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Formel 1: Verrückte Strategien durch Tankverbot

Nach einer Runde an die Box?

Barcelona F1-Test 2010 Foto: xpb 52 Bilder

Das Nachtank-Verbot könnte in der kommenden Saison einige interessante Auswirkungen auf die Strategie der Teams haben. Weltmeister Jenson Button erwartet vor allem von Außenseitern extreme Taktiken.

02.03.2010 Tobias Grüner

In der kommenden Saison müssen Formel 1-Fans umdenken: War es bisher so, dass die schnellsten Runden eines Rennens mit leichtem Auto vor dem Nachtanken gefahren wurden, werden 2010 direkt nach dem Service schnelle Runden gedreht.

Der Grund ist einfach: Durch das Nachtankverbot sind die Autos vor dem Boxenstopp genauso schwer wie danach. Jetzt machen plötzlich die Reifen den großen Unterschied. Frische Reifen sind vor allem in den ersten Runden deutlich schneller als die gebrauchten Schlappen.

Früher Stopp ist schneller

Ging es früher darum, so lange wie möglich auf der Strecke zu bleiben, um vom leichter werdenden Auto zu profitieren, bekommt nun derjenige einen Vorteil, der früher seine Box ansteuert. "Mithilfe der Boxenstopps kann man andere überholen", erklärt McLaren-Pilot Lewis Hamilton. "Es geht darum, wer vor dem anderen stoppt, um nach vorne zu kommen. Die Strategie ist dadurch ganz anders. Ich denke, dadurch bekommen wir am Ende guten Rennsport geboten."

Auch Teamkollege Jenson Button ist gespannt, wie sich das neue Reglement auf die Taktik im Rennen auswirkt. "Nach den Erfahrungen bei den Tests werden wir wohl einige sehr ungewöhnliche Strategien im Rennen sehen", erwartet der aktuelle Weltmeister. "Ich denke, dass die Top-Teams ähnliche Strategien fahren. Manche versuchen vielleicht zwei oder drei Runden vor den Konkurrenten zu stoppen, um sie auf neuen Reifen zu überholen."

Button: Schnelle Reaktion ist gefragt

Spannend wird es laut Button bei den langsameren Piloten im Hinterfeld. "Es wird auch die Teams geben, die nicht so konkurrenzfähig sind, die verrückte Strategien fahren werden, z.B. schon nach einer Runde an die Box gehen und dann das Rennen durchfahren. Es wird viele verschiedene Taktiken geben, was es für die Zuschauer noch aufregender macht."

Für die schlauen Köpfe an der Boxenmauer wird es dagegen ein Schachspiel werden. Die Variablen der Rechnung sind klar: Ein Stopp muss jeder Pilot einlegen. Das Reglement verlangt, dass beide Reifenmischungen einmal gefahren werden müssen. "Für uns wird es dagegen schwer, herauszufinden, welche Strategie gefahren wird. Man kann nicht mehr im Voraus planen", so Button.

Reifenwechsel unter drei Sekunden

"Das einzige, was man machen kann, ist jedes mögliche Szenario durchspielen um bereit zu sein, wenn die Strategie gewechselt werden muss. Es hängt immer davon ab, was die Konkurrenten um einen herum machen. Das werden arbeitsreiche Sonntage für die Ingenieure, die versuchen müssen jede Situation richtig zu lesen."

Die Piloten müssen ab der kommenden Saison ihren Fahrstil umstellen, um die Reifen möglichst lange am Leben zu halten. Mit viel Sprit an Bord ist die Gefahr groß, die Slicks schon vor dem geplanten Wechsel zu ruinieren. Aber auch die Boxencrews müssen sich an das neue Reglement anpassen. Bestimmte früher die eingefüllte Benzinmenge die Dauer des Boxenstopps, kämpfen nun die Mechaniker um den schnellsten Reifenwechsel. Erste Tests haben gezeigt: Wer hier mehr als drei Sekunden braucht, ist nicht konkurrenzfähig.

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