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Asphalt statt Kiesbett

Diskussion um Parabolica-Entschärfung

Parabolica - Formel 1 - GP Italien - 3. September 2014 Foto: ams 23 Bilder

Sie ist ein Heiligtum unter den Kurven. Die Parabolica. Deshalb war der Aufschrei besonders groß, als an der Zielkurve von Monza Kosmetik betrieben wurde. Seit diesem Jahr ist die Hälfte der Auslaufzone aus Asphalt. Wir haben die neue Parabolica getestet.

04.09.2014 Michael Schmidt

Sie zählt zu den großen Drei unter den Kurven in der Formel 1. Nicht vom Schwierigkeitsgrad her, aber vom Namen. Neben der Tabakkurve von Monte Carlo und Eau Rouge in Spa ist die Parabolica in Monza jedem ein Begriff, der mit Motorsport etwas am Hut hat. Hier starb 1961 Graf Berghe von Trips. Hier fuhr 1970 Jochen Rindt in den Tod. Und hier legte Derek Warwick 1990 seinen Lotus in der Startrunde aufs Dach.

Der 180-Grad-Bogen am Ende der Runde, der zum Ausgang hin aufmacht, hat nichts Furchterregendes an sich wie die Eau Rouge. Er ist nicht so schnell wie Copse Corner in Silverstone und auch nicht überhöht wie die alte Peraltada-Kurve in Mexiko-City. Die Parabolica wird aus 320 km/h angebremst. Im vierten Gang geht es mit 170 km/h hinein und mit 230 kommt man am Ende wieder raus.

Jetzt muss nicht mehr gleich der Traktor ran

Jahrzehntelang fing ein Kiesbett die Autos ein, die in der Parabolica zu schnell gewesen sind. Seit diesem Jahr kommt vor dem Sandkasten ein Asphaltband. 35 Meter breit am Eingang, acht Meter im Scheitelpunkt und nur noch ein 1,50 Meter schmaler Streifen am Ausgang. Daran schließt sich im letzten Teil ein Stück Kunstrasen an, der verhindern soll, dass die Fahrer die Auslaufzone in ihre Ideallinie mit einbeziehen.

Der Umbau der Parabolica sorgte für einen Aufschrei unter den Fans. Es war, als hätte man ein Denkmal entweiht. Und den Fahrern das Fahren noch einfacher gemacht. Fehler, so die Meinung der Hardcore-Fans, müssen bestraft werden. Sie sind die Diskussionen leid, wenn sich mal wieder einer über den anderen beschwert, weil er den Sturzraum mit in seine Ideallinie mit einbezogen hat.

auto motor und sport ist am Mittwoch vor Ort gewesen. Wir können Sie beruhigen. Es gibt schlimmere Sünden. Wer wirklich zu schnell ist, landet immer noch im Kies und wird bestraft. "Wir wollten mit dem Asphaltstreifen zwei Dinge erreichen", erzählt FIA-Rennleiter Charlie Whiting. "Erstens baut Asphalt bei einem kapitalen Abflug wirksam Gesachwindigkeit ab. Besser als Kies. Die kleinen Ausrutscher enden jetzt nicht mehr gleich damit, dass der Traktor und acht Streckenposten ausrücken müssen."

Nur Melbourne wehrt sich gegen Asphalt

Die FIA bestückt die älteren Rennstrecken Schritt für Schritt mit Asphaltflächen in der Schusslinie der Autos. Aber nur bei Kurven, die aus den oben genannten Gründen kritisch sind. "In diesem Jahr wurde Kurve 12 in Barcelona asphaltiert. In Suzuka wird es Kurve 7 sein", verrät Whiting. Mittelfristig lohnt sich die Investition für die Rennstrecke. Asphalt ist zwar teurer als Kies, braucht aber keine Wartung, wenn er mal verlegt ist.

Nur in Melbourne sind der FIA die Hände gebunden. Dort ersetzte Asphalt nur an einer Stelle Gras oder Kies. Die Rennstrecke liegt in einem öffentlichen Park. Baumaßnahmen sind dort schwer durchsetzbar. Weil dann die Umweltschützer Alarm schlagen.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen, wie es jetzt in der Parabolica aussieht.

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