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Kampf um Platz 6 in der Teamwertung

Piloten machen 2013 den Unterschied

Perez vs. Maldonado GP England Silverstone 2012 Foto: xpb

Der Kampf um Platz sechs in der Konstrukteurs-WM wird 2013 so spannend wie das Duell an der Spitze. Sauber, Force India, Williams und Toro Rosso treten um die besten Platzierung hinter den fünf Top-Teams an. Es geht um eine zweistellige Millionensumme.

28.01.2013 Michael Schmidt

Der Kampf im Mittelfeld hat seinen Reiz. 2011 ging er an Force India, 2012 an Sauber. Wie jedes Jahr geht es um die Plätze sechs bis neun in der Konstrukteurs-WM. Und die werden wie üblich die Teams von Sauber, Force India, Williams und Toro Rosso unter sich ausmachen.

Red Bull, McLaren und Ferrari sind als Top-Teams gesetzt. Lotus und Mercedes sind eigentlich zu stark besetzt, als dass sie in den Kampf um den besten Mittelfeldplatz mit hineingezogen werden. In den letzten drei Jahren landeten die beiden Teams immer in den Top 5, auch wenn Mercedes in der abgelaufenen Saison der Absturz in das Mittelfeld drohte.

Es geht um zwölf Millionen Dollar

Wenn nicht eines der fünf Spitzenteams den totalen Flop produziert oder aus der Gruppe der Verfolger nicht einer den goldenen Wurf landet, dann wird der sechste Platz wieder zwischen Sauber, Force India, Williams und Toro Rosso ausgefochten. Hier geht es nicht nur ums Prestige. Rang sechs oder Rang neun, das ist bei der Verteilung des großen Kuchens von Bernie Ecclestone eine Differenz von rund zwölf Millionen Dollar. Also der Gegenwert eines anständigen Sponsors oder eines Bezahlfahrers mit üppiger Mitgift.

Technisch werden die vier Kandidaten näher zusammenrücken. Es ist das fünfte Jahr des seit 2009 gültigen Aerodynamikkonzepts. Die Regeländerungen über den Winter beschränken sich auf Details. Sauber, Force India und Williams hatten schon 2012 relativ gleichwertige Autos. Sauber verbuchte aerodynamisch leichte Vorteile, zeigte aber je nach Rennstrecke starke Schwankungen. Force India war überall Durchschnitt und punktete durch Zuverlässigkeit.

Williams verrannte sich Mitte des Jahres mit einer Frontflügel-Entwicklung. Die Basis des Autos war sogar siegfähig. Nur Toro Rosso fiel ab. Doch das wird dem B-Team von Red Bull kein zweites Mal passieren. Die Ingenieure in Faenza haben mit James Key an der Spitze aus den Fehlern gelernt, und man darf darauf wetten, dass Red Bull zumindest beim Knowhow Schützenhilfe leistet. Key kennt außerdem das Erfolgsrezept des Sauber.

Saubers Faustpfand heißt Hülkenberg

Je ausgeglichener die Technik, umso wichtiger die Fahrer. Sie werden in diesem Jahr darüber entscheiden, wie viel Geld von Bernie Ecclestone in die Teamkasse fließt. Doch wer hat die beste Fahrerbesetzung im Mittelfeld? Sauber setzt voll auf Nico Hülkenberg. Von dem WM-Elften des Vorjahres sind regelmäßige Punkteplatzierungen zu erwarten. Beim Saisonfinale in Brasilien hat Hülkenberg gezeigt, dass er auch auf das Podium fahren kann.

Der große Unsicherheitsfaktor ist Esteban Gutierrez. Der Mexikaner konnte auch in seinem zweiten GP2-Jahr nicht voll überzeugen. Der 21-jährige aus Monterrey gewann zwar drei Rennen, bot aber zwischendurch auch viel Mittelmaß. Bei seinem Freitagseinsatz für Sauber beim GP Indien war er unter gleichen Bedingungen 1,5 Sekunden langsamer als Kamui Kobayashi.

Hülkenberg ist für Gutierrez eine große Bewährungsprobe. Wenn die Rundenzeiten bei den ersten vier Grand Prix nicht innerhalb einer Sekunde des Deutschen liegen, steigt der Druck. Selbst im Team gibt es Zweifler, die Gutierrez die Reife absprechen, mit so einer Situation umzugehen.

Maldonado bleibt eine Wundertüte

Williams verfährt nach der gleichen Strategie wie Sauber. Ein erfahrener Pilot und ein Neuling. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Pastor Maldonado ist eine Wundertüte. An einem Tag so schnell, dass er einen Grand Prix gewinnen kann, am anderen Tag total von der Rolle. Dann passieren dem Venezolaner Anfängerfehler. Im Gegensatz zu Hülkenberg ist Maldonado keine verlässliche Größe.

Dafür macht Debütant Valtteri Bottas den besseren Eindruck als Gutierrez. Der 23-jährige Finne nahm 2012 an 15 Freitagstrainings teil und ist damit schon einmal besser vorbereitet als sein mexikanischer Kollege bei Sauber. Bottas ließ auch Resultate für sich sprechen. Er fuhr immer auf Augenhöhe mit Maldonado und Senna. Williams-Fahrerbetreuer Alexander Wurz gesteht dem neuen Mann bei Williams sofort Grand Prix-Reife zu. "Nicht nur vom Speed, vor allem auch vom Kopf. Valtteri denkt mit. Er will alles wissen und ist lernfähig."

Force India: Speed hat Vorrang vor Geld

Bei Force India ist erst ein Fahrer bekannt. Paul di Resta gilt als feste Größe, auch wenn er in der zweiten Saisonhälfte 2012 gegen Hülkenberg kein Land mehr gesehen hat. Als zweiter Fahrer neben di Resta werden Adrian Sutil und Jules Bianchi gehandelt. Sebastien Buemi ist aus dem Rennen. Jaime Alguersuari vermutlich auch, denn Pirelli erklärte bei seiner Saisonpräsentation, dass man den Vertrag mit dem Spanier verlängern wolle. Oder gibt es doch noch die große Überraschung mit Heikki Kovalainen oder Bruno Senna?

Sportdirektor Otmar Szafnauer versichert, dass der Speed des zweiten Fahrers Vorrang vor finanziellen Erwägungen hat. Gerade, weil man erkannt habe, wie wichtig die Fahrerpaarung 2013 sein könnte. Was man am Anfang mit einem Fahrer ohne Mitgift verschenkt, holt man sich am Ende des Jahres unter Umständen bei der Ausschüttung der Startgelder und TV-Rechte wieder zurück.

Wie gut sind Ricciardo und Vergne?

Die größte Unbekannte ist Toro Rosso. Daniel Ricciardo und Jean-Eric Vergne sind schwer einzuschätzen. Der letztjährige Toro Rosso STR7 war sicher kein Geniestreich, doch war er so schlecht, dass man mit nur 26 Punkten abgeschlagen hinter Sauber (126), Force India (109) und Williams (76) landen musste? Die Toro Rosso-Fahrer lassen sich erst dann bewerten, wenn sie annähernd gleichwertiges Material wie ihre Gegner haben.

Im direkten Duell schneiden sie ungefähr gleich ab. Ricciardo ist der bessere Qualifizierer, Vergne entschlossener im Duell Rad an Rad. Beide stehen in diesem Jahr unter Druck. Sie müssen sich für die Nachfolge von Mark Webber bei Red Bull qualifizieren, sonst droht ihnen das gleiche Schicksal wie Buemi und Alguersuari.

Fazit: Williams mit leichten Vorteilen

Gefühlt hat Williams bei der Fahrerpaarung leichte Vorteile vor Sauber und Toro Rosso. Das könnte sich ändern, wenn Force India seine Fahrerwahl bekanntgibt. Mit Paul di Resta und Adrian Sutil hätte der Rennstall aus Silverstone eine echte Trumpfkarte gegen seine Rivalen in der Hand.

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