Das teilte die Betreibergesellschaft am Dienstag (7.7.) mit. Gründe wurden nicht genannt. Forderungen nach einem Rücktritt hatte Ecclestone zuvor jedoch zurückgewiesen. "Die Leute, die das sagen, haben gar nicht die Macht dazu", sagte er der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. Unter anderem hatte der Jüdische Weltkongress (WJC) Ecclestone aufgerufen, seinen Posten zu räumen.
Ecclestone fühlt sich "falsch interpretiert"
Der 78-Jährige hatte sich in einem Zeitungs-Interview abschätzig über Demokratien geäußert und die Macht Hitlers gewürdigt, "Dinge erledigen zu können". Ecclestone betonte inzwischen mehrfach, seine Aussagen seien "falsch interpretiert" worden. Ob er wegen des Wirbels seine Reise in die Eifel zum Großen Preis von Deutschland an diesem Sonntag (12.7.) komplett absagen wird, blieb zunächst offen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte am Montag auf ein geplantes Treffen mit Ecclestone auf dem Nürburgring verzichtet. Bei dem Gespräch am Sonntag sollte es um die Rettung des defizitären Formel-1-Rennens in Hockenheim gehen. Ecclestone reagierte überrascht auf die Nachricht. "Ich denke, ich treffe ihn um 12 Uhr am Sonntag - keiner hat mir das Gegenteil gesagt", erklärte der Milliardär.
Wie nun bekannt wurde, soll der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert als Vertreter von Oettinger mit Ecclestone über die Rettung des Grand Prix verhandeln. Hubbert habe sich bereiterklärt, im Auftrag des Landes zu dem Gespräch zu reisen, sagte Oettinger am Dienstag in Stuttgart.
Entschuldigung für Äußerungen
Über die heftigen Reaktionen auf seine Äußerungen zeigte sich Ecclestone erstaunt. "Das Letzte, das ich wollte, war, jemanden zu verärgern", beteuerte er. Neben dem WJC hatten auch der Zentralrat der Juden in Deutschland sowie britische und deutsche Politiker die Kommentare des Formel-1-Chefs scharf verurteilt.
Ecclestone betonte, er bedauere sein Lob für Hitlers Führungs-Qualitäten nicht, relativierte aber seine Erklärungen. "Zwischen 1933 und 1938 hat er aus einem bankrotten Land eine ziemlich starke Kraft in Europa gemacht. Danach war der Typ dann offensichtlich ziemlich durchgeknallt", meinte Ecclestone. Auch an seiner grundsätzlichen Kritik demokratischer Prozesse hielt er fest: "Der Ärger mit den Politikern und der Demokratie ist, dass sie die ganze Zeit Kompromisse eingehen müssen. Sie können nicht machen, was sie wollen, weil es eine Opposition gibt. Daher braucht es sicher etwas länger, etwas zu bewegen."





