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F-Schacht-Frage in Monza

Welche Flügel-Variante ist schneller?

Red Bull Foto: xpb 22 Bilder

In Monza dreht sich alles um den F-Schacht. Einbauen oder Ausbauen lautet die große Frage. Nachdem fast alle Teams am Freitag Vergleichsfahrten abgespult hatten, geht die Tendenz in Richtung F-Schacht. Nur Force India hat sich schon fest dagegen entschieden.

10.09.2010 Michael Schmidt

Monza ist die schnellste Strecke im Kalender. Da sollte sich die Frage ob F-Schacht oder nicht eigentlich erübrigen. Trotzdem zogen mit Ausnahme von Williams alle Teams die Option in Betracht, auf den kontrollierten Strömungsabriss am Heckflügel zu verzichten.

Eine Überlegung war: Die typischen Monza-Flügel produzieren so wenig Anpressdruck, dass durch das Stören der Strömung am Flügel nicht mehr viel Top-Speed zu gewinnen ist. Anderseits könnte man mit dem F-Schacht an Bord steilere Flügel fahren, was in den Kurven und den Bremszonen von Vorteil ist. Die Simulationen mit und ohne ergaben ein Kopf- an Kopfrennen zwischen beiden Versionen.

Hamilton testet beide Varianten

McLaren probierte in der zweiten Trainingssitzung beide Konstellationen auch auf der Rennstrecke aus. Der Unterschied in der Rundenzeit betrug 0,056 Sekunden. Also ein Augenzwinkern. Hamilton war ohne leicht schneller als Button mit. "Was ich auf den Geraden gewonnen habe, ging in den Kurven verloren", meinte der Engländer. Die Sektorzeiten bestätigten die Aussage. In Sektor 1 flog Hamilton mit seinem Miniflügel, Variante Monza, seinem Teamkollegen davon. Button holte die Zeit in Sektor zwei mit der Roggia-Schikane und den beiden Lesmo-Kurven fast wieder auf.

Red Bull ließ den F-Schacht den ganzen Trainingstag über im Auto. Gleiches Spiel bei Mercedes GP und Williams. Man probierte nur unterschiedliche Abtriebsniveaus. Bei Red Bull ist die Entscheidung bereits gefallen: "Wir fahren mit F-Schacht", bestätigte Teamberater Helmut Marko. "Wir hatten nie etwas anderes im Sinn", ergänzt Williams-Technikchef Sam Michael. Bei Force India macht man es umgekehrt. Dort wird auf die künstliche Strömungsbremse verzichtet.

Noch keine Entscheidung bei Renault

Renault war zwar wie Red Bull den ganzen Tag mit F-Schacht gefahren, wollte aber erst die Datenanalyse abwarten. "Wir haben unsere Konkurrenzteams genau beobachtet und werden deren Werte in unsere Berechnungen mit einfließen lassen" erklärte Renningenieur Alan Permane. Robert Kubica gab zu bedenken: "Mit F-Schacht kannst du dir mehr Anpressdruck leisten. Auf eine Runde gibt es vielleicht keinen Unterschied, aber über die Distanz werden die Bremsen und die Reifen besser geschont."

Der Pole nahm schon kurz nach dem Scheitelpunkt der Parabolica die linke Hand vom Lenkrad, um die Schleuse im Cockpit zu schließen, die den F-Schacht aktiviert. "Kein Problem", winkte Kubica ab. "Da war Eau Rouge in Spa schon etwas anderes. Es ist nicht lustig zwei Richtungswechsel mit 300 km/h nur mit einer Hand fahren zu müssen. In Monza gibt es solche Passagen nicht."

Der Renault-Pilot sieht sich in diesem Punkt gegenüber seinen Kollegen im Vorteil. "Ich muss nicht die ganze Hand vom Lenkrad nehmen, kann also im Ernstfall schnell reagieren. Bei einigen meiner Kollegen ist das nicht so einfach, weil sie mit der linken Hand zu weit vom Lenkrad entfernt sind."

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