pressemitteilung auf Platz 1

Andere haben größere Probleme. Der neue McLaren M4-29 blieb wegen Elektrikproblemen im Motorumfeld den ganzen Tag in der Garage. Dafür war der Rennstall aus Woking mit dem Testreport schneller als der Rest. Zwei Minuten vor der Zielflagge ging McLaren auf Sendung.

Williams sah zum ersten Mal um 16 Uhr das Tageslicht. Davor hatten Sensorprobleme das blaue Auto in der Boxengasse festgehalten. Force India kämpfte ebenfalls mit Elektronikärger. Sergio Perez schaffte elf Runden. Esteban Gutierrez kam im Sauber-Ferrari auf sieben Runden.

Der neue Caterham-Fahrer Marcus Ericsson kam über eine Installationsrunde nicht hinaus. Vorher hatte er den Teststart von Caterham verzögert, weil ihm zwei Mal der Motor abgestorben war. TV-Experte Marc Surer sagte mit Kennerblick: "Die Turbos verlangen viel Drehzahl beim Anfahren. Sonst hat der Motor zu wenig Power." Der neue Marussia MR03 wird erst am Mittrwoch (29.1.2014) in Jerez eintreffen. Das Auto wurde nicht rechtzeitig fertig.

In unserer großen Bildergalerie haben wir die besten Fotos vom ersten Testtag in Jerez gesammelt.

FahrerTeamZeit/ Rückstand
1. Kimi RäikkönenFerrari1:27.104 Min.
2. Lewis HamiltonMercedes+ 0.716 Sek.
3. Valtteri BottasWilliams+ 2.978
4. Sergio PerezForce India+ 6.057
5. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 9.426
6. Esteban GutierrezSauber+ 15.153
7. Sebastian VettelRed Bullohne Zeit
8. Marcus EricssonCaterhamohne Zeit
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden