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EU-Kommission prüft Formel 1

"Ergebnis bis Saisonbeginn 2016"

Bernie Ecclestone - Maurizio Arrivabene - GP Russland - Sochi - Donnerstag - 8.10.2015 Foto: xpb 41 Bilder

Force India und Sauber haben bei der EU-Kommission gegen die ungerechte Geldverteilung durch die Rechteinhaber und den Entscheidungsfindungsprozess, der die kleinen Teams ausschließt, eine formale Klage eingereicht. Ein Ergebnis wird bis spätestens Saisonbeginn 2016 erwartet.

21.10.2015 Michael Schmidt

Die Rechteinhaber, die FIA und die großen Teams der Formel 1 schauen mit bangem Blick nach Brüssel. Nur Bernie Ecclestone lässt die formale Klage von Force India und Sauber gegen Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Einnahmen und dem Entscheidungsfindungsprozess kalt. Man darf davon ausgehen, dass ihm die Klage ins Konzept passt. Für alle anderen könnte es ein böses Erwachen geben.

Die Rechteinhaber werden sich schwer tun, die Formel 1 zu verkaufen, solange Rechtsunsicherheit herrscht. Zumindest nicht zu dem Preis, den sie gerne haben wollen. Die FIA muss um die üppige Apanage von rund 40 Millionen Dollar aus dem Topf der Rechteinhaber und um die Zuteilung von Anteilen bei einem Börsengang fürchten.

Andererseits bekäme sie das Recht zurück, allein die Regeln zu bestimmen. Die großen Teams würden ihre Bonuszahlungen verlieren und schlimmstenfalls zu Unrecht ausgeschüttetes Geld von 2014 und 2015 zurückzahlen müssen. Ferrari muss um sein Veto-Recht fürchten.

Ergebnis der EU-Klage innerhalb von 6 Monaten

Wer glaubt, dass die Mühlen in Brüssel langsam mahlen, könnte sich täuschen. Nachdem Force India und Sauber ihre Dokumente eingereicht haben, wartet die EU-Kommission auf die Unterlagen der Gegenseite. CVC muss belegen, warum mit den beanstandeten Vertragsbestandteilen alles in Ordnung ist.

Den Klägern wurde signalisiert, dass mit einem Ergebnis innerhalb des nächsten halben Jahres zu rechnen ist. "Wenn alles gut läuft, haben wir Weihnachten schon eine Antwort. Ansonsten denke ich, dass wir spätestens vor Saisonbeginn 2016 Klarheit bekommen", hofft Force India-Teamchef Bob Fernley.

Die EU-Kommission wird in einem ersten Schritt entscheiden, ob es überhaupt zu einer Untersuchung kommt. Das hängt von den Beweisen ab, die Force India und Sauber in ihrer Angelegenheit eingebracht haben und von der Antwort der Rechteinhaber.

Wenn die Kommissare aus Brüssel eine Untersuchung ankündigen, ist das bereits ein Sieg. Meistens suchen dann die Beteiligten nach einer Lösung, die die Kommissare zufriedenstellt. "Die Erfahrung zeigt, dass sich die meisten eine langwierige Untersuchung ersparen wollen, weil es die Geschäfte stört", erzählt Fernley.

Unrecht in der Zukunft war Unrecht in der Vergangenheit

Früher hätten sich die Teams einen solchen Vorstoß nicht zugetraut, weil sie Repressalien von Bernie Ecclestone oder der FIA befürchtet hätten. Doch weder Force India, noch Sauber haben von Ecclestone ein böses Wort gehört. Man darf davon deshalb ausgehen, dass Bernie heimlich mit den Rebellen sympathisiert.

Die EU könnte viele seiner Probleme lösen. Eine Auflösung des aktuellen Finanzvertrages würde die Macht der großen Teams und Motorenhersteller brechen, weil sie das Ende der Strategiegruppe bedeuten würde. Und sie würde die Blockade bei Regeländerungen auflösen.

Force India und Sauber hoffen insgeheim, dass ihnen ein positiver Bescheid einen unverhofften Geldsegen bringt. Dann nämlich, wenn die privilegierten Teams ihre Bonuszahlungen aus früheren Jahren zurückerstatten müssen.

Fernley hält das nicht für ausgeschlossen: "Was unrecht in der Zukunft sein soll, war auch unrecht in der Vergangenheit." Ecclestone glaubt nicht daran. "Es gibt Verträge. Ich glaube nicht, dass die EU-Kommission uns auffordert, diese Verträge zu brechen."

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