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Experten-Stimmen zum Titelduell

Vettel schneller, Alonso hat Stehvermögen

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP Brasilien - Sao Paulo - 23. November 2012 Foto: dpa 84 Bilder

Das WM-Duell Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso beherrscht den Fahrerlager-Smalltalk. Wir haben sechs Experten gefragt, wie sie die beiden Titelaspiranten einschätzen und wer den WM-Titel mehr verdient hat.

23.11.2012 Michael Schmidt

Alle sprechen über den großen WM-Showdown, der am Sonntag in Sao Paulo die Weltmeisterschaft abschließt. Wer gewinnt? Wer hat die besseren Nerven? Wer verdient diesen Titel mehr? Wir haben die Expertenrunde Niki Lauda, Christian Danner, Alexander Wurz, Martin Brundle, David Coulthard und Eddie Jordan gefragt.

Niki Lauda

"Vettel ist superschnell, intelligent, schwer aus der Ruhe zu bringen. Nur wenn er richtig unter Druck steht, zuckt er, wenn auch nur ganz selten. Auf Alonso trifft im Prinzip das gleiche zu, nur dass er am Ende der etwas abgebrühtere Fahrer ist. Er macht unter Druck weniger Fehler als Sebastian. Dabei müsste es andersherum sein, weil Alonso im schlechteren Auto sitzt. Er muss sich eine schnelle Runde erkämpfen, Vettel muss sie nur fahren. Verdient haben den WM-Titel beide. Wenn Vettel es zum dritten Mal in Folge schafft, dann wäre das eine sensationelle Leistung. Das muss man erst einmal schaffen."

Christian Danner

"Beide habe ihre eigene Art, mit ihrem Job, der Abstimungsarbeit, dem Reifenhandling, ihrer Stellung im Team umzugehen. Sie sind dabei absolut nicht gleich. Nur das Ergebnis ist identisch. Deshalb haben auch beide den Titel gleichermaßen verdient. Den einzigen Unterschied gibt es im Reifegrad. Der ist bei Alonso höher, was daran liegt, dass er das Geschäft schon längere Zeit betreibt und dabei schon durch einige Lebenskrisen und Misserfolge gegangen ist. An die Geschichten, dass der eine mehr Druck hat als der andere, glaube ich nicht. Das sind schöne Geschichten für die Zeitung, aber beide sind abgebrüht genug, um sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen."

Alexander Wurz

"Das Finale ist deshalb so spannend, weil Alonso und Vettel gleich gut mit Druck umgehen können. Bei Vettel beeindruckt mich, wie er es durch Teamwork mit den Ingenieuren hingekriegt hat, dass er mit dem Auto wieder so fahren kann, wie es für seinen Fahrstil passt. Am Anfang des Jahres kam ihm das Auto nicht entgegen. Deshalb war Webber anfangs auch meistens schneller. Die Aerodynamik im Heck war zu spitz. Vettel spürt den Grip an der Hinterachse, aber die gab ihm nicht das Gefühl, das er braucht. So konnte er zuletzt über sich hinauswachsen und eine Siegesserie hinlegen. An Alonso begeistert seine Entschlossenheit. Er hat es mit positiver Motivation geschafft ein schlechtes Auto in ein halbwegs gutes zu verwandeln. Der Knackpunkt war für ihn Suzuka. Der Abschuss dort kam zur falschen Zeit, denn Alonso fuhr schon in der Defensive. Da sind solche Rückschläge doppelt bitter. Ich bin nicht der Meinung, dass Regen am Sonntag Alonso automatisch hilft. Er hat 2007 den WM-Titel im Regen in Fuji weggeschmissen. Vettel war im Regen immer stark."

Martin Brundle

"Vettel hat die leichtere Aufgabe. Er muss nur Alonso nachfahren. Seine Aufgabe ist es also, das Auto nach Hause zu bringen. Und da lauern die Gefahren. Ein Defekt, Überrundete, die nicht aufpassen, Chaos im Regen. Der Red Bull hat vom Speed her keine Schwächen, auch im Regen nicht. Achillesferse ist die Standfestigkeit. Als Racer wäre mir ein Weltmeister Alonso lieber. Ich bewundere an ihm, was er aus diesem Ferrari gemacht hat, der nicht als gutes Auto geboren wurde. Diese Entschlossenheit, dieses Antreiben des Teams, sind schon etwas Außergewöhnliches. Vielleicht bin ich aber auch nur typisch Englisch. Wir Engländer sympathisieren immer mit den Underdogs."

David Coulthard

"Beide verdienen den WM-Titel, aber ein Ferrari-Sieg wäre die bessere Story. Vettels Problem ist, dass bei seinen Siegen alle über das Auto reden. Das ist ungerechnet. Du musst auch mit einem guten Auto erst einmal gewinnen."

Eddie Jordan

"Es ist eine feine Gratwanderung. Der Speed ist bei Vettel, die Entschlossenheit und das Stehvermögen bei Alonso. Er hat diesen Ferrari auf WM-Niveau gebracht. Da fehlen dir die Worte dafür. Er ist ein Zauberer."

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