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EU-Kommission prüft Formel 1-Verträge

Die Angst vor Brüssel

Flaggen -  EU & Formel 1 Foto: xpb 41 Bilder

Die Formel diskutiert über neue Motoren, Abrüstung, Machtstrukturen und eine gerechtere Verteilung der Einnahmen. Sie ruft Arbeitsgruppen ins Leben und hangelt sich von einem schlechten Kompromiss zum nächsten. Doch denen, die auf Zeit spielen, droht Ungemach. Die EU-Wettbewerbskommissarin hat das Thema Formel 1 auf dem Tisch.

22.12.2014 Michael Schmidt

Der Januar könnte für die Formel 1 ein wichtiger Monat werden. Da soll die Motoren-Expertengruppe Lösungen präsentieren, wie man die Motoren in Zukunft lauter, stärker und billiger machen kann. Bis Ende Januar soll FIA-Rennleiter Charlie Whiting anhand von Kosten-Aufstellungen der Teams seine in Genf vorgestellten Sparvorschläge präzisieren. Sie würden den Teams bis zu 60 Millionen Euro pro Jahr sparen. Und bis dahin soll ein Anwalt, der die kleinen Teams der Formel 1 vertritt, die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit Details zu den kommerziellen Verträgen und den Machtverhältnissen in der Formel 1 versorgen.

Für CVC ändert sich nicht viel

Das Thema Formel 1 liegt in Brüssel seit Ende November auf dem Tisch. Während in Abu Dhabi die Saison ausklang, stellte die englische Parlamentsabgeordnete Anneliese Dodds die Verteilung der Einnahmen, die Rolle der FIA und das Entscheidungsprocedere in der Königsklasse in Bezug auf das Wettbewerbsrecht in Frage und schickte einen Brief an ihre Kollegin Vestager. Bis Mitte Januar muss dem Schreiben eine formale Beschwerde folgen. Dafür braucht Brüssel Fakten.

CVC-Chef Donald Mackenzie sieht einer möglichen Untersuchung durch die Wettbewerbskommissare mit Unbehagen entgegen, heißt es. Dabei hätte der Chef von CVC, dem größten Anteilseigner der Formel 1, nicht viel zu befürchten. Er muss nur die vereinbarte Summe an die Teams ausschütten. Wie sie sich verteilt, kann ihm eigentlich egal sein. Die Rechteinhaber treibt jedoch die Angst um, dass Ferrari, Red Bull und Mercedes abspringen könnten, wenn es weniger Geld gibt. Die Meinung teilen Experten nicht. Was ist die Alternative für die Topteams? Der lange Arm von Brüssel würde sie auch in anderen Rennserien einholen.

Die FIA hat unter Umständen mehr zu verlieren. Sie müsste nachweisen, dass die 40 Millionen Dollar, die sie neuerdings pro Jahr von den Rechteinhabern bekommt, ausschließlich zur Deckung der Kosten und zur Förderung des Sports verwendet werden. Andererseits könnte sie bei einer Zerschlagung des aktuellen Systems ihre Macht wieder zurückbekommen. In dem Abkommen zwischen der FIA und der EU-Kommission aus dem Jahr 2001 steht, dass Regeln und Finanzen strikt getrennt werden müssen. Dem Verband käme dann wieder die Aufgabe des alleinigen Regulators zu. Was wegen der Zusammensetzung der Strategiegruppe im Augenblick nicht gewährleistet ist.

Externer Berater soll der F1 Sparvorschläge machen

Bei der letzten Sitzung der Strategiegruppe fiel das Thema Geldverteilung und Kostenreduzierung wie erwartet hinten runter. Im Mittelpunkt stand die Lösung der Motorenfrage. Lotus-Chef Gérard Lopez konnte trotzdem kurz seinen Vorschlag zur Kostensenkung präsentieren. Was bei den Hardlinern Ferrari und Red Bull offenbar auf offene Ohren stieß. Sowohl Fiat-Chef Sergio Marchionne als auch Christian Horner bestätigten, dass die Kostenspirale dringend gestoppt werden müsse. Beide rechnen 2015 mit noch höheren Ausgaben. Hauptsächlich wegen der Motorenentwicklung.

Man einigte sich jetzt darauf, dass ein externer Berater Einblick in die Ausgaben der Teams bekommt und auf dieser Basis Vorschläge ausarbeitet, wie man sinnvoll Geld sparen könnte. Das klingt zunächst nach der üblichen Verzögerungstaktik. Doch diesmal ist mehr Druck dahinter. Weil sich aus Brüssel Druck aufbaut, den weder Bernie Ecclestone, FIA-Präsident Jean Todt noch die großen Teams stoppen können.

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