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F-Schacht-Streit geht weiter

Lotus und Red Bull drohen mit Protest

Mercedes F-Schacht Heckflügel GP Australien 2012 Foto: xpb 20 Bilder

Diesmal drückten Red Bull und Lotus noch ein Auge zu. Beide sahen von einem Protest gegen Mercedes ab. Doch der kann immer noch kommen. Red Bull-Teamchef Christian Horner kündigte weiteren Gesprächsbedarf an: "Wir werden uns in den nächsten fünf Tagen mit der FIA unterhalten.“

19.03.2012 Michael Schmidt

Die Saison war gerade zwei Tage alt, da drohten Red Bull und Lotus schon mit dem ersten Protest. Beide halten den F-Schacht von Mercedes für illegal. Die Protestfront argumentierte zuerst damit, dass sich die Ingenieure auf einem Treffen vor zehn Monaten darauf verständigt hätten, diese Technolgie nicht weiter einzusetzen. Das war aber nur die halbe Wahrheit. Dieses Versprechen bezog sich ausschließlich auf die Anfrage eines Teams, ob man die Auf- und Abbewegung der Aufhängungen als Schalter für einen F-Schacht benutzen könnte. Das lehnte die FIA aus Sicherheitsgründen ab. Damit, so FIA-Rennleiter Charlie Whiting, musste jedem klar sein, dass die F-Schacht Idee generell weiter erlaubt gewesen sei.

Am Morgen des Renntages von Melbourne einigten sich FIA, Red Bull und Lotus in Güte darauf, auf einen Protest nach dem Rennen zu verzichten. Lotus legte sich besonders ins Zeug. In Enstone ist man immer noch sauer, dass die FIA die vom Bremsmoment abhängige Bodenfreiheitskontrolle an der Vorderachse verbot, nachdem man zunächst grünes Licht gegeben hatte. Auch für Red Bull-Teamchef Christian Horner ist das Thema nicht beendet: "Wir sind weiter der Meinung, dass dieses System illegal ist. Es wird vom Fahrer aktiviert. Er gibt durch die Betätigung des Heckflügel-Flaps ein Loch frei, durch das nach unserem Verständnis Luft zum Frontflügel transportiert wird. Der primäre Zweck dafür ist, am Flügel die Strömung abreißen zu lassen. Damit nimmt der Fahrer Einfluss auf die Aerodynamik. Genau das wurde aber vor zwei Jahren verboten." Die FIA-Regelhüter können sich mit dieser Interpretation noch nicht anfreunden. "Hat es nicht immer einen sekundären Einfluss auf die Aerodynamik, wenn der Flap hochgeklappt wird?", fragt Whiting zurück. Die Heckflügel-Endplatten sind hinter dem Flap mit einer Reihe von Kiemen bestückt, die beim Hochklappen des Flaps ganz anders angeströmt werden, als wenn dieser sich in Normalstellung befindet. Auch das hat einen Effekt auf die Wirkungsweise des Flügels.

Mercedes bleibt gelassen

Der Verband erklärte das System zunächst für legal. Red Bull und Lotus zogen sich schmollend zurück, kündigten aber weitere Beschwerden an. "Das ganze ist eine Grauzone", fasst Horner zusammen, "und ich würde sagen, sie ist tiefgrau. Wir werden in den nächsten Tagen weitere Gespräche führen müssen." Soll heißen: Die Gegner des F-Schachts suchen eine Klärung vor den GP Malaysia. Man behält sich die Möglichkeit vor, vor dem Beginn des ersten Trainings zu protestieren. Das gäbe Mercedes die Gelegenheit zu reagieren und das System so lange auszubauen, bis der Fall juristisch geklärt ist.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn bleibt gelassen. "Für uns zählt nur die Meinung der FIA. Solange sie das System für reglementskonform befindet, fahren wir auch damit." Brawn las aus den Beschwerdeschriften: "Die stochern im Nebel und wollen nur rausfinden, was wir machen." Sein Kollege Martin Whitmarsh von McLaren gab Rückendeckung: "Wir glauben zu wissen, wie es funktioniert. Mercedes hat nicht Verbotenes getan." Man muss nicht lange warten, bis McLaren auch damit auftaucht. Das Auto ist wie der Mercedes dafür ausgelegt. Alle anderen müssten nachrüsten. Und genau da sieht Christian Horner ein Problem: "Wir können uns das leisten. Aber für die kleinen Teams wird es richtig teuer."

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