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F1 2009

Lauda sieht noch keine Favoriten

Niki Lauda Foto: Wolfgang Wilhelm 66 Bilder

Niki Lauda hat selbst "überhaupt kein Interesse" an einem Einstieg in einen Formel-1-Rennstall. Sorgen um die Zukunft der Königsklasse macht sich der Ex-Weltmeister trotz der Finanzkrise aber nicht.

13.02.2009

Die Formel 1-Saison 2009 steht bevor - was hat sich geändert?
Lauda: Die Formel 1 ist in einer Reglement-Änderung. Die erste Änderung ist, dass die Autos alle anders ausschauen. Daran werden wir uns schnell gewöhnen, überhaupt keine Frage. Dass die Weltwirtschaftskrise auch dort keinen Halt macht, ist klar. Die Formel 1 hat's zu meinen Zeiten in den 70er-Jahren auch gegeben, als am Wochenende nicht mehr Auto gefahren wurde, weil kein Sprit mehr da war. Die Formel 1 wird's weiter geben. Ich hoffe, dass die Zuschauer zu Hause am Fernseher und dort an Ort und Stelle interessante Rennen sehen.

Haben Sie Favoriten für die kommende Saison?
Lauda: Überhaupt noch keine. Die Autos sind alle neu und werden jetzt gerade getestet. Ich kann überhaupt noch kein Bild abgeben. Frühestens nach zwei, drei Rennen nach Beginn der Saison wird man erkennen können, wer die schlechteren oder besseren Autos gebastelt hat.

Welche Vorschläge haben Sie denn für die Teams, damit die immer noch üppigeren Kosten in der Formel 1 gesenkt werden können?
Lauda: Es wird hier von der FIA, Max Mosley, gemeinsam mit Ecclestone alles gemacht, um das in den Griff zu bekommen. Aber die Formel 1 wird sich sowieso von allein regulieren.  Je weniger Geld Sponsoren zur Verfügung stellen, um so weniger werden sie ausgeben. Das reguliert sich alles von selber. So wie jetzt, dass die Motoren vier Rennen halten müssen, dass nicht mehr extra getestet wird und so weiter. Das wurde schon alles gemacht, viel mehr kann man, glaube ich, im Moment nicht tun.

Wie sehen Sie als Unternehmer die Arbeit der Formel-1-Verantwortlichen in Sachen Marketing?
Lauda: Sehr gut eigentlich. Die Zuschauerzahlen steigen von Jahr zu Jahr. Ecclestone sucht immer wieder neue Länder, wo man die Formel 1 fahren lassen kann so wie heuer Abu Dhabi zum Beispiel. Da wird alles gemacht, was möglich ist.

Wirken die neuen Autos für die kommende Saison nicht wie ein Rückschritt in frühere Zeiten?

Lauda: Na ja, optisch schauen sie nicht so toll aus, muss ich sagen. Wobei der McLaren-Mercedes noch am besten ausschaut, was ich an den Bildern erkennen konnte. Wir werden uns in Melbourne diese Autos etwas verwundert anschauen. Aber nach zwei Rennen redet keiner mehr darüber, weil man sich sofort an den neuen Anblick gewöhnen wird.

Die Formel 1 zu Ihrer Zeit und heute - wo liegen die größten Unterschiede?
Lauda: Der größte Unterschied ist die technische Weiterentwicklung, sind die Sicherheitsvorkehrungen. Ich war jetzt in Kitzbühel mit Ecclestone zufällig dort beim Abfahrtslauf und Ecclestone sagt: Schau, die Formel 1 ist wesentlich sicherer.' Der Mann hat vollkommen recht. Wenn man die Unfälle sieht, die schon bei Abfahrtsläufen passiert sind oder passieren und das mit der Formel 1 vergleicht und dort die Geschwindigkeiten bedenkt. Vor 15 Jahren waren Ratzenberger und Senna die letzten, die tödlich verunglückt sind. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dass sich in den letzten Jahren bei der Formel 1 überhaupt jemand verletzt hat. Da muss ich sagen, dass das, was in der Formel 1 an Sicherheit gemacht wurde, in einer Perfektion weiterentwickelt wurde. Dass natürlich immer was passieren kann, ist logisch. Aber an der Menge der Unfälle sieht man, wie sicher diese Autos geworden sind. Und das ist der Hauptunterschied zu meiner Zeit, wo genau das Gegenteil der Fall war.

Warum engagieren Sie sich eigentlich nicht bei einem Rennstall?
Lauda: Da habe ich überhaupt kein Interesse. Ich habe meine RTL-Aufgabe (als Co-Kommentator), die macht mir Spaß, und ich habe vor allem andere Verantwortung zu tragen - das ist meine LaudaMotion (Autovermietung und Werbeagentur) und meine Airline NIKI.

Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden, damit mehr Privatiers sich in der Formel 1 neben Dietrich Mateschitz und Vijay Mallya engagieren?

Lauda: Das reguliert sich in der Formel 1 alles von selber. Ich glaube, dass die Zeiten jetzt genau die falschen sind für solche Fragen, weil wir in einer Weltwirtschaftskrise gerade rumrudern und Wege suchen, dort herauszufinden. Die Formel 1 ist für die Krise gut aufgestellt, sie spart. Außer Honda ist Gottseidank nichts passiert. Viel mehr kann man in der jetzigen Zeit nicht erwarten. Da muss man sehen, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Man kann nichts dazu tun. Man muss alle Kraft zusammennehmen, um aus dieser Krise herauszukommen.

Denken Sie, dass durch die Umstrukturierung bei McLaren-Mercedes (Rückzug Ron Dennis) die Chancen auf einen deutschen Piloten im Silberpfeil gestiegen sind?
Lauda: Überhaupt nicht. Ron Dennis hat sich auch nicht zurückgezogen, er ist 'nur' mehr Chairman. Er ist immer noch die Nummer eins. Und Whitmarsh macht das Formel-1-Team. Also de facto ist dort gar nichts passiert.

Kann Sebastian Vettel die in ihn gesetzten Hoffnungen Ihrer Meinung nach erfüllen?
Lauda: Vettel kann die Anforderungen auf jeden Fall erfüllen, weil er ein Supertalent ist, genau weiß, wie er weiter lernen muss und kann. Ein unglaublich aufgeweckter junger Mann. Eigentlich eine Wohltat, ein Mensch, der ohne Manager mit geradlinigen Interviews uns alle begeistert. Der Weg, wenn er den weiterführen kann - davon geh' ich aus - der ist absolut vorgezeichnet, positiv. Jetzt wird er mit Red Bull weiterfahren, und dann wird man sehen, was aus ihm wird.

Gehen Sie davon aus, dass er auch über die kommende Saison hinaus für Red Bull fährt?
Lauda: Das wird er mit Red Bull entscheiden, wenn er weiß - jetzt wissen ja alle noch nichts -, wie die Autos funktionieren. Der wird immer auf seinen eigenen Level schauen müssen und das beste draus machen mit dem besten Auto. Das ist jetzt alles zu früh, um es zu beurteilen.

Rechnen Sie mit BMW in diesem Jahr als ernsthaften WM-Anwärter?
Lauda: BMW wird überall als Favorit gehandelt wegen dieser KERS-Geschichte, dem von der FIA ab 2009 zugelassenen Energierückgewinnungssystem. BMW hat dieses System, mit dessen Hilfe über die Batterie wieder Energie in das Auto hineingeht, am meisten vorangetrieben. Ich finde KERS grundsätzlich falsch - in der heutigen Zeit für die Formel 1 vollkommener Nonsens. Ich finde, man hätte rechtzeitig überlegen müssen und sparen. Aber: Das ist jetzt mittlerweile eingeführt. Es werden nicht alle Teams damit fahren. Ich bin gespannt, wie das Ganze ausgeht. Ich halt' davon nichts. Das Jahr wird zeigen, ob das was bringt. BMW scheint - sagen sie - am meisten entwickelt zu haben. Also warten wir ab.

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