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Erste WM-Punkte für Marussia

47-Millionen-Zahltag dank Bianchi?

Jules Bianchi - GP Monaco 2014 Foto: xpb 40 Bilder

Der neunte Platz von Jules Bianchi beim GP Monaco kann für Marussia viel wert sein. Im Moment bedeuten die zwei WM-Punkte Platz 9 in der Konstrukteurs-WM. Das kann dem russischen Rennstall nächstes Jahr aus Bernie Ecclestones Kasse 47 Millionen Dollar bringen.

27.05.2014 Michael Schmidt

Es war die schönste Geschichte des Wochenendes. Marussia feierte beim GP Monaco seine ersten WM-Punkte. Im 83. Anlauf. Das Team mit der russischen Lizenz zählte 2010 zu den drei neuen Teams (damals noch unter dem Namen Virgin) und rannte viereinhalb Jahre vergeblich gegen diese Schallmauer an. Im Marussia-Motorhome wurden nach dem Rennen russische Lieder gesungen.

Marussia-Chef Andrej Cheglakov strahlte über das ganze Gesicht: "Wir haben uns diese Punkte verdient, auch wenn viele ausgefallen sind. Wir wollen nicht von Problemen der anderen profitieren, aber das ist Rennsport. Ab Mitte des Rennens glaubte ich an unsere Chance." Bianchi pflichtete bei: "Wir konnten im Rennen das Tempo der Sauber, Toro Rosso und Lotus mithalten. Und selbst Kimi hat eine Zeit gebraucht, bis er aufschließen konnte."

Das kleinste Team im Feld

Die Truppe aus Banbury ist mit 197 Mitarbeitern und einem Budget von 75 Millionen Euro die kleinste im Feld. Das neue Technik-Monster zu zähmen ist schon für die großen Teams eine Titanenaufgabe. Welche Hürde muss es dann erst für eine Truppe sein, die insgesamt so viele Angestellte hat, wie Red Bull Ingenieure? Das Technikbüro hat seit Anfang Mai eine Ausbaustufe in der Hinterhand, die aus Geldmangel nicht produziert werden kann. "Sie würde eine halbe Sekunde bringen", sagen die Techniker.

Marussia verhandelt gerade mit einem Testfahrer, der für ein siebenstelliges Entgelt an den Freitagstrainings teilnehmen soll. Das wäre die nötige Finanzspritze, den Entwicklungsfahrplan auch umzusetzen. "Im Augenblick bringen wir jedes Rennen ein paar Kleinigkeiten. Wir glauben an uns", gibt sich Cheglakov kämpferisch.
 
In Monte Carlo fehlten Bianchi nur sechs Zehntel auf die Sauber. Dem direkten Gegner Caterham nahm der 24-Jährige aus Nizza 0,8 Sekunden ab. "Im Augenblick liegen wir leicht vor Caterham. Es ist ein Kopf-an-Kopfrennen", sagt Bianchi.

Marussia winken 40 oder 47 Millionen Dollar

Wenn Marussia die Saison überlebt, dann könnten die zwei Punkte von Monte Carlo die Finanzsituation 2015 deutlich entschärfen. Es wird Caterham schwer fallen, das Bianchi-Resultat zu überbieten. Das wäre schon einmal Platz 10. Im Moment muss sich selbst Sauber Sorgen machen. Die Schweizer vermitteln nicht gerade den Eindruck, als könnten sie aus eigener Kraft in die Punkte fahren.

Platz 9 gibt bei Bernie Ecclestones Geldausschüttung 47 Millionen Dollar. Rang 10 wird mit 40 Millionen vergütet. Marussia käme direkt in den Genuss der Auszahlung, weil das Team im letzten Jahr auf Platz 10 gelandet ist. Der wird für Marussia aber erst mit Verzögerung etwas wert. Um aus der Kasse der Rechteinhaber überhaupt Geld zu bekommen, muss man in den abgelaufenen drei Jahren zwei Mal in den Top Ten gelandet sein.
 
Das wäre bei Marussia Ende 2014 der Fall, vorausgesetzt sie werden von Caterham nicht mehr eingeholt. Cheglakov mahnt trotzdem an: "Die Formel 1 braucht einen gerechteren Auszahlungsmodus. Das Geld muss so verteilt werden, dass alle überleben können."

Chaos beim Start kostet zwei Punkte

Auch wenn insgesamt zehn Ausfälle Bianchi in die Punkteränge halfen, kann man von Glück allein nicht sprechen. Der Franzose musste wegen eines Getriebewechsels vom letzten Platz starten und wurde noch mit fünf Sekunden gebüßt, weil er falsch in der Startaufstellung stand. Sonst wäre Bianchi auf Platz 8 gelandet. "Maldonado fehlte. Gutierrez ist aufgerückt, Chilton auch. Ich stand plötzlich auf Kobayashis Platz. Bis ich merkte, dass ich falsch lag, war es schon zu spät."

Weil Marussia die fünf Sekunden an den Boxenstopp während der Safety-Car-Phase anhängte, zählte die Strafe nicht. Sie wurde am Ende des Rennens addiert. Als man Bianchi das über Funk mitteilte, dachte er schon, das Wunder würde doch nicht eintreten. "Ich habe herumgerechnet, Grosjean im Rückspiegel gesehen, gewusst, dass er in der Addition vor mir liegt. Aber dann kam die beruhigende Nachricht, dass Magnussen immer weiter zurückfällt. Ich bin stolz, Teil eines historischen Resultats zu sein."

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