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Experten-Meinung

Der beste Pilot der Formel 1

alle Fahrer Foto: xpb 23 Bilder

Wir wollten es wissen: Wer ist der beste Formel 1-Pilot der Gegenwart? Acht Ex-Piloten benoten Lewis Hamilton, Felipe Massa, Kimi Räikkönen, Fernando Alonso und Robert Kubica in acht Disziplinen.

20.03.2009 Michael Schmidt

Sie bringen das fahrerische Rüstzeug zum Champion mit, sie fahren für Teams, denen man zutraut, auch unter den neuen Regeln ein konkurrenzfähiges Auto auf die Räder zu stellen. Das reduziert die Chancenbewertung der WM-Kandidaten auf die spannende Analyse: Wer ist der Beste der Besten? Die Vorauswahl fiel auf Alonso, Hamilton, Kubica, Massa und Räikkönen, weil diese fünf bereits um die WM-Krone gefahren sind.
 
Bei einem Fahrer zählt wie beim Auto das Paket. Wer nur schnell ist, hat heute keine Chance mehr. Deshalb ist der reine Speed nur eine von acht Disziplinen, die einen kompletten Rennfahrer ausmachen. Zum Anforderungsprofil gehören auch Rennintelligenz, die Fähigkeit, eine Führungsrolle im Team zu übernehmen, die Weiterentwicklung des Autos, die Fehlerquote, die mentale Stärke, das Zweikampfverhalten und die Regenqualitäten. Fitness und Durchsetzungsvermögen wurden nicht abgefragt. Fit und egoistisch genug sind alle fünf Bewerber.

Wer selbst einmal im Cockpit saß, hat ein besseres Auge für die Schwächen und Stärken eines Rennfahrers. Jean Alesi, Gerhard Berger, Martin Brundle, Ivan Capelli, Christian Danner, Niki Lauda, Marc Surer und Alexander Wurz wurden mit Bedacht für die Jury ausgewählt. Sie verfolgen in ihrer Eigenschaft als TV-Kommentatoren regelmäßig den Grand-Prix-Zirkus und sind keine Couch-Kritiker. Acht Ex-Fahrer benoten die Top 5 in acht Disziplinen, das ergibt 320 Einzelbewertungen und somit einen repräsentativen Querschnitt als Antwort auf die Frage nach dem besten Fahrer der Gegenwart.

Alonso gewinnt deutlich

In den meisten Disziplinen waren sich die acht Juroren überraschend einig, obwohl sie unabhängig voneinander befragt wurden. Das unterstreicht die Aussage, die hinter diesem Fahrer-Check steht. Die Auswertung brachte einen eindeutigen Sieger: Fernando Alonso ist der Beste der Besten.

Dass der Spanier die Wertung anführt, ist weniger überraschend als sein Vorsprung von 36 Punkten auf Lewis Hamilton. Der Weltmeister von 2005 und 2006 gewinnt die Disziplinen Rennintelligenz, Führungsqualitäten, Autoentwicklung und mentale Stärke. Und der 27-jährige Renault-Pilot ist nirgendwo richtig schlecht. Er ist der legitime Nachfolger von Michael Schumacher.

Auf Platz drei landet überraschend Robert Kubica. Der Pole steht trotz seines enttäuschenden Finales in der WM-Saison 2008 bei den Ex-Piloten hoch im Kurs. Marc Surer meint: "Wenn die schwachen letzten Rennen nicht gewesen wären, hätte Robert vielleicht noch besser abgeschnitten."

Die Wertung Fehlerquote gewinnt der BMW-Pilot deutlich vor Alonso. Keiner fliegt so wenig von der Strecke wie er. Auch als Regenpilot wird der Sieger des GP Kanada geschätzt. Kubicas Schwächen liegen eher im mentalen Bereich. Er denkt oft zu negativ, er schafft sich unnötige Feindbilder, und wenn es schlecht läuft, verliert er manchmal den Faden.

Massa mangelt es an Eigenwerbung

Vize-Weltmeister Felipe Massa muss sich trotz seiner grandiosen Saison im Vorjahr mit Platz vier begnügen. Irgendwie schafft es der Brasilianer nicht, seine Kritiker nachhaltig zu überzeugen. Das liegt vielleicht auch daran, dass dem Ferrari-Piloten das Zeug zum Selbstdarsteller fehlt. Wenn Massa Werbung in eigener Sache macht, klingt das immer ein bisschen nach einem Hilferuf.

Alonso und Hamilton marschieren mit breiter Brust durchs Leben, nach dem Motto: "Macht den Weg frei, jetzt komme ich." Der 27-jährige Brasilianer ist erst im letzten Jahr so richtig in der Topliga angekommen. Dass er bei unserem Fahrer-Check nur auf Platz vier landete, ist seiner Regenschwäche geschuldet. Sieben der acht Ex-Piloten stuften Massa auf den letzten Platz ein.

Räikkönen abgeschlagen

Der letzte Eindruck zählt. Diese Erfahrung musste auch Kimi Räikkönen machen. Der Weltmeister von 2007 landete abgeschlagen auf dem letzten Platz. Nach seinen beiden Siegen in Sepang und Barcelona rutschte der Finne in ein Tief, von dem er sich bis zum Saisonende nicht mehr erholte. Massa hat ihm den Rang abgelaufen. Instinktfahrer Räikkönen haderte mit den Rillenreifen, die er nicht schnell genug auf Temperatur brachte. Das resultierte in schlechten Startplätzen.
 
Räikkönen wurde von den acht Formel 1-Experten für seine oft lustlose Art abgestraft. In den Wertungen Führungsstärke, Autoentwicklung, Fehlerquote und Zweikampfverhalten belegte der 17-fache GP-Sieger den letzten Platz. Nur als mentale Stärke abgefragt wurde, konnte Räikkönen gut punkten. Dass alles an ihm abprallt, dass er sich von äußeren Einflüssen partout nicht stören lässt, wurde ihm als Pluspunkt ausgelegt. Alexander Wurz definiert den Begriff so: "Mentale Stärke ist, wenn der Kopf weiß, was er will, egal woher der Wind pfeift."
 
Bei Räikkönen könnten sich die Juroren getäuscht haben. Die Rückkehr zu den Slicks, die Tendenz der Autos zum Übersteuern statt Untersteuern kommt seinem Fahrstil entgegen. Die Wintertests haben gezeigt, dass Räikkönen den Verschleiß der Hinterreifen besser im Griff hat als seine Kollegen. Das kann 2009 der Joker werden. Vielleicht fällt die Bewertung der fünf Topstars in einem Jahr ganz anders aus. Der letzte Eindruck zählt.

In unserer Tabelle zeigen wir, wie die fünf Piloten in den acht Wertungskategorien abgeschnitten haben. Die komplette Liste mit allen einzelnen Noten der acht Experten finden Sie im aktuellen Formel 1 Sonderheft 2009. Erhältlich am Kiosk oder zur Bestellung in unserem Online-Shop.

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