Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Expertenrunde zum Qualifying

Die seltsamste Startaufstellung des Jahres

Qualifying GP Belgien Foto: BMW Sauber 30 Bilder

Mit der Einlaufwette auf Fisichella-Trulli-Heidfeld hätte man viel Geld verdient. Nach dem Abschlusstraining in Spa wurde im Fahrerlager gerätselt, wie das möglich ist. auto motor und sport.de hat einen Fahrer, einen Ingenieur und einen Teamchef gefragt.

29.08.2009 Michael Schmidt

Die direkten Beteiligten waren ratlos. "In Valencia haben wir nicht mal die erste Qualifikationshürde geschafft. Jetzt stehen wir in der ersten Startreihe", wunderte sich der Trainingsschnellste Giancarlo Fisichella. Sein Kommentar: "Zum ersten Mal war mein Auto perfekt."

Für Nico Rosberg liegt die Erklärung für die seltsamste Startaufstellung des Jahres auf der Hand: "Erstens das Abtriebsniveau: Der Force India ist ein Auto, das wenig Luftwiderstand bietet und dafür optimiert ist. Dem kommt Spa entgegen. Sie konnten auf einer guten Basis das optimale Setup rausarbeiten. Unser Auto produziert viel Anpressdruck und damit auch viel Widerstand. Damit hatten wir schon einmal eine schlechtere Ausgangslage."

Als zweiten Grund führt Rosberg die Reifen an: "Fisichella und Toyota haben es geschafft, die weichen Reifen zum Arbeiten zu kriegen. BMW und wir nicht. Ich bin meine schnellste Zeit in der dritten Runde mit den harten Reifen gefahren, Fisichella in der ersten mit den Weichen. Das ist ein Vorteil." Jenson Button wirft noch ein: "Es stehen die drei Fahrer vorne, die in den freien Trainingssitzungen am meisten mit wenig Sprit an Bord gefahren sind."

Balance zwischen Abtrieb und Luftwiderstand

Ferrari-Konstrukteur Aldo Costa sieht eine Vielzahl von Gründen, die für das überraschende Ergebnis verantwortlich sind: "Das Aero-Paket mit mittlerem Abtrieb. Das passt einigen Autos besser als anderen. Einige Teams haben mit dieser Aerodynamikkonfiguration offenbar länger im Windkanal gearbeitet als andere. Mehr Daten, mehr Verständnis."

Auch Costa sieht die Reifen als mitentscheidenden Faktor: "Hier gab es diesmal große Unterschiede. Einige haben die Zeit in der dritten Runde gefahren, andere in der ersten. Einige waren weich bestückt, andere hart. Das Setup ist hier immer ein Kompromiss. Wer die richtige Balance zwischen Abtrieb und Luftwiderstand trifft, hat einen Vorteil. Und dann liegen nur anderthalb Sekunden zwischen dem Ersten und dem Letzten. Da kann sich schnell viel verschieben."

Briatore: "Ergebnis extrem komisch"

Flavio Briatore gehört zu den Verschwörungstheoretikern. Der Renault-Teamchef fuchtelte mit Sektorzeiten und einem Zeitabgleich zwischen Valencia und Spa herum und stellte zweifelnde Fragen: "Fällt es euch nicht auf, dass dieses Ergebnis den ersten drei Teams gelegen kommt. Force India braucht dringend Sponsoren. Toyota braucht einen Sieg, um weiterzumachen. BMW ein gutes Ergebnis, um sein Team zu verkaufen. Ich will ja nichts unterstellen, aber dieses Ergebnis ist schon extrem komisch."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden