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Erste Punkte für Renault

Nur halbe Kraft für 2017

Renault - Kevin Magnussen - Jolyon Palmer - GP Russland 2016 Foto: xpb 23 Bilder

Renault jubelt über die ersten Punkte. Der siebte Platz von Kevin Magnussen nimmt Druck von dem Team, das ins Hinterfeld abgerutscht ist. Das Renault-Management entschied der Optik wegen, die volle Konzentration auf 2017 aufzugeben. Befehl von oben: Der R.S.16 muss weiterentwickelt werden.

03.05.2016 Michael Schmidt

Die sechs WM-Punkte von Kevin Magnussen beim GP Russland kamen zur rechten Zeit. Nach der bescheidenen Vorstellung in den ersten drei Rennen war der Vorstand in Paris nervös geworden. Der wiederbelebte Werksrennstall drohte zusammen mit Sauber und Manor in den Tabellenkeller abzudriften. Die Startplätze 17 und 18 bestätigten den Trend. "Es ging nicht schneller. Das ist das, was das Auto momentan kann", bedauerte Einsatzleiter Alan Permane.

24 Stunden später zauberte der siebte Platz von Magnussen ein Lächeln auf die Gesichter von Teamchef Frederic Vasseur und seiner Truppe. Es war ein unerwarteter Punktesegen. Die Power-Strecke von Sochi favorisierte mehr die Autos mit Mercedes- und Ferrari-Motoren.

Magnussens Blitzstart legte den Grundstein

Magnussen führte das überraschende Resultat auf einen fulminanten Start zurück. "Er legte das Fundament für das spätere Resultat. Es hätte noch besser laufen können, aber ich musste einem der Unfallautos in der zweiten Kurve ausweichen und verlor dabei einige Positionen. Danach bin ich bis zum Schluss immer auf Attacke gefahren und habe mich trotz alter Reifen gut verteidigt." Renault hatte bewusst auf etwas Abtrieb verzichtet, um seinen Fahrern schnelle Autos auf den Geraden zu geben. Am Ende der Zielgeraden belegte Magnussen mit 329,5 km/h Platz 2 in der Topspeed-Tabelle.

Magnussens Garnitur Soft hatte im Ziel 11 Runden mehr auf der Lauffläche als die Reifen von Sergio Perez, der zwei Plätze hinter ihm landete. Eigentlich war der Däne schon in Runde 14 für den Boxenstopp eingeteilt, aber dann musste Renault zuerst Jolyon Palmer an die Box holen, um Carlos Sainz abzuwehren. "Die Supersoft-Reifen von Kevin hatten noch Luft für zwei weitere Runden. Der geringe Verschleiß auf den Supersofts und die Longruns vom Freitag gaben uns das Vertrauen, dass uns die Soft-Reifen die restlichen 37 Runden bis ins Ziel halten würden", erklärte Permane.

Mit halber Kraft den R.S. 16 entwickeln

Der GP Russland brachte Renault auf die Landkarte der Teams mit WM-Punkten. Ursprünglich hatte die Teamleitung der WM-Position in diesem Jahr nur geringe Bedeutung zugeschrieben. Die Renault-Strategen wollten es wie Ross Brawn 2008 machen. Früh die Saison abschreiben und volle Konzentration auf das 2017er Auto für ein neues Reglement. BrawnGP wurde mit dieser Taktik ein Jahr später Weltmeister.

Technikchef Bob Bell ordnete deshalb schon im Februar eine Generalmobilmachung für 2017 an. Früher als jedes Team. Jetzt pfiff ihn der für Motorsport zuständige Vorstand Jérôme Stoll zurück. Ein Werksrennstall wie Renault könne es sich aus Imagegründen nicht leisten, sich aufzugeben und im hinteren Feld herumzudümpeln.

Deshalb wird der R.S.16 nun doch wieder mit halber Kraft weiterentwickelt. Beim nächsten Rennen in Spanien kommt eine neue Vorderradaufhängung. In Kanada das revidierte Getriebe und das große Motor-Ugrade. Und bis zum GP England wird die Hinterachse modifiziert. Dazwischen immer wieder Aerodynamik-Retuschen. Das sollte Renault auf jeden Fall vor Sauber und Manor halten.

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