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F1 2008

Die neuen Strecken

Foto: Singapur F1 18 Bilder

Der GP-Zirkus gastiert in diesem Jahr auf zwei neuen Stadtkursen. Valencia und Singapur versprechen eine einmalige Show. Wir stellen Ihnen die Neulinge im Rennkalender detailliert vor.

05.03.2008 Michael Schmidt

Bernie Ecclestone liebt Stadtrennen. Sie bieten alles, was die ganze große Formel 1-Show ausmacht. Glamour, Spektakel, Nervenkitzel. Und kurze Wege für Zuschauer und Teilnehmer. Der Klassiker ist Monte Carlo. In der jüngeren Vergangenheit sind Stadtkurse aus der Mode gekommen. Das lag vor allem an den immer strengeren Sicherheitsvorschriften der FIA. So gingen nach dem Ende des GP Australien in Adelaide 13 Jahre ins Land, bis wieder zwei Stadt-Grand Prix in den Kalender zurückkehrten. Und die haben es in sich.

Valencia wird das schnellste Stadtrennen aller Zeiten. Architekt Hermann Tilke hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 200,8 km/h berechnet. In Singapur findet das vielleicht spektakulärste Experiment der GP-Geschichte statt. Beide Streckenbetreiber müssen tief in die Tasche greifen. Das Startgeld beträgt über 30 Millionen Dollar. Die Baumaßnahmen verschlingen dreistellige Millionensummen. In Singapur kostet allein die Beleuchtung über zehn Millionen Dollar.

323 km/h in der City

Der Kurs von Valencia führt durch das Hafengelände. Die erste Idee entstand schon vor zwei Jahren, doch erst im August 2007 konnte Tilkes 15-köpfige Projektgruppe die endgültige Streckenführung zu Papier bringen. Dazwischen hatten Bernie Ecclestone, FIA-Rennleiter Charlie Whiting und Tilke immer wieder den Ort des Geschehens inspiziert. Hobby-Rennfahrer Tilke musste in seine Planungen auch mit einbeziehen, wie man die vom Veranstalter erwarteten 110.000 Zuschauer zur Rennstrecke bringt und von dort wieder weg.

So entstand auf 150 Hektar Grund ein 5,473 Kilometer langer Kurs mit 24 Kurven, vier Passagen jenseits von 300 km/h, fünf Kurven im Bereich zwischen 90 und 100 km/h, fünf Überholmöglichkeiten und insgesamt 40.700 Quadratmeter Sturzraum. Zwei Drittel der Bahn führen am Wasser vorbei. Spektakulär sind die Startkurve mit 290 km/h und die Fahrt über eine Schwenkbrücke an der Hafeneinfahrt. "Hier war das Problem, keinen Absatz in die Straße einzubauen. Formel 1-Autos haben ja kaum Bodenfreiheit." Die Höchstgeschwindigkeit wurde mit 323 km/h kalkuliert.

Die Strecke von Singapur ist eckiger und langsamer, obwohl das australische Architekturbüro Kellogg Brown & Root auch hier an zwei Stellen eine Spitzengeschwindigkeit über 300 km/h erwartet. Die eine ist die 500 Meter lange Zielgerade, die durch ein Ausstellungsgelände führt. Die andere ein 45-Grad-Knick auf dem Raffles Boulevard. Der Kurs schlängelt sich in 24 Kurven gegen den Uhrzeigersinn durch das Handelszentrum und den Yachthafen der 4,5-Millionen-Einwohner-Stadt. Sechs Kurven sind langsamer als 100 km/h. In den Kurven 1, 7 und 16 soll es Überholmöglichkeiten geben. Das 5,067 Kilometer lange Asphaltband führt zwei Mal über eine Brücke.

Es werde Licht

Highlight ist dabei die Anderson Bridge, eine 97 Jahre alte Stahlkonstruktion, die den Singapore River überquert. Dort ist die Piste nur zehn Meter breit. "Für Monte Carlo ist das die breiteste Stelle", vergleicht der Veranstalter. Er erwartet am Renntag 90.000 Besucher. Der größte Aufwand steckt in der Beleuchtung, die von der italienischen Firma Valerio Maioli bereitgestellt wird.

1.602 Hochleistungslampen mit einer Gesamtleistung von 3,18 Millionen Watt leuchten die fünf Kilometer aus. Sie sind in zehn Meter Höhe an einer 6.282 Meter langen Aluminiumtrosse, die auf insgesamt 240 Pylonen steht, befestigt. Es müssen 108.423 Meter Kabel verlegt werden. Valencia und Singapur werden bald Nachahmer finden. Das Architekturbüro Tilke in Aachen betreut zurzeit zwölf Projekte für neue Rennstrecken. Für die Formel 1 kommen in den nächsten Jahren Abu Dhabi, Südkorea, Indien und Russland auf den Kalender.

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