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Ex-Rennfahrer über Rosberg-Manöver

"Wenn Absicht, dann gut gemacht"

Formel 1 GP Monaco 2014 Nico Rosberg Foto: xpb 60 Bilder

Der Verbremser von Nico Rosberg in der Mirabeau-Kurve bewegt die Gemüter. Die Stimmen der Ex-Piloten decken das ganze Spektrum ab. Die einen zweifeln daran, dass es ein Fehler war. Die anderen glauben nicht an Absicht.

24.05.2014 Michael Schmidt

Nico Rosberg stand noch im Notausgang der Mirabeau-Kurve, da waren die ersten Verschwörungstheorien schon gestrickt. Viele glaubten eine Kopie des Manövers von Michael Schumacher aus dem Jahr 2006 zu erkennen. Der Ferrari-Pilot parkte damals seinen Ferrari ausgangs Rascasse und vereitelte so, dass Fernando Alonso und Mark Webber seine Bestzeit unterbieten konnten. Nach einer achtstündigen Debatte wurde Schumacher ans Ende des Feldes zurückgestuft. Die Sportkommissare unterstellten ihm Absicht. Auch diesmal zitierte die Rennleitung Rosberg zu den Sportkommissaren. Ausgang offen.

"Eine Frechheit, Nico so etwas zu unterstellen"

Im Fahrerlager gingen die Gemüter hoch her. Die aktuellen Fahrer wollten sich zu dem Vorfall nicht äußern. Sebastian Vettel und Fernando Alonso gaben an, den Vorfall nicht gesehen zu haben. Lewis Hamilton schwieg. Der Engländer machte den Eindruck, als hätte er Zweifel. Die Fahrer von früher waren auskunftfreudiger. Niki Lauda empfand es eine Frechheit, Rosberg irgendeine Absicht zu unterstellen: "Nico hat im letzten Augenblick gebremst und versucht die Kurve noch zu kriegen. Dann hat er die Lenkung aufgemacht, um einen Unfall zu vermeiden."

Sein Landsmann Gerhard Berger  meinte immerhin: "Wenn es Absicht war, dann hat er es gut gemacht." Im Gegensatz zu Schumacher vor acht Jahren steuerte Rosberg seinen Mercedes in einen Notausgang. Aber auch das reicht für die gelbe Flagge aus. Und dann müssen alle Fahrer vom Gas. "Dass er dann noch den Rückwärtsgang eingelegt hat, um wieder rauszukommen, war ein bisschen dumm", meinte Damon Hill. "Da wurden die gelben Flaggen gleich doppelt geschwenkt. Alle die jetzt noch folgten, konnten ihre Runde abschreiben."

"Im Zweifel für den Angeklagten"

Hill konnte sich nicht vorstellen, dass Rosberg abgezockt genug ist, so ein Manöver absichtlich auf den Asphalt zu legen: "Ich sage: Im Zweifel für den Angeklagten. Nico ist nicht der Typ für so schmutzige Tricks. Aber es geht um die WM. Da weiß man nie, wie Rennfahrer reagieren." Johnny Herbert gehört eher zu jenen Piloten, die sich eine böse Tat vorstellen können: "Ich schaue mir nur die Lenkung an. Nico hat sehr früh angefangen, die Lenkung zu bewegen. Das macht das Auto nervös." Eddie Jordan warf ein: "Mir kam vor, dass Nico in dieser Runde die Kurve sehr weit in der Mitte anfuhr. Man müsste prüfen, was er in den Runden davor gemacht hat." Rubens Barrichello widerspricht: "Das ist durchaus normal dort in der Mitte zu fahren. Alonso hat es einmal ganz außen probiert und wäre fast abgeflogen."

"In der Passage spielst du nicht foul"

Jean Alesi wollte sich ein Foul von Rosberg nicht vorstellen: "Ich dachte, Nico fliegt raus. Es war toll, wie er sein Auto noch abgefangen hat. An der Stelle machst du keine Spielchen. Du kommst da mit 200 km/h den Hügel runtergeflogen und kannst nicht planen, wie du die Räder blockieren lässt. Nico ist ein korrekter Fahrer. Der macht so etwas nicht."

Alesis Landsmann Alain Prost äußerte ebenfalls Zweifel: "Nico war bis dahin auf einer schnellen Runde. Du kannst nicht planen, schnell zu fahren, und gleichzeitig im Kopf haben, einen Unfall zu bauen." David Coulthard wollte kein Urteil abgeben, machte aber eine interessante Anmerkung. "Nico ist in der gesamten Qualifikation immer vor Hamilton auf die Strecke gegangen, so hatte er immer freien Handlungsspielraum."

Was gegen Rosberg spricht, ist der Fahrervertreter unter den Sportkommissaren. Derek Warwick ist der härteste Hund unter den Ex-Piloten in FIA-Uniform.

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