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Formel 1 zu berechenbar

Sieben Führende und 56 Führungswechsel

Daniel Ricciardo - GP USA 2015 Foto: xpb

Formel 1-Chef Bernie Ecclestone wirft seiner Show vor, dass sie zu berechenbar ist. Die Statistik der Führungswechsel und Führenden gibt dem Kritiker in den eigenen Reihen Recht. Es gab zwar 56 Führungswechsel, aber nur vier davon auf der Rennstrecke.

23.12.2015 Michael Schmidt

Auf den ersten Blick sieht die Statistik gar nicht so schlecht aus. 2015 gab es 56 Führungswechsel. Leider nur vier davon auf der Rennstrecke. In Malaysia, Russland und den USA. Davon war nur einer echt erkämpft. Als Daniel Ricciardo in Austin Lewis Hamilton von der Spitze verdrängt hat. Die restlichen Positionswechsel gehen auf das Konto von Boxenstopps. Oder waren wie der von Hamilton gegen Rosberg in Austin einem Fehler geschuldet.

Im Jahr zuvor sah es nur unwesentlich besser aus. 2014 wechselte die Führung 61 Mal. Was blieb uns in Erinnerung? Als Nico Rosberg in Spa mit Feindkontakt an Lewis Hamilton vorbei ist. Und Daniel Ricciardos Super-Manöver beim GP Ungarn. Spitzenreiter bei der Zahl der Führungswechsel in 66 Jahren Formel 1 war das Jahr 2008. Da änderte sich der Spitzenreiter 85 Mal. Doch auch das ist trügerisch. Seit Tankstopps und Reifenwechsel in der Formel 1 die Regel sind, ist die Statistik verfälscht.

Das gilt auch für die ersten 11 Jahre der GP-Historie. Da zählten noch die 500 Meilen von Indianapolis zum WM-Programm. Und bei der wilden Jagd im Kreis gab es überproportional viele Überholmanöver. So kommt die Saison 1960 mit 15 verschiedenen Spitzenreitern auch deshalb mit der Saison 2008 auf Platz 1, weil fünf Fahrer darunter das Indy 500 im gleichen Jahr anführten.

Kein Sieger schlechter als von Startplatz 3

Immerhin gibt es ein Jahr, das in Bezug Berechenbarkeit ganz klar hinten liegt. Die Saison 1988, als McLaren 15 der 16 Rennen gewann. Das Glück damals war, dass sich Ayrton Senna und Alain Prost mit dem Gewinnen abwechselten und das Titelrennen erst im vorletzten Lauf entschieden war. Doch schon bei der Aufteilung der Führungskilometer zeigt sich, wie eintönig die Saison war. Neben den McLaren-Piloten kamen nur zwei andere Fahrer zum Zug. Gerhard Berger führte 119, Ivan Capelli 6 Kilometer.

Insgesamt wurden 1988 nur 12 Führungswechsel gezählt. Auch 1952 und 1972 (je 13) sowie 1962 und 1974 (je 16) liegen auf den hinteren Plätzen. Vor 1972 profitierten die Formel 1-Jahre auch oft von den Windschattenschlachten in Monza. Bei den 11 Grand Prix 1971 wurden 36 Führungswechsel gezählt, allein 25 davon beim GP Italien.

Die abgelaufene Saison war nicht gerade ein Muster an Abwechslung. Mit Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Felipe Massa, Kimi Räikkönen, Daniel Ricciardo und Valtteri Bottas führten nur 7 Fahrer ein Rennen an. Den Großteil der Führungskilometer heimsten die drei Sieger Hamilton (3.096), Rosberg (1.610) und Vettel (866) ein. Das war im Jahr zuvor ähnlich. Da sahnten wieder nur die Mercedes-Fahrer Hamilton (2.676) und Rosberg (2.247) sowie der dreifache Sieger Ricciardo (411) groß ab. Weniger Spitzenreiter als in der abgelaufenen Saison gab es nur 1988 (4), 1992, 1993 und 2000 (je 5), 1962, 1963, 1964, 1998 und 2002 (je 6).

Auch der schlechteste Startplatz des Siegers erzählt eine Geschichte. In diesem Jahr war das Platz 3. Was übersetzt heißt, dass es keine Überraschungen gab. Damit reiht sich diese Saison in eine Reihe mit 1951, 1965, 1988, 1994, 1998 und 2007. Was für ein Unterschied zu 1983, als der Sieger John Watson beim GP USA-West von Startplatz 22 kam. Und das auf dem Stadtkurs von Long Beach. Beim GP Deutschland 2000 gewann Rubens Barrichello vom 18. Startplatz. John Watson gewinnt in dieser Wertung auch die Bronze-Medaille. Der Nordire fuhr 1982 beim GP USA-Ost in Detroit von Platz 17 zum Sieg.

19602008198820142015
Brabham (1.645 km)Massa (1.750 km)Senna (2.671 km)Hamilton (2.676 km)Hamilton (3.096 km)
Moss (630 km)Hamilton (1.420)Prost (1.951)Rosberg (2.247)Rosberg (1.610)
Rathmann* (402)Räikkönen (937)Berger (119)Ricciardo (411)Vettel (866)
P. Hill (326)Kubica (303)Capelli (6)Massa (147)Massa (112)
Bonnier (295)Alonso (297)Alonso (140)Räikkönen (52)
Ginther (240)Vettel (284)Perez (48)Ricciardo (39)
Ward* (233)Kovalainen (157)Hülkenberg (22)Bottas (6)
Surtees (185)Heidfeld (98)Bottas (20)
Sachs* (85)Trulli (61)Vettel (5)
G. Hill (80)Piquet Jr. (59)Button (4)
Gurney (74)Rosberg (56)
B. McLaren (51)Barrichello (31)
Ruttman* (44)Bourdais (14)
Thomson* (40)Glock (13)
Ireland (4)Coulthard (4)
* Indy 500
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